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KAPITEL DREI

ผู้เขียน: MURK ROSE
last update วันที่เผยแพร่: 2026-07-06 17:51:18

**Der rote Fleck**

**Kiaras Perspektive**

Das elektronische Schloss klickte mit der erschreckenden Endgültigkeit einer Guillotine ein und begrub mich in der eisigen, absoluten Dunkelheit des gepanzerten Transporters. Das Fahrzeug ruckte heftig, seine schweren Reifen donnerten über den Schotter, während es einen steilen Aufstieg in Richtung der nördlichen Gipfel begann.

Jede Kurve schickte ein ekelauslösendes Pochen durch meinen Schädel, doch die körperliche Qual war nichts im Vergleich zu dem Phantomduft nach Zedernholz und Asche, der noch immer an meiner Haut haftete.

*Ronan.* Die Erinnerung an seine Zurückweisung blitzte hinter meinen Lidern auf wie eine offene Flamme. Er hatte nicht nur unsere Verbindung gebrochen – er hatte danebengestan­den und mich Henkern ausgeliefert, nur um seinen gestohlenen Thron zu schützen.

Erst zwei Stunden zuvor war die heilige Lichtung des Silver-Moon-Rudels ein Theater des absoluten Wahnsinns gewesen.

In dem Moment, als mein Haar in dieses leuchtende, übernatürliche Gold aufflammte, waren die jubelnden Rufe des Rudels in panische Schreie des Entsetzens zersplittert. Hochrangige Krieger waren auf die Knie gefallen, ihre inneren Bestien wimmernd unter dem erstickenden Gewicht einer uralten Aura, die sie nicht begreifen konnten.

Für einen abergläubischen Werwolf war unerwartete Magie kein Segen – sie war ein tödliches Omen.

„Peitscht sie!", hatte der neue Alpha gebrüllt, sein Gesicht verzerrt in einer Mischung aus Wut und urwüchsiger Angst, während er mit einem zitternden, angsterfüllten Finger auf meine starre, zuckende Gestalt am Boden zeigte. „Sie ist verflucht! Ein Vorbote des Unglücks! Vollstrecker, treibt das Böse aus ihrem Rücken, bevor sie Ruin über die Amtsübernahme meines Sohnes bringt!"

Bevor Ronan seine eigene Lähmung auch nur verarbeiten konnte, stürmten drei massive Rudelvollstrecker auf das Podium und rollten schwere, silberbespitzte Lederpeitschen auf.

„Vater, nein!", würgte Ronan hervor und machte einen hastigen Schritt nach vorne.

Doch der Griff des Alphas schloss sich auf seiner Schulter wie ein eiserner Schraubstock und hielt den Jungkönig an Ort und Stelle. „Sie ist eine Seuche, Ronan", zischte der Alpha, seine Stimme vibrierte vor absolutem Befehl. „Sieh das heilige Feuer! Es wird weiß in ihrer Gegenwart. Wenn du das Rudel nicht ihr Blut sehen lässt, werden sie sich empören, bevor deine Krone auch nur warm ist."

Der erste Schlag fuhr nieder mit einem widerlichen, pfeifenden *Knall*.

Das silberbespitzte Leder riss durch den Stoff meines ausgefransten weißen Hemdes und schnitt sauber in die Haut meines Rückens. Der Schmerz war ein explosives, blindes weißes Licht. Ein ersticktes Keuchen entfuhr meinen Lippen, meine Finger krallten sich verzweifelt in die feuchte Erde, als eine zweite Peitsche meine Schulter traf, dann eine dritte.

Das Rudel sah in atemlosem, entsetztem Schweigen zu, wie das Blut der Tochter ihres früheren Alphas in den Boden sickerte. Elena stand direkt hinter ihrer Mutter, ihr smaragdgrünes Kleid fing das unheimliche Licht der verlöschenden weißen Flammen auf, ihre Augen tanzten vor krankhafter, ekstatischer Befriedigung.

„Genug!", schrie Beatrice plötzlich.

Ihre Stimme überschlug sich, als sie die Vollstrecker beiseite drängte, ihre Augen weit aufgerissen vor einer verzweifelten Art von Panik. „Tötet sie nicht hier! Wenn ihr Blut den heiligen Boden tränkt, wird der Fluch unsere gesamte Ernte verseuchen. Schleppt sie zurück ins Haus! Sperrt sie in den Keller, bis wir das Territorium reinigen können!"

Die Vollstrecker zögerten nicht. Sie rissen mich an meinen wunden Armen hoch, meine nackten Füße schleiften nutzlos durch den Dreck, während sie mich vom Feuer forttrugen. Durch mein verschwommenes, tränenüberströmtes Sichtfeld erhaschte ich einen letzten Blick auf Ronan. Er starrte auf die blutrote Spur, die ich hinterließ, seinen Kiefer fest zusammengebissen, vollkommen still.

Er hielt sie nicht auf. Er verteidigte mich nicht. Er ließ es einfach geschehen.

Die Vollstrecker warfen mich auf den Küchenboden des Rudelhauses – auf genau die Dielen, die ich den Morgen damit verbracht hatte zu schrubben.

Die körperlichen Krämpfe hatten aufgehört, das geheimnisvolle goldene Licht war in mein verfilztes, blutverkrustetes dunkles Haar zurückgeflohen und hatte mich vollkommen schwach und menschlich zurückgelassen. Der Schmerz kehrte mit aller Gewalt zurück – ein heißes, pochendes Wildfeuer, das jeden Nervenenden in meinem Körper verzehrte. Ich schmeckte das schwere, metallische Kupfer gegen meine Wange.

„Schaut euch die kleine Diebin an", zischte Elena und trat in die Küche. Ihr smaragdgrünes Kleid war durch das Chaos leicht zerknittert, doch ihr Gesicht glühte vor tückischer, berechnender Boshaftigkeit. „Versucht Hexerei einzusetzen, um mir meinen Schicksalsgefährten zu stehlen. Versucht die königliche Blutlinie mit ihrer defekten Gegenwart zu ruinieren."

„Das ist eine Lüge...", hauchte ich, meine Stimme ein gebrochenes, lebloses Flüstern gegen den Boden. „Er hat mich aufgehalten... er war derjenige, der..."

„Schweig!", brüllte Beatrice und trat an die Marmorarbeitsplatte.

Sie griff nach einem Kristallkaraffe mit dunkelrotem Wein, ihre Augen glänzten vor einem erschreckenden, absoluten Hass. Mit langsamer, grausamer Bedächtigkeit neigte Beatrice das Glas direkt über meinen Kopf.

Die schwere, dunkle Flüssigkeit spritzte heftig über meinen Schädel, tropfte über mein Gesicht und durchtränkte die Vorderseite meines weißen Kleides – vermischt mit dem frischen Blut, das aus meinem Rücken sickerte. Es färbte den Stoff in ein tiefes, blutiges Karmesinrot.

„Oh, wie ungeschickt von mir", schnurrte Elena, ihre Stimme triefte vor Spott. „Genieße den Ausblick von dort unten, Kiara. Denn morgen wird dein Leben viel, viel schlimmer. Das war erst der Anfang."

Beatrice beugte sich herunter, ihre Stimme sank zu einem tiefen, tierischen Knurren, das in meiner Brust vibrierte. „Dein Vater ist ein Geist, Kiara. Seine Verbündeten haben seinen Namen längst vergessen, und sein Schutz starb, als sein Herz aufhörte zu schlagen. Solange du in diesem Territorium Atem holst, bist du ein lebendes Denkmal für eine Vergangenheit, die wir zu begraben versuchen.

Wir brauchen eine Methode, dich loszuwerden, die den Ältesten nicht nach Mord aussieht. Etwas, das wie... eine besondere Chance wirkt."

Beatrice griff zum Beistelltisch und nahm einen dicken, mattschwarzem Umschlag auf, der mit einem gezackten silbernen Wachssiegel versehen war.

„Es gibt eine souveräne Festung in den nördlichen Bergen", flüsterte Beatrice, ihre Augen glänzten wie Wintereis. „Ein Friedhof, auf den Alphas geschickt werden, um zu Monstern geschmiedet zu werden. Dorthin schickt der Hohe Rat diejenigen, die zu unberechenbar, zu gebrochen oder zu gewalttätig sind, um in zivilisierten Rudeln zu existieren. Sie nennen es die Alpha-Akademie."

Elena runzelte die Stirn, ihre Brauen zogen sich zusammen. „Aber sie ist ohne Wolf, Mutter. Die Einführungsversuche allein würden einen niedrigrangigen Gestaltwandler töten, geschweige denn einen zerbrechlichen Menschen."

„Genau", murmelte Beatrice, ein langsames, zutiefst grausames Lächeln breitete sich über ihre Züge aus. „Wir werden dem Rudel verkünden, dass wir großzügig ihr Schulgeld finanzieren, um ihr zu helfen, ihre innere Bestie zu finden. Es ist ein wunderschön verpacktes Todesurteil, Elena. Aber auf dem Papier sieht es wie ein königliches Geschenk aus."

Die Küchentür schwang auf, und zwei massive Wachen traten ins Zimmer. Ihre gelben Augen fixierten mich wie Wölfe, die ein verwundetes Kaninchen anpeilen.

„Nehmt sie", befahl Beatrice kalt. „Schafft sie für immer aus meinen Augen. Bringt sie in den Kerker – sie muss eine Lektion lernen."

Die Erinnerung verblasste, als der Transporter in ein massives Schlagloch fuhr und mich heftig gegen die verstärkte Stahlwand schleuderte. Ich spannte meinen Rumpf an, meine gebrochenen Rippen schrien protestierend auf, während ich mich zwang, in dem pechschwarzen Raum aufrecht zu sitzen.

Ich blickte auf meine Hände hinunter. Sie waren klein, wund und zitternd – aber sie waren noch immer meine.

Beatrice wollte, dass ich erfriere. Elena wollte, dass ich verschwinde. Ronan wollte so tun, als hätte ich nie geatmet. Sie alle warteten darauf, dass ich zu einem namenlosen Stück Aas in den Bergen wurde, damit sie ihre makellosen, gestohlenen Leben weiterleben konnten.

„Nein", flüsterte ich in die Dunkelheit, meine Stimme wurde mit jeder Silbe stetig härter und streifte ihre Angst ab.

Ich hob die Hand und berührte das getrocknete, steife Blut an meinem Rücken und den sauren Wein auf meiner Brust. Sie glaubten, ihren Sieg gesichert zu haben, weil sie das Rudel, die Blutlinien und die Krone hielten. Doch sie hatten eine tödliche Wahrheit übersehen.

Das zerbrechliche Dienstmädchen, das nach einem Retter geweint hatte, war auf diesem Küchenboden gestorben. Der Wolf mochte fehlen – aber die Jägerin war soeben erwacht.

„Ich komme zuerst für dich, Beatrice", versprach ich den Schatten des Transporters. „Und dann komme ich für den Rest deines Hofes. Einen nach dem anderen. Bis nichts von deinem perfekten kleinen Königreich übrig bleibt als Asche."

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