LOGINARIELLALucas Stimme wurde tiefer und bedächtiger. Jedes Wort lag schwer im Raum, als es sich setzte.„Hier geht es nicht mehr um Drohungen. Hier geht es nicht um die Fehler, die wir bereits gemacht haben. Diese Fehler sind bereits geschehen.“Er hielt inne und ließ die Last zwischen uns hängen.„Jetzt geht es ums Überleben. Für dich, für Leon und ja, sogar für Asher.“Ein Knoten zog sich in meiner Brust zusammen, als ich versuchte zu begreifen, was er mir wirklich anbot.„Ich habe einen Weg, dich von ihm fernzuhalten … einen Weg, dafür zu sorgen, dass du überlebst und bei deinem Sohn bleibst.“Ich schluckte schwer. Die Angst in mir wirbelte und wurde schärfer.„Hör mir zu, Ariella“, sagte er und lehnte sich ein wenig vor. Sein Gesicht war ruhig, aber überzeugend. „Ich weiß, wie sehr du Leon beschützen willst, und ich will es auch. Ich liebe den kleinen Kerl, das weißt du.“Er hielt einen Moment inne und fügte dann hinzu: „Ich werde nicht schweigen über das, was ich weiß. Du b
ARIELLALuca war derjenige, der die Stille mit einem scharfen Knall durchbrach.„Was zum Teufel glaubst du eigentlich, was du tust, Ariella?“Ich zuckte zusammen. Ich hatte nicht erwartet, dass er so explodierte. Aber nach einem tiefen Atemzug sah ich ihn direkt an.„Sieh mich nicht an, als wäre das meine Schuld. Das ist alles deine Schuld, Luca. Es ist alles deine Schuld“, antwortete ich.Er lachte. Es war ein bitteres, trockenes Lachen, bei dem es mir kalt über den Rücken lief.„Ist das dein Ernst? Jetzt soll es also meine Schuld sein, dass du Asher anlügst?“Ich schüttelte den Kopf und fasste mich.„Ich bin nicht diejenige, die Asher anlügt. Du bist derjenige, der mich überzeugt hat, dass es in meinem Interesse ist, ihn anzulügen. Und jetzt kennt er die Wahrheit und hasst mich.“Lucas Augen verengten sich. Aber ich sprach weiter.„Wenn du mich von Anfang an die Wahrheit hättest sagen lassen, wäre nichts von alledem passiert. Wenn ich Asher die Wahrheit gleich beim ersten M
ARIELLAMaria sah mich noch immer an. Ihre Augen waren weit, ihr Gesicht voller Verwirrung. Es war wie ein Chemielabor, in das sie geraten war, obwohl sie nur Kunst studierte. Sie verstand nichts von dem, was hier vorging.„Aber … was hat er gesagt?“, fragte sie schließlich.„Na ja, im Grunde gab er mir die Schuld an allem.“„Dir die Schuld an allem?“„In Ordnung? Maria, okay? Hast du die Nachrichten nicht gesehen? Oh mein Gott, warum erzähle ich dir das überhaupt?“ Ich holte tief Luft.„Wie auch immer, Luca ist wütend, weil Asher weg ist und hierherkam. Und nachdem er von Leon erfahren hat, wurde er wütend und ging. Jetzt weiß Luca nicht, wo er ist. Er ist nicht dort … und auch nicht hier. Anscheinend sollte er heute zurückgehen, wovon ich nichts wusste. Dann gibt Luca mir jetzt die Schuld daran, dass Asher verschwunden ist.“„Er ist verschwunden?“„Ah, Maria, könntest du bitte … ich weiß nicht. Kannst du mir einen Kaffee machen oder so? Mach dich nützlich …“„Okay, schon gut
ARIELLAIch bewegte mich nicht von meinem Platz.Ich schlief nicht. Ich driftete nur in kleine Tagträume hinein und wieder heraus, halb schlafend, halb wach. Mein Nacken war steif gegen die Wand gelehnt, meine Arme um meine Beine geschlungen wie das Einzige, was mich zusammenhielt. Ich beobachtete, wie sich das Licht veränderte. Die Nacht wurde zu einem hellen Morgen. Licht sickerte über den Boden und die Wände hinauf. Und ich wartete weiter.Denn ein Teil von mir glaubte noch immer an ihn. Glaubte noch immer an uns. Aber die Wahrheit lag in der Stille.Die Tür öffnete sich nicht.Er kam nicht zurück.Und schließlich war das einzige Geräusch im Haus das leise Knarren des Holzes unter mir, als ich mich auf der Stufe bewegte. Die Last von allem, was wir hatten, allem, was wir verloren hatten, setzte sich in mir fest.Er war gegangen. Und vielleicht würde er diesmal nicht zurückkommen.Ich ging zu meinem Schlafzimmer. Ich war müde von allem, müde vom Weinen, von der Schwere all de
ARIELLAIch sank an der Wand neben der Tür zu Boden. Meine Knie zog ich an die Brust, und ich vergrub meinen Kopf in meinen Armen. Ich wusste nicht, wie lange ich dort saß. Ich war in meinen eigenen Herzschlag gehüllt und in den Schmerz über alles, was ich gerade miterlebte.Aber dann hörte ich es. Ein Klick!Das leise Geräusch der sich öffnenden Tür. Mein Kopf fuhr hoch, und da war er … Asher.Er stand aufrecht im Türrahmen, still und ruhig, und sah auf mich herab. Ich rappelte mich hoch, ohne zu denken, nur reagierend. Aber meine Beine, meine verdammten Beine, wollten nicht funktionieren. Ich schwankte leicht, mein Gleichgewicht geriet für eine Sekunde ins Wanken, und instinktiv erwartete ich, dass er die Hand ausstreckte. Um mich zu stützen. Um etwas zu tun.Er tat es nicht.Seine Hände blieben, wo sie waren. Sie waren an seinen Seiten geballt, die Fäuste in den Stoff seiner Hose gekrallt. Es schien, dass er etwas zurückhielt. Es schien, dass er gegen etwas in sich selbst kämp
ARIELLAIch war im Schlafzimmer. Ich wusste nicht, wie lange … Vielleicht Stunden. Vielleicht Minuten. Die Zeit hatte sich in einen Nebel aus Stille, Nervosität und Angst verwandelt.Ich hatte das Gefühl, vielleicht löste ich mich auf. Vielleicht würde ich jeden Moment den Halt verlieren. Die Ruhe verlieren und den Verstand. Ich begann auf und ab zu gehen. Meine Finger ballten sich und öffneten sich wieder. Meine Zähne mahlten so fest aufeinander, dass ich dachte, sie könnten brechen.Ich konnte nicht stillsitzen. Ich konnte nicht richtig atmen. Und dann hörte ich Schritte.Schritte auf der Treppe. Mein Herz erstarrte. Ich blieb mitten im Schritt stehen. Meine Augen schossen zur Tür. Jede Nervenbahn in meinem Körper erwachte zum Leben. Ich setzte mich auf die Bettkante, versuchte mein Gesicht zu ordnen, versuchte ruhig und gefasst auszusehen. Es schien, dass ich nicht Sekunden von einem Zusammenbruch entfernt gewesen war.Ich wusste nicht, was ich sagen würde. Ich hatte keine Rede
Er lächelte langsam, berechnend.„Was auch immer es ist“, murmelte er, „wenn sie es herausfinden. Du kennst die Regeln der Familie.“Seine Augen verdunkelten sich. Er sprach fast flüsternd. „Du bist tot.“Ein Schauder lief mir über den Rücken. Ich zuckte zusammen. Denn ich wusste, dass er die Wah
Ich schüttelte den Kopf. Nein.Wieder und wieder schüttelte ich den Kopf. Ich wollte, dass dieser Moment ein Albtraum war.Doch Asher sah mich nur an. Seine Lippen kräuselten sich zu einem kalten, berechnenden Lächeln. Seine Augen funkelten vor Belustigung. Es war, als genösse er es, wie ich vor i
Ich drehte mich nicht einmal zu der Stimme um. Ich war wie versteinert. Ich hätte es wohl erwarten sollen. Nach allem, was vor Jahren passiert war. Natürlich war er verheiratet. Dachte ich wirklich, dass er sein ganzes Leben lang auf mich warten würde?Aber ich konnte es immer noch nicht glauben. I
Ich kam wieder zu spät zur Arbeit. Es war nicht leicht, mit einem vierjährigen Kind.Heute Morgen wachte Leon krank auf. Er hatte hohes Fieber. Ich konnte ihn weder in die Kita bringen noch ihn einfach allein lassen. Also musste ich meine Nachbarin Tracy um Hilfe bitten. Sie war einverstanden. Ich







