
Donnas ScheintodAls Louis Morak fremdging, weinte ich nicht. Ich machte keine Szene. Ich tat einfach so, als wüsste ich von nichts.
Als er Janelle Harlow draußen eine eigene Wohnung einrichtete, drückte ich den Schmerz in meiner Brust hinunter und ertrug es.
Denn Louis und ich hatten einen süßen Sohn, Seth Morak. Er liebte mich sehr. Ich wollte ihm ein vollständiges Zuhause geben.
Bis ich erfuhr, dass Seth freiwillig mit Louis in dieses zweite Zuhause ging. Und dass er Janelle dort so vertraut beim Namen rief.
Da wollte ich nicht mehr schweigen.
Ich sagte meiner Jugendliebe, dass ich mich scheiden lassen wollte.
Er sah mich lange an. Seine Stimme klang schwer.
„Delilah, Louis liebt dich mehr als sein eigenes Leben. Das weiß ganz Neapel. Seine Macht reicht über die ganze Stadt. Du willst ihn verlassen? Das wird nicht leicht.“
Ich antwortete nur taub: „Dann muss Delilah eben sterben. Direkt vor Louis. Er soll mit eigenen Augen sehen, wie seine Frau verschwindet. Von diesem Tag an gibt es auf dieser Welt keine Delilah mehr.“
Erst als ich begriff, dass Seth Janelle lieber mochte, verstand ich, wie lächerlich mein Durchhalten in den letzten zwei Jahren war.
Also wollte ich diesmal keinen von beiden mehr.
Nicht meinen Mann.
Und auch nicht meinen Sohn.