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Wild

Author: Okus
last update publish date: 2026-07-17 22:40:38

KAPITEL 26

Wild

Drei Tage.

Drei Tage, in denen ich meinen Stuhl bis ans andere Ende des Tisches zerrte, hart genug, um Kratzer in den Boden zu reißen. Drei Tage, in denen ich dem Personal sagte, sie sollten meinen Teller wegstellen, „damit ich ihn nicht riechen muss". Drei Tage, in denen ich mich in dem Moment, in dem er einen Raum betrat, abwandte und stattdessen jedem Diener, der zufällig in der Nähe stand, zugurrte, als wären sie die einzig interessanten Wesen, die in diesem Haus voller Mons
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    Kapitel: Das Blut, das nicht aufhörtSzene 1: Der zweite TropfenDas Blut hörte nicht auf.Das war es, was niemand in der Halle laut auszusprechen wagte. Es tropfte nun schon zu lange, dick und langsam, von Serinas Kinn, von ihren Fingern, vom Saum ihres zerrissenen Kleides, und es hätte längst aufhören müssen. Eine Wunde hörte auf. Ein Wolf heilte. Das war das Gesetz ihres Blutes, älter als das Rudel selbst. Doch Serinas Blut hörte nicht auf, und jeder, der erstarrt in dieser fackelbeleuchteten Halle stand, verstand bis ins Mark, was das bedeutete.Ihre Lippen waren von blass zu einem gequetschten, schwärzlichen Violett übergegangen, an den Rändern rissig wie altes, abblätterndes Lack. Jeder Atemzug rasselte feucht und flach, ein Klang wie etwas, das langsam auf trockenem Land ertrinkt. Ihr Kopf sank gegen die geschnitzte Armlehne des Throns, und als sie ihn hob, kostete selbst diese kleine Bewegung sie alles — ihre Augen rollten für einen Herzschlag lang weiß, ehe sie ihn wiederfand

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    KAPITEL 33Der Preis der WahrheitIch erwachte zum zweiten Mal in derselben Nacht, aber dieses Mal war es anders. Kein Nebel. Kein Flackern zwischen Bewusstsein und Dunkelheit. Nur Schmerz, dumpf und tief in meiner Schulter, und das Gewicht von allem, was geschehen war, das sich langsam auf meine Brust setzte, wie ein Stein, der endlich zur Ruhe kam.Yvaine wechselte meinen Verband mit ruhigen, geübten Händen. "Das Silber hat Spuren hinterlassen", sagte sie, ohne aufzusehen. "Nichts, was dich umbringen wird. Aber du wirst diese Narbe dein Leben lang tragen, Luna. Und manchmal, bei Kälte, wird sie schmerzen.""Ein Andenken", murmelte ich."Ein Andenken." Sie band den letzten Knoten fest. "An einen Mann, der bereit war, alles zu verbrennen, um dich zu behalten."Ich dachte an den Wächter. An sein Gesicht, das ich kaum gesehen hatte, bevor Dravens Klauen sein Leben beendeten. Ich hatte nicht einmal seinen Namen gekannt. Jemand hatte ihn gekannt. Jemand würde um ihn trauern, während ich h

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