INICIAR SESIÓNIn der Nacht des Blutmondes verschwindet Luna von Steinberg, die Tochter einer der reichsten Familien Deutschlands, spurlos. Keine Spur, kein Lösegeld, kein Abschiedsbrief. Zwei Jahre später glaubt niemand mehr an ihre Rückkehr. Bis der Ermittler Elias Hartmann in einer kleinen Bar in Hamburg eine Kellnerin findet, die ihm seltsam bekannt vorkommt. Sie nennt sich Anna, sie hat keine Erinnerung an ihr altes Leben und eine Narbe, die sie sich nicht erklären kann. Es ist Luna. Doch sie weiß nicht, wer sie wirklich ist. Und jemand ist bereit, alles zu tun, damit sie sich niemals erinnert. Elias muss sie beschützen und das Geheimnis der Nacht des Blutmondes lüften, bevor ihr Entführer zurückkehrt.
Ver másDer Regen fiel jetzt noch stärker.Er prasselte auf das Kopfsteinpflaster der kleinen Straße hinter dem Hamburger Café wie tausende kleine Trommeln. Die Leute rannten mit Regenschirmen. Aber mitten in diesem Regen standen drei Menschen still.Anna. Oder Luna.Elias. Der Detektiv, der zwei Jahre lang gesucht hatte.Und Herr Becker. Der Mann, der sagte, er sei ihr Onkel.Elias ließ seinen Blick nicht von Annas Gesicht. Er hatte Hunderte von Fotos von ihr gesehen. Als Kind von sechs Jahren mit fehlenden Vorderzähnen. Als Teenager von sechzehn in einer Schuluniform in München. Als junge Frau von neunzehn in der Nacht, in der sie verschwand. Aber keines dieser Fotos hatte ihn auf diesen Moment vorbereitet. Die Frau vor ihm war dünner. Ihr Haar war dunkler, kurz geschnitten. Ihre Hände waren rot vom Geschirrspülen. Es gab eine kleine Narbe über ihrer linken Augenbraue, die auf den Fotos nicht da war. Aber ihre Augen – ihre grauen, stürmischen Augen – waren genau dieselben wie auf jedem Bild
Regen hämmerte gegen die Fenster des Café Mondschein. Es war fast Mitternacht und die Straßen von Hamburg waren leer. Nur das leise Summen der alten Kaffeemaschine war zu hören.Elias Hartmann saß seit drei Stunden am letzten Tisch in der Ecke. Seine Akte lag offen vor ihm. Sein Kaffee war vor zwei Stunden kalt geworden. Aber er konnte den Blick nicht von der Kellnerin abwenden.Sie nannte sich Anna Müller. Laut ihrem Chef, Herrn Lehmann, arbeitete sie seit zwei Jahren hier. Pünktlich, fleißig, ruhig. Keine Familie, keine Freunde, keine Vergangenheit. Sie war einfach eines Tages aufgetaucht und hatte nach Arbeit gefragt. Keine Papiere, nur ein alter Rucksack.Aber Elias wusste es besser.Er hatte das Foto in seiner Akte. Ein Foto, das er in den letzten sechs Monaten jeden Tag angesehen hatte. Luna von Steinberg, 19 Jahre alt, lange blonde Haare, grüne Augen, ein Lächeln, das die Welt erhellen konnte. Verschwunden in der Nacht des Blutmondes vor zwei Jahren. Aus dem Garten der Villa vo
Das Mädchen war kurz davor, das Tablett fallen zu lassen.Ich sah es in Zeitlupe geschehen. Ihre Augen weit aufgerissen, auf meine gerichtet. Ihre Hände zitterten. Die Champagnergläser rutschten.Wenn sie es fallen ließ, würde jeder schauen. Astrid würde schauen. Und selbst mit braunen Haaren und Smoky Eyes könnte Astrid etwas in meinem Gesicht erkennen, das sie wiedererkannte.Elias musste es auch gesehen haben, denn seine Hand fand meinen unteren Rücken - ein fester, warmer Druck durch mein schwarzes Kleid."Leicht", flüsterte er mir auf Französisch zu, damit Astrid es hörte. "Sofia, Sie sehen blass aus."Das brach den Bann. Das Catering-Mädchen schluckte schwer, stabilisierte das Tablett in letzter Sekunde und schaute schnell weg. Sie drehte sich um und eilte in Richtung Küche, fast rennend.Sie kannte mich. Und sie hatte Angst."Geht es Ihnen gut, Ms. Dubois?" Astrid schaute mich jetzt an, den Kopf schräg gelegt. Ihre Augen waren eisblau, scharf, scannten mein Gesicht. Für eine Se
Ich wachte vom Geruch von Kaffee und Regen auf.Für eine Sekunde wusste ich nicht, wo ich war. Das Sofa war zu weich, die Decke zu warm. Mein Kopf pochte immer noch, aber der scharfe stechende Schmerz war weg, ersetzt durch ein dumpfes Pochen.Dann sah ich ihn.Elias Hartmann schlief im Sessel neben dem Sofa. Er war nicht in sein Büro gegangen. Er war die ganze Nacht geblieben. Seine langen Beine waren ausgestreckt, sein Kopf nach hinten gekippt, seine dunklen Haare zerzaust. Im Schlaf sah er jünger aus. Weniger wie ein kalter Ermittler und mehr wie ein Mann. Sein schwarzes T-Shirt war ein wenig hochgerutscht und zeigte einen harten, muskulösen Bauch mit einer langen, verblassten Narbe an der Seite.Er war geblieben. Er hatte sein Versprechen gehalten.Ich setzte mich langsam auf, vorsichtig, um ihn nicht zu wecken. Die graue Jogginghose rutschte immer noch an mir herunter. Ich zog die Decke enger um mich und schaute zum Fenster. München am Morgen. Der Regen hatte aufgehört. Der Himme

















