Kapitel 6 – Der Preis des Schweigens**Pater Raphael stand wie erstarrt in der Tür, sein Brustkorb hob und senkte sich in flachen, stockenden Atemzügen. Seine Augen weiteten sich vor purem, unverfälschtem Schock und spiegelten das matte, bernsteinfarbene Licht des Arbeitszimmers wider. Direkt vor ihm kniete Pater Mateo – die verehrteste, unantastbare Säule der gesamten Gemeinde, ein Mann von makelloser Frömmigkeit und öffentlicher Würde – auf dem kalten Boden. Mateos Gesicht lag noch immer zwischen meinen Schenkeln, sein Mund bewegte sich mit ungerührter, rhythmischer Selbstsicherheit, als wäre die Tür nie geöffnet worden und die ganze Welt draußen nicht existent.Niemand rührte sich. Niemand wagte zu sprechen. Die Luft im Arbeitszimmer fühlte sich an wie ausgesaugt, dick, schwer und erstickend. Das einzige Geräusch, das die Totenstille durchbrach, war mein eigenes keuchendes, verzweifeltes Atmen und der stille, vernichtende Beweis dessen, was Mateo eine Sekunde zuvor getan hatte. Da
آخر تحديث : 2026-09-24 اقرأ المزيد