LOGINJax’ SichtDer metallische Geruch von Blut erfüllte die Luft, dicht und süßlich. Ich stand über ihm, meine Brust hob und senkte sich schwer, während das Adrenalin noch immer wie flüssiges Feuer durch meine Adern floss. Mein Erzfeind lag mir zu Füßen, ein gebrochenes Wrack von einem Mann, der versucht hatte, mir alles zu nehmen. Sein Atem stockte in seiner Kehle, ein feuchtes, röchelndes Geräusch, das das Ende ankündigte.Ich senkte meine Waffe, der kalte Stahl lag schwer in meiner Hand. „Es ist vorbei“, brachte ich rau hervor, und meine Stimme klang fremd in meinen eigenen Ohren. „Ich werde dir nicht den Rest geben. Nicht so. Geh einfach.“Ich drehte ihm den Rücken zu, eine Geste der Gnade, von der ich nicht sicher war, ob er sie verdiente, die ich aber für meine eigene Seele brauchte.„Jax, pass auf!“Dares Stimme durchbrach die Stille. Ich wirbelte herum, genau in dem Moment, als ein silbernes Blitzen durch die Luft schnitt. Mein Erzfeind war nach vorn geschnellt, ein verborgenes Me
Maddies SichtDas schwere, rhythmische Dröhnen von Trommeln begann durch die Lagerhalle zu hallen, und die Vibrationen ließen meine Zähne klappern. Es war ein urwüchsiger, stetiger Takt – der Klang der Blutlust des Rudels, in Musik gegossen. Der Stellvertreter, der Mann, der mein Schatten und mein Boss gewesen war, trat an die Linie. Er sah auf den Bogen in meinen zitternden Händen und dann mit einem süffisanten Lächeln, das seine kalten Augen nicht erreichte, zurück zu mir.„Ladies first, Maddie“, sagte er, seine Stimme glatt und spöttisch. „Geh schon vor. Gib der Menge etwas zum Lachen, bevor ich das hier beende.“Ich packte das Mittelstück fester und spürte, wie der Schweiß meine Handflächen rutschig machte. Ich zwang mich dazu, mich klein zu machen, zögerlich zu wirken. „Nein“, flüsterte ich und räusperte mich dann, damit die anderen es hören konnten. „Ich … ich habe nicht so viel Übung mit dem Bogen wie du. Ich bin keine Jägerin wie der Rest von euch.“Er zog eine Augenbraue hoch
Maddies SichtDer Anführer des Rudels, ein Mann mit Schultern wie ein Berg und Augen, die das kalte Gewicht eines Raubtiers in sich trugen, trat auf mich zu. Er sah amüsiert aus, und seine Lippen verzogen sich zu einem schiefen, kantigen Lächeln, das seine Augen nicht erreichte. „Du redest im Kreis, Mädchen. Wenn du willst, dass wir mit unserem Spielchen aufhören, solltest du mehr zu bieten haben als Betteln. Also, raus mit dem Deal, den du anbieten willst. Mach es interessant.“Ich schluckte schwer, meine Finger zuckten an meinen Oberschenkeln. Ich sah mich in dem Kreis aus Wölfen um, der uns umgab; ihre Präsenz war eine erstickende Wand aus Muskeln und Leder. „Ich will einen fairen Handel“, sagte ich, meine Stimme fester, als ich mich fühlte. „Einen Bogenschießwettbewerb. So regeln wir das. Du wählst deinen besten Bogenschützen aus, der gegen mich antritt. Ein Ziel, ein Schuss. Der Sieger bekommt alles.“Der Anführer hielt inne und legte den Kopf schief. Ein paar der Männer hinter i
Rooks SichtIch fixierte Silas’ Hinterkopf und beobachtete, wie seine Schultern unter seiner Lederjacke zuckten. Jax’ Befehl hallte in meinem Kopf wie ein tiefes Summen wider: Pass auf ihn auf, Rook. Lass ihn nicht aus den Augen. Irgendetwas stimmt nicht.Jax war nicht paranoid, was bedeutete, dass das, was er heute Morgen gesehen hatte, von Bedeutung war. Während wir mit unseren Motorrädern durch das Industriegebiet kurvten, das vom Hafen wegführte, wurde Silas’ Fahrweise immer unberechenbarer. Er schlingerte leicht, seine Hände umklammerten den Lenker krampfhaft.„Du starrst, Rook“, blaffte Silas über Funk, seine Stimme klang, als wäre sie über Schotter gezogen worden. „Augen auf die Straße, nicht auf meinen Hintern.“„Ich wollte nur deinen toten Winkel überprüfen, Silas“, log ich, meine Stimme ruhig und frei von der Anspannung, die sich in meinem Magen zusammenzog. „Du nimmst die Kurven etwas zu weit. Ich will nicht, dass du den Bordstein touchierst, bevor wir sie finden.“„Alles g
Jax’ SichtIch klappte den Seitenständer meines Motorrads aus. Das verstummende Knurren des Motors hallte vom feuchten Beton der Gasse wider. Ich zog meinen Helm ab, die kühle Nachtluft streifte meine verschwitzte Haut, und sah den Mann an, der drei Meter entfernt stand. Er trug die Farben der Hellhound Saints. Die Lederweste war steif und neu, aber ich erkannte das Gesicht unter dem Schmutz und dem Hass.Ich konnte nicht anders. Ein trockenes, dunkles Lachen entfuhr mir, als ich den Kopf schüttelte.„Von allen Leuten, die sie hätten schicken können, um mir den Weg zu versperren“, sagte ich und lehnte mich gegen den Sitz meines Motorrads. „Caleb. Du warst wohl beschäftigt, was?“Caleb lachte nicht. Sein Kiefer war angespannt, seine Hände schwebten nahe dem taktischen Messer an seinem Gürtel. „Tu nicht so, als wären wir alte Freunde, Jax. Das ist schon lange vorbei. Du und dein Rudel … ihr habt mir den Rücken gekehrt, als ich euch am meisten brauchte. Ihr habt mich buchstäblich den Wöl
Maddies SichtDie Luft in der Lagerhalle war erfüllt vom Geruch feuchten Betons und dem metallischen Beigeschmack des Verrats. Ich stand wie angewurzelt da, mein Blick huschte zwischen den zersplitterten Gruppen vor mir hin und her. Es wirkte unbeholfen – ein unübersichtliches, chaotisches Durcheinander wechselnder Loyalitäten –, aber insgeheim spielte mir der Anblick in die Karten.Scarlet, die sich noch vor wenigen Minuten in ihrer scheinbar unantastbaren Autorität gesonnt hatte, schrie nun die Männer an, die sie ihre Verstärkung genannt hatte. Sie hörten ihr nicht mehr zu. Sie sahen einfach durch sie hindurch.„Was soll das heißen, ihr bewegt euch nicht?“, kreischte Scarlet mit sich überschlagender Stimme, als sie auf einen Mann mit einer gezackten Narbe auf der Nase zuging. „Ich habe euch gesagt, ihr sollt sie packen! Ich habe euch gesagt, ihr sollt das hier beenden!“Der Mann zuckte nicht einmal mit der Wimper. Er sah den großen, breitschultrigen Mann an, der mitten im Raum stand







