Ravencroft: Fluch und Schicksal
Man sagt, Liebe mache unsterblich, aber niemand sagt, dass sie auch töten kann.
Ich habe tausend Jahre gelebt, ohne jemanden zu brauchen.
Ich trug meine Krone wie eine Waffe, mein Herz wie eine versiegelte Gruft. Gefühle waren Schwächen. Nähe ein Risiko. Und Hoffnung eine Lüge, die Sterbliche sich leisten.
Bis sie vor mir stand.
Skylar.
Sie kam nicht als Licht in meine Dunkelheit.
Sie war Dunkelheit. Warm, zitternd, gefährlich. Ihr Blut flüsterte alte Magie, ihre Seele trug Narben, die tiefer waren als jeder Biss. Von der ersten Sekunde an wusste ich. Wenn ich sie binde, verliere ich etwas. Wenn ich sie loslasse, verliere ich alles.
Unsere Verbindung ist kein Versprechen.
Sie ist ein Schwur, der mit Schmerz bezahlt wird. Jede Erinnerung, die sie mir schenkt, kostet sie ein Stück von sich selbst. Jede Berührung brennt sich tiefer in uns beide, als es Zeit je heilen könnte.
Während mein Clan mir folgt, mein Bruder mich verrät und der Hohe Rat mein Schicksal verhandelt, wird mir klar.
Ich kann König bleiben.
Oder ich kann sie retten.
Beides ist unmöglich.
Dies ist keine Geschichte über Hoffnung.
Es ist die Geschichte darüber, was Liebe fordert, wenn die Welt zerbricht.
Und warum selbst Unsterbliche an ihr zugrunde gehen.
Wenn du diese Seiten liest, wisse…
Nicht jeder Schwur darf überleben.
Nicht jede Gefährtin kehrt zurück.
Und manche Kronen werden nur getragen, weil niemand mehr da ist, der sie abnehmen könnte.