LOGINEmmas SichtVier Jahre später.„Christian! Leg Onkel Leos Uhr sofort weg, oder ich sage es Papa!“, rief die fünfjährige Aurelia über den sonnenbeschienenen Rasen von Malibu, während sie die kleinen Hände fest in die Hüften stemmte.„Ich habe sie nicht gestohlen! Es ist ein glitzernder Schatz!“, protestierte der dreijährige Christian. Seine dunkelgrünen Augen – eine exakte Kopie von Lucas – leuchteten vor verschmitzter Freude, als er in seinen winzigen Badehosen am Infinity-Pool vorbeisprintete.Direkt hinter ihm kam seine Zwillingsschwester Sophia den Rasen heruntergerannt, eine Handvoll schmelzendes Schokoladeneis in der Hand. Sie hinterließ eine Spur aus klebrigen Fingerabdrücken auf Onkel Leos Leinenhose, als sie sein Bein anstellte.„Oh, komm schon!“, stöhnte Leo und ging auf dem Rasen auf die Knie, während beide Zwillinge wie kleine Äffchen auf seinen Rücken kletterten. „Ich bin ein hochkarätiger Vorstands-Intern, kein Klettergerüst!“„Du bist ein schlechtes Klettergerüst, Onkel
Emmas Sicht„Mia, du musst sofort hoch in den Dachgarten kommen! Wir haben eine riesige Krise!“Ich riss die Türen der Executive Suite praktisch auf, hielt mir das Telefon an das Ohr und setzte einen Blick voller purer, gespielter Panik auf.Mia ließ ihr Tablet auf den Glasschreibtisch fallen, und ihre Augen weiteten sich vor Schrecken. „Eine Krise?! Was für eine Krise? Ist der Vorbestellungs-Link für das Taschenbuch schon wieder abgestürzt?! Reicht Daniel Vance etwa noch eine Berufung ein?!“„Schlimmer!“, keuchte ich, ergriff sie am Arm und zog sie in Richtung des Privataufzugs. „Einer hochkarätigen Boulevard-Reporterin ist es gelungen, sich am Sicherheitsdienst vorbei auf den Glasbalkon zu schleichen. Sie droht damit, einen Live-Leak rauszubringen, wenn wir ihr kein Exklusivinterview geben!“„Oh, verdammt, nein!“, knurrte Mia, und ihre braunen Augen blitzten vor augenblicklicher Wut auf, während sie neben mir in den Aufzug marschierte. „Nicht unter meiner Aufsicht! Ich werde sie per
Emmas SichtDie Morgensonne filterte durch die transparenten Vorhänge unseres Penthouses in Manhattan und tauchte das Schlafzimmer in warme Goldtöne. Ich streckte mich auf den Seidenlaken, während sich ein langsames Lächeln auf meinem Gesicht ausbreitete, als Lucas Arm sich enger um meine Taille schloss und mich zurück an seine Brust zog.„Guten Morgen, Mrs. Carter“, murmelte er in meinen Nacken, seine Stimme rau vom Schlaf. „Du siehst rundum zufrieden aus.“„Das liegt daran, dass mein Ehemann weiß, wie man einen Nummer-eins-Bestseller feiert“, feilte ich, drehte mich in seinen Armen um und küsste seine Kieferpartie.„Immer“, lachte Luca leise, während seine dunkelgrünen Augen die meinen fixierten. „Und jetzt steh auf, Herzschlag. Wir haben einen Flug zurück nach Malibu. Dein Geburtstag ist in zwei Tagen, und wenn ich dich nicht nach Hause bringe, reißen deine Geschwister womöglich noch das Haus ab beim Versuch, die Party vorzubereiten.“Achtundvierzig Stunden später war unser Anwesen
Emmas SichtDie Sonne stand noch nicht einmal vollständig über dem Horizont von Malibu, als mein Telefon so stark auf dem Marmornachttisch zu vibrieren begann, dass es sich beinahe selbst auf den Boden geschüttelt hätte.Ich stöhnte und vergrub mein Gesicht tiefer in Lucas nackter Brust. Seine starken Arme schlossen sich sofort enger um meine Taille und zogen mich dicht an seinen warmen Körper, während seine Lippen einen trägen, schläfrigen Kuss auf mein Haar drückten.„Ignorier es, Herzschlag“, brummte Luca mit verschlafener Stimme, während seine Hand unter den Seidenlaken die Wölbung meiner Hüfte nachfuhr. „Es ist kaum sechs Uhr morgens.“„Es hört nicht auf, Luca“, murmelte ich und griff blind umher, bis meine Finger das Telefon zu fassen bekamen.Der Bildschirm war eine blendende Wand aus Benachrichtigungen. Über vierzig Anrufe in Abwesenheit. Zweihundert Textnachrichten. Und mittendrin klingelte zum dritten Mal in Folge ein hektischer Gruppen-Videoanruf von Mia und Hannah.Ich tip
Emmas SichtDas Leuchten meines Laptop-Bildschirms war die einzige Lichtquelle in unserem Arbeitszimmer mit Blick auf den Ozean.Draußen im Dunkeln krachten die Wellen des Pazifiks sanft gegen die Klippen von Malibu, doch drinnen flogen meine Finger über die Tastatur, als stünden sie in Flammen. Zum ersten Mal seit drei Tagen war die erdrückende Last auf meiner Brust verschwunden. Die Angst, die Schlagzeilen, die giftigen Kommentare – all das verschmolz in dem leeren Dokument vor mir zu Nichts.Ich schrieb keine defensive Pressemitteilung. Ich schrieb keine tränenreiche Entschuldigung, um blutrünstige Internet-Trolle zufriedenzustellen.Ich schrieb unsere Geschichte.„Du bist nicht ins Bett gekommen, Herzschlag.“Eine tiefe, vertraute Stimme unterbrach die Stille des Raumes. Ich drehte den Kopf und sah Luca im Türrahmen stehen. Er trug nur eine dunkelgraue Jogginghose, sein Oberkörper war nackt, sein dunkles Haar vom Schlaf zerzaust. Er überquerte den Hartholzboden mit leisen, barfüßi
Emmas Sicht„Macht den Weg frei! Zur Seite!“Lucas Stimme donnerte über das ohrenbetäubende Gebrüll der Menge hinweg, während sein schwerer Arm sich wie ein eisernes Band um meine Taille legte.Er antwortete keinem einzigen Reporter. Er würdigte die blitzenden Kameras und die Dutzenden von Mikrofonen, die uns ins Gesicht gedrückt wurden, keines einzigen Wortes. Er schirmte meinen Kopf einfach mit einer seiner breiten Hände an seiner Brust ab, bahnte uns gewaltsam einen Weg durch die Mauer aus Paparazzi und zog mich direkt auf die Rückbank des Maybachs.Die schwere Tür fiel ins Schloss und sperrte die blendenden Lichter und schreienden Reporter aus, doch die Stille im Wageninneren war zehnmal schwerer.Draußen wehrte sich Daniel immer noch gegen den Streifenwagen und schrie in den Nachthimmel hinein, aber der Schaden war bereits angerichtet. Die Worte waren vor den Augen unzähliger Live-Kameras ausgesprochen worden.Innerhalb von drei Stunden explodierte das Internet vollkommen.Drei q
Emmas Sicht„Hannah ist hier.“Die Worte trafen mich wie Eiswasser.Lucas Körper verkrampfte sich an meinem, und jede Spur von Hitze wich augenblicklich aus seinem Gesicht. Für den Bruchteil einer Sekunde rührte sich keiner von uns. Die Musik unten wummerte ahnungslos weiter. Mein Herz hämmerte so
Emmas SichtDie Musik von unten pulsierte unter meinen Füßen, ein ferner Herzschlag, der sich dumpf durch den Boden zog. Hier oben, in Lucas Schlafzimmer, das schwach nach Zeder und etwas abgestandenem Rasierwasser roch, war die Welt auf den Raum zwischen unseren Körpern zusammengeschrumpft.Hannah
Emmas SichtIch wachte am nächsten Morgen noch vor meinem Wecker auf, und mein Herz raste bereits, als hätte es im Schlaf einen Marathon absolviert.Einige Sekunden lang starrte ich an die Decke meines Schlafzimmers und versuchte, mich zu erden. Das blasse Morgenlicht fiel durch die Vorhänge und er
Emmas SichtDer Tag, an dem ich Luca dabei erwischt hatte, wie er ein Mädchen auf der Küchentheke vögelte, war das erste Mal, dass ich Sex live gesehen hatte.Und seitdem…Zurück auf meinem SchlafzimmerbodenDas Holz der Tür drückte hart gegen meine Wirbelsäule, aber ich bewegte mich nicht. Ich kon







