Seine Wohnung war ganz anders, als ich es erwartet hatte. Ich hatte ein unordentliches Junggesellen-Pad erwartet, oder ein kaltes, steriles Büro mit überall verstreuten Akten. Aber Elias Hartmann lebte im obersten Stockwerk eines alten renovierten Gebäudes in Schwabing, und seine Wohnung war warm. Dunkle Holzböden, Bücherregale voller Bücher, nicht nur Kriminalakten, sondern Geschichte, Philosophie. Ein Klavier in der Ecke, das aussah, als würde tatsächlich darauf gespielt. Und sie war sauber. Zwanghaft sauber. Er machte nicht das große Licht an. Nur eine weiche gelbe Lampe neben dem Sofa. Er wusste, dass das helle Licht meinem Kopf wehtun würde. "Das Badezimmer ist dort", sagte er und zeigte. "Es gibt Handtücher. Und... mein Hemd. Für Sie zum Anziehen. Ihr Kleid..." Ich schaute nach unten. Mein rotes Kleid war noch nass, klebte an mir, verkrustet mit Schlamm und Blut. Ich zitterte so stark, dass meine Zähne klapperten, selbst mit seinem schweren Mantel um mich. "Danke", flüste
Last Updated : 2026-09-29 Read more