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AUS DER SICHT VON LILA Er unterbrach mich mit einem einzigen Wort. Ich verstummte sofort, als ich seine Stimme härter werden hörte. Die plötzliche Veränderung in seinem Ton ließ mir einen Schauer über den Rücken laufen, und als ich zu seinem Gesicht aufsah, war der Ausdruck, den ich dort sah, völlig anders als zuvor. Seine Züge hatten sich verdunkelt, verzerrt zu etwas Scharfem und Unangenehmem. Die Feindseligkeit war in sein Gesicht geätzt. Als ich ihn das nächste Mal sprechen hörte, wurde es nur schlimmer. „Es ist irritierend, Villions Namen aus deinem Mund zu hören. Wir waren so lange getrennt… Ich hatte nie die Gelegenheit, bei dir zu sein. Jede Möglichkeit wurde mir genommen, weil Villion sich ständig eingemischt hat… Und jetzt, da wir uns endlich wiedersehen nach all dieser Zeit… kannst du mir nicht einmal eine einzige Umarmung geben? Du könntest doch danach einfach duschen, oder?“ Die Förmlichkeit seiner Stimme vertiefte sich, wurde bedrückender. Ohne nachzudenken
AUS DER SICHT VON LILA Die Erkenntnis raubte mir den Atem, Erleichterung überflutete mich in einem plötzlichen Schwall. Doch fast sofort verwandelte sich diese Erleichterung in Alarm. Ich schob die Tür erneut auf, und das Erste, was mich begrüßte, war der kalte, heftige Windstoß, der sich sofort um meinen Körper legte. Er traf meine Haut scharf, trug den Geruch von Regen und das Gewicht eines herannahenden Sturms mit sich. Mein Haar flatterte unkontrollierbar. „Bruno… was machst du hier?“ fragte ich ernst. Meine Augen glitten über ihn, nahmen jedes Detail in sich auf. Sein Haar war leicht feucht, Strähnen klebten an seiner Stirn, als hätte er schon eine ganze Weile im Regen gestanden. Selbst die Schultern seines formellen Jacketts waren sichtbar nass, der dunkle Stoff gezeichnet von ungleichmäßigen Flecken, wo die Tropfen durchgesickert waren. Er sah aus wie jemand, der in Eile gekommen war. Ein enger Knoten bildete sich in meiner Brust. „Du weißt, dass es dir nicht er
AUS DER SICHT VON LILA Er räusperte sich erneut. Die Farbe seines Halses veränderte sich langsam, ein schwaches Erröten kroch über seine Haut. Es vertiefte sich, breitete sich von seinem Hals bis in sein Gesicht aus, bis sogar seine Ohren rot gefärbt waren. Er schluckte schwer. „Ich hätte niemals… erwartet, dass das, was ich von dir sehen und hören durfte, so kostbar sein würde. Ich bin auch froh, dass ich dich glücklich sehen darf, Lila.“ Bevor ich etwas erwidern konnte, trat er einen Schritt näher, verringerte den Abstand zwischen uns. Im nächsten Moment lagen seine Arme bereits um mich, zogen mich in eine zärtliche Umarmung. Ich spürte, wie seine breite Hand sich erneut an meinem Hinterkopf niederließ. Mit einem leichten, sanften Druck führte er mich näher, bis mein Gesicht gegen seine Brust ruhte. Sein Herzschlag pochte stetig unter meiner Wange. „Ich werde alles tun, um dich glücklich zu machen, Lila.“ Meine Wimpern flatterten, mein Blick senkte sich langsam, als würd
AUS DER SICHT VON LILA Ich konnte zunächst nicht sprechen, nachdem ich gesehen hatte, was mich umgab. Meine Augen wanderten ziellos, bewegten sich von einer Ecke zur anderen, unfähig, sich auf ein einziges Bild zu konzentrieren. Es gab so viele Gemälde, dass ich nicht wusste, wo ich anfangen sollte. Auch nur eines auszuwählen, auf das ich mich konzentrieren könnte, schien unmöglich, denn jedes einzelne Werk war erstaunlich schön. Keines verschwand im Hintergrund, jedes zog mühelos Bewunderung auf sich. Die schiere Anzahl der Kunstwerke versetzte mich in Ehrfurcht, meine Sinne kämpften darum, mit der visuellen Pracht Schritt zu halten, die mich umgab. Einige der Gemälde waren in kleinen Rahmen ausgestellt, andere in großen. Die Rahmen selbst hatten verschiedene Formen, jeder sorgfältig gewählt, um das Kunstwerk zu ergänzen, das er umschloss. Jedes Gemälde war hinter Glas geschützt, bewahrte die Farben und Details darin. „Ich habe angefangen, all diese zu machen, seit ich me
AUS DER SICHT VON LILA Am späten Nachmittag kamen Villion und ich schließlich wieder in seiner Villa an. Ehrlich gesagt dachte ich, wir würden viel länger dort bleiben, doch der Himmel hatte sich allmählich verdunkelt. Dichte Wolken sammelten sich über uns, als könnte jederzeit Regen niedergehen. Deshalb beschlossen wir, besser zurückzukehren, bevor das Wetter schlimmer wurde. „Lila, bleib einen Moment hier,“ sagte Villion ruhig, sobald wir eingetreten waren. „Ich muss nur nachsehen, ob Krill und Earl bereits erledigt haben, was ich ihnen zuvor aufgetragen habe.“ Ich wandte mich ihm zu. „Das ist in Ordnung. Ich werde zuerst diese Blumen arrangieren,“ sagte ich fröhlich. Er nickte sofort, bevor er sich abwandte und die Schlafkammer verließ. Das leise Geräusch seiner Schritte verklang, als er hinaustrat, und kurz darauf schloss sich die Tür sanft hinter ihm. Sobald die Tür geschlossen war, ging ich in den Wohnbereich. Ich sammelte die Blumen und begann, jeden Stiel sorgfältig
ALPHA BRUNOS SICHT Aber ich lag falsch. Seine Gier überschattete tatsächlich alles andere. Selbst nachdem ich ihn ordentlich gebeten hatte, nachdem ich ihn mit Höflichkeit angesprochen hatte, verweigerte er mir dennoch. Diese Ablehnung bleibt in meinem Kopf, und jedes Mal, wenn ich daran denke, nährt sie etwas Rastloses und Trotzendes in mir. Je mehr ich darüber nachdenke, desto stärker treibt es mich zur Rebellion, denn vernünftig zu sein, diszipliniert zu bleiben, hat eindeutig nichts gebracht. Anstand hat mich im Stich gelassen. Ich habe die Regeln befolgt. Ich habe Respekt gezeigt. Und doch wurde ich nur mit Zurückweisung konfrontiert. Diese Erkenntnis schärft meinen Entschluss, verhärtet ihn zu etwas weitaus Gefährlicherem als Geduld jemals war. Ich will mit dem Menschen sprechen, nur wir beide. Der Wunsch, sie zu sehen, ist hartnäckig. Und wie ich es bereits in meinem Kopf beschlossen habe, werde ich jedes Mittel nutzen, das ich kenne, um dieses Treffen möglich zu m







