Kapitel 61Rodrigos AbwesenheitPerspektive: CatalinaVier Tage vergingen, ohne dass ein einziges Geräusch von der anderen Seite des Flurs zu hören war.Kein Koffer an der Tür. Kein vorsichtiges Nicken im Vorbeigehen. Kein höfliches, zurückhaltendes „Guten Morgen“ aus respektvoller Entfernung. Seine Wohnung war einfach still geworden, so wie ein Haus still wird, wenn der Bewohner beschlossen hat, ganz still zu sein.*** „Haben Sie ihn gesehen?“, fragte ich Henri am dritten Tag und achtete in der Lobby bewusst auf meine Stimme, so wie man die Stimme leicht hält, wenn die Frage viel wichtiger ist, als man zugeben möchte.„Nicht seit Dienstag, Madame“, sagte Henri. „Sein Wagen steht auch noch in der Garage. Ich nahm an, er sei wieder geschäftlich unterwegs.“„Vielleicht“, sagte ich, obwohl ich es innerlich nicht so recht glauben konnte.*** Ich hasste es, wie sehr mich sein Schweigen beunruhigte, mehr als je sein Zorn. Sein Zorn war wenigstens direkt gewesen, unverblümt auf die eigentlic
Last Updated : 2026-09-21 Read more