Emmas SichtDie zwei Tage, die folgten, waren ein kalter, vibrierender Schleier aus Wut. Ich ignorierte Lucas Nachrichten nicht nur; ich behandelte mein Handy wie ein radioaktives Objekt. Jedes Mal, wenn das Display mit seinem Namen aufleuchtete, jedes Mal, wenn er versuchte, die „Sophie-Situation“ mit einem „Es ist nicht so, wie es aussieht“ oder einem „Süße, sprich mit mir“ wegzuerklären, fühlte ich einen neuen Schub von Säure in meiner Brust.Ich war ein „Geheimnis“. Sophie Miller war eine „Freundin der Familie“, die ihn im Mondlicht küssen durfte.Hannah, ganz die loyale Soldatin, wich mir in diesen achtundvierzig Stunden nicht von der Seite. Sie brachte Wärmekissen, spezielle Tees und einen Berg dunkler Schokolade vorbei, fest davon überzeugt, dass ich mich mitten in einem biologischen Krieg befand.„Mir geht’s gut, Han“, sagte ich am zweiten Nachmittag und schob eine Schale Suppe beiseite. „Ich glaube, ich habe überreagiert. Es waren nicht meine Tage – nur eine seltsame Reaktion
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