Sein Vampirherz schlug nie für mich
Am Tag vor meiner Hochzeit ging ich früh in unsere Kathedrale, um mich mit dem Ort vertraut zu machen.
Stattdessen fand ich meinen Verlobten und meine Stiefschwester Isabella auf dem Altar beim Sex. Auf unserem Altar.
Ich erwischte sie. Er entschuldigte sich nicht einmal, sondern warf mich einfach in den Sturm hinaus. Ich brach im strömenden Regen zusammen.
In diesem Moment fand er mich. Alistair, der Vampirprinz.
Er bewegte sich wie ein Gott durch den Sturm. Er zog mich aus dem Schlamm und schenkte mir einen Palast.
Er sagte der ganzen Welt, ich sei seine Schicksalsgefährtin. Die Eine, nach der er seit Jahrhunderten gesucht hatte. Seine Einzige.
Fünf Jahre lang machte mich seine Hingabe zum Neid der übernatürlichen Welt.
Ich glaubte, ich sei die Ausnahme in seinem ewigen Leben.
Bis ich seinen Geheimraum fand. Meine Finger strichen über eine uralte Schriftrolle. Die Schrift war mit Blut geschrieben.
In der ersten Zeile stand der Name: Isabella.
Darunter, in Alistairs eigener Handschrift: „Absolute Priorität. Über allem.“
Dann befand sich ein Heilerprotokoll, das ich noch nie zuvor gesehen hatte. Das Heilprotokoll eines Vampirs.
Das Datum war der Abend, als ich von meiner Schwangerschaft erfuhr. Die Nacht wurde ich von Werwölfen angegriffen.
Man brachte mich blutüberströmt zurück ins Schloss.
Die Heiler kamen nicht zu mir. Ich wachte allein auf. Unser Baby war weg. Unser Kind. Sein Blut, mein Blut – weg. Und meine Kleidung war von dem durchnässt, was davon übrig geblieben war.
Ich wischte jede Spur davon fort. Als er nach Hause kam, brach ich in seinen Armen zusammen. Ich erzählte es ihm nie. Ich konnte es nicht ertragen, dass er den Schmerz fühlen sollte, den ich gefühlt hatte.
Jetzt verstand ich es. In derselben Nacht war auch Isabella von Werwölfen angegriffen worden. Und Alistairs Befehl an seinen Rat lautete:
„Schickt jeden Heiler. Isabella hat Priorität.“
Mein Herz stand still. Verzweiflung war ein Gift in meinen Adern.
„Wenn ich nie die Eine gewesen bin ... dann behalt deine Ewigkeit. Ich will keinen Teil davon.“