เข้าสู่ระบบKapitel 54Die Körper wurden noch vor Sonnenaufgang zurückgebracht.Bis dahin war der Wald ungewöhnlich still geworden. Die Verhandlung war irgendwie in Vergessenheit geraten. Kein Vogel war zu hören, nicht einmal der Wind schien es zu wagen, sich zu bewegen.Drei Körper lagen unter dunklen Tüchern – jeder einzelne auf einer eigenen hölzernen Trage.Es war für alle noch immer ein Schock – drei Wölfe, die das Rudel lebend verlassen hatten, die in keinerlei Kampf geraten waren und nun irgendwie tot zurückgekehrt waren …Draven stand am Eingang der Heilerkammer, die Zähne fest aufeinandergepresst und tief in Gedanken versunken, während Yvaine das Tuch vom ersten Wolf zog …Er hatte den Tod schon in mehr Formen gesehen, als er zählen konnte, um sich davon noch leicht erschüttern zu lassen, aber dieser hier beunruhigte ihn sofort.Der Wolf, der dort lag, sah aus, als würde er einfach schlafen … keine Wunde an seiner Kehle, keine Spur von Silber auf seiner Brust, kein Gift an seinem Mund od
Kapitel 53Der RatDraven hörte es, noch bevor sie den Korridor erreichten … Wölfe …Viele von ihnen … in großer Zahl und in ihren jeweiligen Rängen. Alphas, Betas, Krieger und sogar Berater waren dort, und irgendwie konnte er ihre Ränge erkennen, ohne den Saal überhaupt betreten zu haben …Er konnte auch die leisen Schritte und das gedämpfte Murmeln aus dem Ratssaal hören, während sie darauf zugingen.Er war weder nervös noch hatte er Angst vor ihnen – aber er war auch keineswegs stolz auf das, was er getan hatte …Irgendwo unter all diesen Gerüchen lag etwas Schwaches, aber Vertrautes – Zweifel.Sein Kiefer verspannte sich, als ihm klar wurde, warum sie so dachten – ein Alpha hatte fast alle Teile seines eigenen Rudels niedergebrannt, ohne zurückzublicken …Er war erst ein paar Schritte gegangen, als er bemerkte, dass Serina stehen geblieben war …Er ging zurück und sah, wie starr ihre Augen auf die große Tür gerichtet waren.An ihrem Gesichtsausdruck erkannte er, dass sie keine Ang
Kapitel AchtzehnDas Opfer, das er nicht geben durfteDie Stille hielt drei Tage an.Nicht ununterbrochen — sie kam und ging wie eine Flut, die sich zurückzog und wiederkehrte, jedes Mal ein wenig länger fort als zuvor. Vera hatte gelernt, die Momente zu zählen, in denen die Bindung in ihrer Brust einfach verstummte, ein kalter, leerer Raum, wo einst ein zweiter Herzschlag gewesen war. Sie sagte niemandem, wie sehr sie diese Stille fürchtete. Sie hatte sechs Jahre lang gelernt, Angst zu katalogisieren wie eine klinische Beobachtung, und sie tat es jetzt wieder, mit der gleichen kalten Präzision, mit der sie einst ihre eigenen Vitalwerte auf einem Monitor überwacht hatte, dem sie längst nicht mehr traute.Soren spürte, dass etwas nicht stimmte, auch wenn niemand es ihm direkt gesagt hatte. Kinder besaßen diese besondere, unbequeme Gabe, Wahrheiten aufzuspüren, die Erwachsene sorgfältig zu verbergen versuchten. Er hatte begonnen, abends länger als sonst wach zu bleiben, seine kleine Han
KAPITEL 51Das Erbe der VäterKellan Vask kam nicht mit einer Armee.Er kam allein, zu Fuß, an einem grauen Nachmittag, drei Tage nachdem Darius' Bote mit der Nachricht von der neuen Allianz eingetroffen war — und die Wachen an den Grenzen von Blood Moon meldeten seine Ankunft nicht als Bedrohung, sondern mit einer Verwirrung, die Draven sofort misstrauisch machte."Er hat um nichts gebeten außer einem Gespräch", berichtete der Wachhabende, sein Gesicht unsicher. "Er trägt keine Waffen. Er kam nicht einmal mit erhobenen Fäusten. Er... er hat einfach gewartet. Am Rand unseres Territoriums. Stundenlang. Bis wir ihn hereinbaten."Draven fand ihn im äußeren Garten, dort, wo die Trümmer des Angriffs noch immer aufgehäuft lagen, unaufgeräumt, ein stummes Zeugnis dessen, was Malrics Botschaft gekostet hatte. Kellan Vask stand zwischen den Trümmern mit einer seltsamen Stille, als würde er nicht die Zerstörung betrachten, sondern etwas viel Älteres, das nur er sehen konnte.Er war nicht, was D
KAPITEL 50Was die Nekropole nahmDie Decke der Kammer riss auf, als würde die Welt selbst nach ihnen greifen wollen."Wir müssen hier raus — jetzt!" Yvaines Stimme, heiser vor Schmerz, aber klar genug, um durch das Grollen der einstürzenden Steine zu dringen. Sie stützte sich gegen die Wand, ihre verwundete Schulter nur notdürftig verbunden, ihr Gesicht bleich, aber ihre Augen scharf, wach, kalkulierend, wie immer, selbst jetzt.Draven zog Serina hoch, ihre Beine noch immer zitternd unter ihr, ihr Körper noch immer erschöpft von einem Kampf, den kein Muskel, keine Klinge geführt hatte, sondern etwas viel Tieferes. "Kannst du laufen?""Ich kann laufen." Ihre Stimme war fest, trotz allem, ihr Kinn hoch, dieser vertraute Trotz, der ihn immer wieder daran erinnerte, warum er sich in sie verliebt hatte. "Ich bin nicht aus Glas gemacht, Draven."Ein weiteres Stück Decke stürzte krachend zu Boden, nur Meter von ihnen entfernt, eine Staubwolke aus zermahlenem Knochen aufwirbelnd, die die ges
KAPITEL 49Die zwei StimmenEs gibt keinen Ort, an den man flieht, wenn der Feind bereits im eigenen Blut wohnt.Ich weiß das jetzt, in diesem Moment, der sich anfühlt wie ein Ertrinken ohne Wasser — irgendwo tief in mir selbst, eingeschlossen in einer Dunkelheit, die nicht ganz Dunkelheit ist, sondern eher wie das Innere eines geschlossenen Auges, rot durchzogen von Adern aus Licht, die pulsieren wie ein zweites Herz.Draven. Ich klammere mich an das Wort, an seinen Namen, wie an ein Seil über einem Abgrund.Die Stimme, die mich umgibt, ist überall und nirgends, warm auf eine Weise, die mich frösteln lässt, mütterlich auf eine Weise, die keine Mutter je sein sollte.Du kämpfst noch immer."Verschwinde aus mir." Meine eigene Stimme klingt fremd hier drinnen, dünn, verzweifelt, wie ein Kind, das im Dunkeln schreit.Ich kann nicht verschwinden, Kleines. Ich bin nicht gekommen, um zu verschwinden. Ich bin gekommen, um zu bleiben.Ich stelle mir vor, dass ich mich umdrehe, obwohl ich kein
Das TierDer Raum war so groß wie mein gesamtes Leben vor dieser Nacht.Decken so hoch, dass das Kerzenlicht aufgab, bevor es sie erreichte. Dunkles geschnitztes Holz auf jeder Fläche. Ein Bett, das in der Mitte des Raumes stand wie ein Thron, der sich entschieden hatte, sich hinzulegen. Alles in d
KAPITEL VIERDas TerritoriumEinen Moment war ich im Wald.Im nächsten nicht mehr.Ich weiß nicht, wann er aufgehört hat zu gehen, oder wann die Bäume endeten, oder wann sich der Boden unter meinen Füßen von Erde in etwas Älteres verwandelt hat. Ich blickte auf — und es war einfach da.Schwarzer St
KAPITEL DREIDer VertragEr verharrte lange in dieser Position.Hand an meiner Kehle. Zähne an meinem Hals. Augen, die diesen gold-roten Krieg sechs Zoll von meinem Gesicht entfernt führten. Ich hatte aufgehört, auf irgendeine nützliche Weise zu atmen, und mein Puls hämmerte gegen seinen Daumen, un
KAPITEL ZWEILaufIch war noch im Korridor, als ich ihre Stimme hörte.Nicht Dereks. Ihre.Ich hatte die Geschenkschachtel in einer Hand und acht Monate meines Lebens in Trümmern hinter mir auf dem Boden, und ich ging — einfach ging, den Kopf gesenkt, einen Fuß vor den anderen — als Simaira aus dem







