Emmas SichtDie Luft im Schlafzimmer war dick erfüllt vom Geschmack eines gerade noch abgewendeten Desasters. Nachdem Mias Tür den Flur hinunter zugeschlagen war, fühlte sich das Wohnheim weniger wie eine Zuflucht an, sondern vielmehr wie ein Käfig voller hochfrequenter Spannung. Luca schwebte immer noch über mir; sein Daumen zeichnete die geschwollene Linie meiner Unterlippe nach, und seine Augen waren dunkel vor einer ganz bestimmten Art von Adrenalin, die sich nicht einfach so wieder in Luft auflöst.„Du musst gehen“, flüsterte ich, und die Worte blieben mir fast im Hals stecken. Die Realität, dass Mia eben noch direkt vor dieser Tür gestanden hatte, hatte den Nebel der Lust endlich durchbrochen. „Sie ist misstrauisch, Luca. Sie sucht nur nach einem Grund, das alles hier zum Einsturz zu bringen.“Luca stieß ein leises, frustriertes Knurren aus, aber er stritt nicht mit mir. Er wusste, was auf dem Spiel stand. Er beobachtete mich mit einer raubtierhaften Intensität, während ich ihm
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