Wir bleiben reglos, ineinander verschlungen, keuchend wie Schiffbrüchige, die gerade dem Ertrinken entkommen sind. Mein Kopf ruht in der Mulde seines Halses, meine Nase vergraben in seinem Geruch, einer Mischung aus einfacher Seife, Ölfarbe und frischem Schweiß. Sein Herz schlägt gegen meine Schläfe, im selben Rhythmus wie meines. Seine Finger sind noch in meinem Haar, streicheln sanft meinen Nacken, beruhigen den Sturm, der uns gerade durchquert hat. Die Stille, die folgt, ist nicht leer. Sie ist voll, schwer, gesättigt. Voll von allem, was wir nicht gesagt haben. Voll von allem, was wir nicht hätten fühlen dürfen. Voll von diesem verbotenen Ding, das gerade zwischen uns in diesem zu großen Zimmer geboren wurde und das ich nicht zu benennen weiß, oder vielmehr, das ich mich weigere zu benennen, weil Benennen hieße, ihm Leben zu geben. Schließlich ziehe ich mich zurück, ungeschickt, den Körper noch zitternd. Ich stehe wortlos auf, wie immer,
Last Updated : 2026-09-29 Read more