LOGIN„Er ist dein Sohn“, sagte ich leise, aber fest. „Und du liebst ihn. Da kenne ich natürlich seinen Namen.“Mehr konnte ich nicht sagen. Die einzige Wahrheit, die ich ihr jetzt anbieten konnte.Aber sie war noch immer verwirrt. Noch immer überrascht. Ihre Augen waren weit aufgerissen, wie bei jemandem, der nicht wusste, ob er weinen oder nach mir greifen sollte. Sie wirkte gefangen zwischen Erleichterung und Herzschmerz.Aber ich war noch wütend. Noch verletzt. Dann drehte ich ihr den Rücken zu, ging zur Tür und öffnete sie mit mehr Kraft als nötig. Die kühle Luft von draußen strömte herein. Aber sie beruhigte mich nicht.„Ich werde zurückkommen“, rief ich, mehr zu mir selbst als zu ihr.Und dann ging ich einfach. Denn wenn ich blieb, war da die Gefahr, dass ich zerbrach. Wenn ich blieb, war da die Gefahr, dass ich etwas sagte, das ich nicht zurücknehmen konnte. Und ich wollte meine Wut nicht an ihr auslassen. Nicht heute Nacht. Nicht jetzt, wo die Wahrheit endlich begann, aufzustei
ASHERAriella lächelte. Sie lächelte wirklich.Ihr Haar steckte hinter einem Ohr. Ihre Hand gestikulierte in der Luft, während sie sprach. Dann lachte sie über etwas, das Maria sagte. Dieses Geräusch … Gott, dieses Geräusch. Ich hörte es früher in meinen Träumen. Ich sehnte mich in der Stille jeder verdammten Nacht danach.Und jetzt war es real. Es war hier. Sie war hier. Fröhlich. Ich erkannte, dass ich sie so behalten wollte. Nicht nur bei mir. So. Fröhlich. Leicht. Unbeschwert. Für immer.Also, obwohl ich herunterkam, um ihr zu sagen, sie sollte ihre Taschen packen, mit mir zurückkommen, in das Leben zurückkehren, das ich für sie plante … wusste ich jetzt, dass sie dort nicht so glücklich war. Dieses Leben war nie ihres. Vielleicht war es nie meines.Aber ich konnte sie auch nicht einfach hierlassen. Vielleicht konnte ich ihr ein paar Tage geben. Sie atmen lassen. Sie leben lassen.Ich öffnete leise die Haustür und trat in die kühle Luft hinaus. Ich schloss sie genauso leise h
ASHERAriella ging nach unten, um mit ihrem Sohn zu Abend zu essen.Ich wollte sie selbstsüchtig bei mir behalten, sie einfach in meine Arme kuscheln und nie wieder loslassen. Aber ich konnte nicht mehr. Ich brachte es nicht über mich, wieder dieser Mann zu sein, der nahm, ohne zu fragen, und sie festhielt, selbst wenn sie weglaufen wollte. Nicht, nachdem ich sah, wie es sich wirklich anfühlte, sie zu verlieren.Ich wollte bei Ariella sein. Wirklich. Ich wollte einfach sie. Und das Verrückte? Ich fühlte mich wegen ihrer Tat nicht einmal mehr so verletzt.War ich noch wütend? Ja. Und es riss mich noch jedes Mal auseinander, wenn ich daran dachte, wie sie rannte, wie sie ging, ohne zurückzublicken, wie sie von einem anderen Mann schwanger wurde und ein Kind bekam, weil sie mich betrog? Ja. Es brannte noch immer wie die Hölle. Das verschwand nicht einfach. Diese Wunde war tief, hässlich und persönlich.Aber ich wollte Ariella.Das änderte sich nie. Ich hörte nie auf, sie zu lieben.
„Vier?“, sagte sie und runzelte die Stirn. „Kommt Christian? Es ist nicht sein Tag.“„Nein“, sagte ich.Ich wusste nicht, ob es der Ton in meiner Stimme war. Aber sie hörte auf, was sie tat, drehte sich zu mir um und kniff die Augen leicht zusammen.„Du kannst Dana nicht einladen. Du weißt, dass das Ärger bedeutet.“„Es ist nicht Dana.“„Oh mein Gott“, stöhnte sie. „Für wie dumm hältst du mich? Na gut. Wer ist es dann? Und bitte sag mir nicht, dass du ein neues Opfer gefunden hast.“„Ein neues Opfer?“, wiederholte ich. Hitze kroch mir den Hals hinauf. „Was meinst du mit einem neuen Opfer?“„Einen weiteren ahnungslosen Mann, der nicht weiß, zu wem du gehörst.“Ich lächelte angespannt und antwortete: „Okay, nur falls du dich fragst … Geh nach oben. Er ist oben. Also hilf mir, Leon im Auge zu behalten, damit er nicht einfach in mein Schlafzimmer platzt. Halte ihn ab jetzt davon fern, ja?“, fauchte ich sie an. Dann drehte ich mich um und ging die Treppe wieder hinauf.Ich wusste n
Ich quiekte und eilte zum Badezimmer. Ich schlug die Tür hinter mir zu. Ashers leises Lachen folgte mir. Meine Wangen brannten. Und das nicht nur vor Verlegenheit. Ich war noch immer von allem mitgenommen. Von Leons kleinem Gesicht voller Freude … von Ashers Lächeln … von der Art, wie mein Körper auf die beste und schlimmste Weise schmerzte.Die Dusche traf mich wie ein Neustart. Dampf kringelte sich um mich, während ich unter dem heißen Wasser stand und die körperlichen Spuren des Nachmittags abwusch. Aber keine der Emotionen verschwand. Ich presste meine Stirn an die kühlen Fliesen und schloss die Augen.Was tat ich da?Wie kam ich von wilden Gliedern und verhedderten Laken hierher? Und jetzt … jetzt musste ich nach unten gehen und durfte nicht zeigen, dass ich voller jeder vorstellbaren Empfindung war.Als ich in frischer Kleidung herauskam, einer einfachen Jeans und einem T-Shirt, fühlte ich mich wieder mehr wie ich selbst. Nicht wie die Version, die am Morgen in seinen Armen w
Wir waren verloren.Verloren in der Leidenschaft.Verloren in der Euphorie.Ich war erschöpft … so völlig aufgelöst. Meine Glieder waren schwer. Meine Gedanken schwebten. Ich glaubte nicht, dass ich jemals so hart war. Oder ob Asher jemals so hart mit mir war. Ich wusste nicht, was es war – ich, er oder beides. Aber ich ritt immer noch auf diesem Hoch. Ich trieb noch immer im Nachhall. Dann hörte ich eine Stimme.Eine entfernte Stimme.„Hallo? Wir sind zu Hause!“Für eine Sekunde dachte ich, es gehörte zu einem Traum. Eine andere Welt, die in diese hier blutete. Dann hörte ich die Stimme, die mich vollends wach machte.„Mama! Wir haben dir Eis gekauft!“Leon. Oh Gott!Meine Augen flogen auf. Ich schoss aufrecht hoch. Asher lag neben mir. Er schlief noch tief und fest, völlig verloren in welcher Welt auch immer er gerade war. Splitternackt. Aber ich war es auch.Panik packte meine Brust. Leon stürmte in mein Zimmer. Und ich wusste nicht, was mich mehr entsetzte: dass Asher hie
Er lächelte langsam, berechnend.„Was auch immer es ist“, murmelte er, „wenn sie es herausfinden. Du kennst die Regeln der Familie.“Seine Augen verdunkelten sich. Er sprach fast flüsternd. „Du bist tot.“Ein Schauder lief mir über den Rücken. Ich zuckte zusammen. Denn ich wusste, dass er die Wah
Ich schüttelte den Kopf. Nein.Wieder und wieder schüttelte ich den Kopf. Ich wollte, dass dieser Moment ein Albtraum war.Doch Asher sah mich nur an. Seine Lippen kräuselten sich zu einem kalten, berechnenden Lächeln. Seine Augen funkelten vor Belustigung. Es war, als genösse er es, wie ich vor i
Ich drehte mich nicht einmal zu der Stimme um. Ich war wie versteinert. Ich hätte es wohl erwarten sollen. Nach allem, was vor Jahren passiert war. Natürlich war er verheiratet. Dachte ich wirklich, dass er sein ganzes Leben lang auf mich warten würde?Aber ich konnte es immer noch nicht glauben. I
Ich kam wieder zu spät zur Arbeit. Es war nicht leicht, mit einem vierjährigen Kind.Heute Morgen wachte Leon krank auf. Er hatte hohes Fieber. Ich konnte ihn weder in die Kita bringen noch ihn einfach allein lassen. Also musste ich meine Nachbarin Tracy um Hilfe bitten. Sie war einverstanden. Ich







