LOGINWiderstehen bedeutet leiden. Gehorchen bedeutet sterben. So oder so, ich brenne.——Lilys Perspektive„Ich bin noch hier. Ich lebe noch", flüsterte ich in den leeren Raum.Plötzlich knarzte die Tür.Ich zuckte zusammen, als hätte das Haus selbst warnend gestöhnt. Meine Augen schossen zum Eingang – und dort stand er. Das Gespenst. Der Albtraum. Der Junge, der meine Mädchenzeit ruiniert hatte.„Nicht mehr lange, Prinzessin", höhnte Chase, seine Stimme getränkt von Spott.Mein Atem stockte in meiner Kehle, aber ich zwang ihn heraus – beständig. „Das werde ich selbst beurteilen", sagte ich und glotzte ihn an, versuchte das Zittern aus meiner Stimme zu halten.Ich dachte, Zeit und Schmerz hätten Mauern in mir gebaut, Festungen. Aber allein ihn wiederzusehen, ließ sie zerfallen. Seine Anwesenheit war wie ein Gestank – eine Krankheit, die sich an den Rändern meiner Haut festklammerte, unter meine Kleider und unter meine Nägel schlüpfte.Er sah schlimmer aus, als ich mich erinnerte.Haar über
Manche Erinnerungen sind zuckerbeschichtete Lügen… andere bluten, wenn man sie berührt.——-Lilys PerspektiveIn dem Moment, als ich auf den Rücksitz des Autos glitt, spürte ich, wie die zerbrechliche Spannung in meiner Wirbelsäule nachgab. Mein Rücken traf das Leder, und ich faltete mich in mich zusammen, eine Hand, die meinen geschwollenen Bauch wiegte, während die andere mein Gesicht vor den Blicken schützte. Die Tränen kamen ohne Zurückhaltung.Der Fahrer warf mir nervös einen Blick durch den Spiegel zu. „Hi", murmelte er, seine Stimme eine Oktave zu hoch.„Fahren Sie", sagte ich, kaum lauter als ein Flüstern. Aber das Gewicht hinter dem Wort musste gereicht haben, denn er nickte und fuhr ohne ein weiteres Wort ab.Die Sonne sank tief hinter die Skyline und warf Gold über mein Gesicht wie eine Verhöhnung der Wärme. Ich wandte mich vom Fenster ab und rollte mich gegen die Tür. Ich brauchte das Glas als Anker, um die Hitze der Demütigung zu kühlen, die unter meiner Haut brannte.Ich
Liebesflüstern, Geheimnisse des Schmerzes.——Lilys PerspektiveWir lagen nebeneinander, einander zugewandt in einer bedrückenden Stille, die sich wie ein Abgrund anfühlte. Mein Kopf ruhte auf einer Hand, die andere lag schlaff auf meinem Oberschenkel. Alex spiegelte mich, eine Hand hinter seinem Kopf, die andere strich zögernd über meine Wange, seine Finger zeichneten langsame Kreise über meine Haut, als versuche er, jeden Zentimeter auswendig zu lernen.Der Raum war schwer von Spannung, so viele ungesagte Worte, Fragen, die in seinen Augen brannten, aber die Luft war schwer vor Zurückhaltung. Keiner von uns wagte, zuerst zu sprechen.Mein Herz war ein Kriegsgebiet. Ich hatte mir von Alex abgeschworen, mir selbst versprochen, ihn und seine Familie für den Schaden bezahlen zu lassen, den sie mir zugefügt hatten. Und doch war ich hier, kaum in der Lage, Abstand von ihm zu halten, nachdem ich ihm meinen Körper gegeben hatte. Ich hatte ihn, aber Gott, es fühlte sich an, als hätte ich mic
Seine Berührung ist wie Feuer, ihr Verlangen unaufhaltsam – diese Nacht gehört ihnen.——Aus Lilys Sicht„So wunderschön“, murmelte er; seine Stimme war voller Begehren, während sein Blick an meinem Körper hinabglitt. „Und was *diese* Muschi angeht …“ Er hielt inne, und seine Lippen krümmten sich zu einem selbstgefälligen, wissenden Lächeln. „Ich könnte dir genau zeigen, wie gut sie noch funktioniert.“Seine Lippen streiften meine – ein flüchtiger Kuss, neckend,sanft und aufreizend. Er entfachte ein Verlangen, das meine Oberschenkel in hilfloser Sehnsucht zusammenpressen ließ.Sein Blick hielt meinen noch einen Moment fest, bevor er sich wieder näherte; sein Mund erkundete mein Gesicht mit ehrfürchtigen Küssen – feucht und warm –, die jeden schlummernden Nerv zum Leben erweckten.Dann wanderte er tiefer.Sein Mund öffnete sich an meinem Hals. Er saugte sanft, dann fester, und hinterließ eine Spur aus Feuer auf meiner Haut. Jeder Kuss hinterließ einen feuchten, warmen Abdruck, während
Schwanger. Gejagt. Und nicht mehr sicher.——Aus Alexanders Sicht Es war sechs Monate her, seit wir erfahren hatten, dass Chase entkommen war. Ein halbes Jahr der Jagd auf Schatten, in dem wir die Harper-Brüder verhörten, bis ihnen das Blut aus jeder Pore sickerte – und doch: nichts. Ich hatte ihnen Rippen zertrümmert, Hände gebrochen, Schädel eingeschlagen. Doch die Bastarde blieben standhaft. Ihr Schweigen war ein Schwur, und ihr Hass auf mich – den Mann, der ihren Cousin getötet hatte – saß tiefer als jede Drohung mit Schmerzen.Sollen sie doch verrotten.Sie waren nicht diejenigen, die am meisten litten. Dieses zweifelhafte Privileg gehörte mir.Mitanzusehen, wie Lily Tag für Tag zerbrach – das war eine Folter, an die meine Feinde nicht heranreichten. Meine starke, eigensinnige Frau war zu einem Schatten ihrer selbst in ihrem eigenen Zuhause geworden. Sie zuckte beim Knarren der Treppe zusammen, schreckte vor Schatten zurück. Sie verließ kaum noch das Obergeschoss.Der Garten, d
Daisy war sein Herz. Jetzt ist ihre Erinnerung ihre Waffe.——-Alexandras Sicht„Ja, ich frage mich, ob du Daisy jemals wirklich geliebt hast."Daisy.Der Name hallte in meinem Kopf wider und ließ meine Bewegungen erstarren. Meine Schultern sackten herab, während ein vertrauter Schmerz sich in meiner Brust zusammenzog. Ich senkte den Kopf und glitt in die Schatten der Erinnerung.Rückblende„Daisy!", rief ich, durchs Haus wandernd. „Wo bist du?"„Hier hinten!", schwebte ihre sanfte Stimme aus dem Garten herüber.Ich stieß die Hintertür auf und trat hinaus aufs Feld. Da war sie, auf einem Hocker sitzend vor einer Leinwand, einen Pinsel in der Hand. Sonnenlicht badete ihre Haut. Ihr langes kastanienbraunes Haar fiel in Wellen über ihren Rücken. Ihr Blumenkleid tanzte im Wind. Sie sah aus wie... eine Erscheinung. Als würde sie nicht zu dieser Welt gehören.„Was malst du?", fragte ich und schlang meine Arme von hinten um sie, während ich ihr ins Ohr flüsterte.Sie drehte sich leicht um un
Gefangen zwischen Vergangenheit und Gegenwart frage ich mich, wo ich wirklich hingehöre.——Ich stand vor dem Spiegel, ein schwarzes Kleid schmiegte sich an meinen Körper, und für einen Moment – fühlte ich mich gut. Es betonte meine Taille, endete knapp über dem Knie und ließ mich … selbstbewusst a
Zu Hause sitzen die Narben am tiefsten——-„Bist du fertig damit, mich zu begrapschen?“ neckte Alex und grinste mit einem dunklen Schimmer in seinen grauen Augen.Meine Hände, die sich während meines tollpatschigen Stolperns offenbar an ihm festgeklammert hatten, flogen weg, als hätte ich mich verb
Der Himmel über Florida hing tief und gezeichnet – ein unnatürliches, geschwollenes Lila, das wie eine offene Wunde in den Horizont blutete. Julis Hitze drückte schwer gegen meine Haut, aber in mir war alles gefroren, spröde, am Zerbrechen.Das letzte Schuljahr war vorbei. Prüfungen geschafft. Absc
Freiheit ist eine Lüge, wenn dein Schicksal bereits besiegelt ist.——Kennst du diese klischeehafte Filmszene, in der jemand nach einem Vorfall aufwacht? Das langsame Flattern der Augenlider, das verschwommene Einblenden des Bewusstseins, Gesprächsfetzen, die kommen und gehen? Manchmal wachen sie m







