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Chapter 4

Author: Liet
last update publish date: 2026-08-15 00:41:14

ALPHA KANES GEMACH — NACHT

Elara erwachte mit einem scharfen, panischen Keuchen.

Ihre Brust hob und senkte sich hektisch, während die Luft brennend in ihre Lungen strömte. Für einen kurzen, schrecklichen Moment wusste sie nicht, wo sie war.

Oder wer sie war.

Dann biss die Kälte in ihre Handflächen.

Glatter Marmor.

Sie lag auf dem Boden.

Nicht im Bett. Nicht kniend.

Ihr Kopf pochte heftig, ein dumpfer Schmerz pulsierte hinter ihren Augen, als sie schluckte und langsam aufsah.

Alpha Kane stand am anderen Ende des Raumes.

Regungslos. Still. Beobachtend.

Er hatte sich keinen Zentimeter bewegt.

Elara schnappte nach Luft.

Sofort zwang sie sich auf die Beine, obwohl sich noch alles in ihr drehte. Hastig senkte sie den Kopf so tief, dass ihre Stirn beinahe den Boden berührte.

„E-Es tut mir leid“, stotterte sie mit zitternder Stimme. „Bitte verzeiht mir, mein Lord.“

Das Schweigen drückte schwer auf sie herab.

„Du bist ohnmächtig geworden“, sagte Kane schließlich.

Seine Stimme war ruhig.

Viel zu ruhig.

„Ich habe dir nicht erlaubt, ohnmächtig zu werden, Elara.“

Sie zuckte allein bei der Erwähnung ihres Namens zusammen.

„Es tut mir leid“, wiederholte sie leise. Ihre Hände zitterten an ihren Seiten. „Es wird nicht wieder vorkommen.“

„Sieh mich an.“

Ihr Herz setzte einen Schlag aus.

Langsam hob sie den Kopf.

Ihre Blicke trafen sich.

Kanes Augen waren scharf, durchdringend — als würde er direkt durch sie hindurchsehen.

Nicht mit Verlangen.

Nicht mit Wut.

Besitzanspruch.

„Du bist jetzt wach“, sagte er ruhig. „Das bedeutet, du bist an Gehorsam gebunden.“

„Ja“, hauchte Elara.

„Steh gerade.“

Ihre Beine protestierten, als sie sich aufrichtete. Ihre Knie fühlten sich weich an, doch sie wagte keine Sekunde zu zögern. Sie stand gerade da, Schultern zurückgezogen, den Blick gesenkt — genau so, wie man es ihr beigebracht hatte.

Kane trat näher.

Mit jedem Schritt veränderte sich die Luft im Raum, bis seine Präsenz alles um sie herum verschluckte. Sie konnte sein Parfum riechen.

„Du weißt, warum du hier bist“, sagte er.

„Ja.“

„Sprich es aus.“

Ihre Kehle zog sich zusammen.

„Ich gehöre Euch“, flüsterte Elara. „Ich bin Eure Sklavin.“

Kanes Blick verdunkelte sich leicht.

„Und?“

Elara schluckte schwer.

„Ich bin… Eure Sexsklavin.“

Die Worte schmeckten bitter und erniedrigend, doch sie sprach sie trotzdem aus.

Das war jetzt ihr Leben.

Leugnung würde alles nur schlimmer machen.

„Gut“, sagte Kane leise.

Er trat langsam um sie herum. Seine Stiefel hallten dumpf über den Marmorboden. Elara blieb vollkommen still, die Hände fest am Stoff ihrer Kleidung verkrampft.

„Du bist kein Mitglied dieses Rudels mehr“, fuhr er fort. „Du besitzt keine Rechte. Keinen Schutz.“

Sie nickte.

„Erwarte keine Freundlichkeit.“

„Ja, mein Lord.“

„Erwarte keine Zuneigung.“

Ihre Brust zog sich schmerzhaft zusammen.

„Ja, mein Lord.“

„Du existierst nur, um jedem meiner Befehle zu gehorchen.“

„Ja, mein Lord.“

Er blieb erneut direkt vor ihr stehen.

„Wenn ich dir einen Befehl gebe“, sagte Kane ruhig, „dann führst du ihn sofort aus. Ohne Zögern. Ohne Widerworte. Ohne erneut ohnmächtig zu werden.“

„Ja, mein Lord.“

Dann fiel das nächste Wort wie eine Klinge.

„Zieh dich aus, Elara.“

Sie schluckte hart.

Angst schoss durch ihren Körper, würgend und erdrückend — doch diesmal lähmte sie sie nicht.

Sie hatte längst den Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gab.

Widerstand würde sie nur weiter erniedrigen.

Langsam senkte sie den Kopf.

„Ja.“

Ihre Finger zitterten, als sie nach dem Saum ihrer Uniform griff.

Langsam begann sie, sich auszuziehen.

Man hatte ihr beigebracht, sich ruhig auszukleiden — nicht hektisch, nicht panisch.

Unterwürfig. Kontrolliert.

Der Stoff glitt langsam über ihre Schultern.

Sorgfältig faltete sie die Uniform zusammen und legte sie ordentlich auf den nahegelegenen Stuhl.

Dann blieb sie stehen.

Nackt.

Entblößt.

Ihre Haut prickelte unter Kanes intensivem Blick, während Scham sie beinahe erstickte. Der Drang, ihren Körper zu bedecken, brannte in ihr — doch sie zwang sich, stillzustehen.

Genau dort, wo er sie haben wollte.

„Ich bin bereit, mein Lord“, sagte sie leise.

Kane antwortete nicht sofort.

Er betrachtete sie einfach nur.

Lange.

„Gut“, sagte er schließlich.

Dann wandte er sich ohne ein weiteres Wort von ihr ab.

„Steig aufs Bett“, befahl er ruhig. „Knie dich hin.“

Elara gehorchte sofort.

Sie stieg auf das große Bett und kniete sich an den Rand, den Rücken gerade, die Hände locker auf ihren Oberschenkeln, den Blick gesenkt.

Hinter sich hörte sie leise Geräusche.

Knöpfe, die geöffnet wurden.

Er zog sich aus.

Will er deshalb, dass ich ihm den Rücken zuwende? dachte sie benommen. Soll ich ihn nicht sehen, so wie er mich sieht?

Seine Bewegungen klangen ruhig.

Nicht hektisch. Nicht aggressiv.

Kontrolliert.

„Das macht dich nicht wichtig“, sagte Kane hinter ihr. „Und es bedeutet nicht, dass du geliebt wirst.“

„Ich verstehe.“

„Das hier ist keine Belohnung.“

„Ja.“

„Du bist nicht hier, um getröstet zu werden.“

Ihre Finger krümmten sich leicht.

„Ja, mein Lord.“

Eine lange Pause entstand.

Dann sprach Kane erneut.

„Du wirst Disziplin lernen.“

„Ja.“

„Du wirst Schweigen lernen.“

„Ja.“

„Du wirst lernen, was von dir erwartet wird… und du wirst diese Erwartungen erfüllen.“

„Das werde ich.“

„Versagen hat Konsequenzen.“

Ihr Herz schlug schmerzhaft gegen ihre Brust.

„Ich verstehe.“

Er trat näher.

„Heb den Kopf.“

Sie gehorchte.

Wieder trafen sich ihre Blicke.

Kanes Gesicht blieb vollkommen unlesbar — kalt, ruhig und unerbittlich.

„Das ist deine erste Nacht“, sagte er. „Blamiere dich kein zweites Mal.“

„Ja, Alpha.“

„Mein Lord, Elara“, korrigierte er sie kalt. „Ich bin nicht dein Alpha.“

Elara nickte sofort.

Kane wandte sich wieder ab.

„Du wirst hier bleiben, bis ich dich berühre“, sagte er ruhig. „Du verlässt diesen Raum nur, wenn ich es erlaube.“

„Ja.“

„Du sprichst nur, wenn du angesprochen wirst.“

„Ja.“

„Du schläfst nur, wenn ich es dir erlaube.“

„Ja, mein Lord.“

Ein einziges Nicken.

Als wäre er zufrieden.

Dann ging er in sein inneres Gemach und schloss die Tür hinter sich.

Elara blieb kniend zurück.

Ihre Knie schmerzten. Ihr Körper zitterte leicht. Ihr Kopf war voller Angst, Scham und Verwirrung.

Doch unter all dem lag etwas noch Schlimmeres.

Akzeptanz.

Tränen brannten in ihren Augen, aber sie ließ keine einzige fallen.

Sie blieb genau dort, wo sie war.

Und wartete…

Darauf, von ihm berührt zu werden.

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