LOGINNORAS PERSPEKTIVEIch stand wie erstarrt in der Mitte von Lucians Gemächern, während Gretas Worte noch immer in der Luft hingen, und ich konnte weder sprechen noch mich bewegen noch atmen.Entscheide dich. Ich oder er.Ich sah sie an, sah die Tränen, die über ihre Wangen liefen, sah den Schmerz in ihren Augen, und ich spürte, wie mein Herz in Millionen Stücke zerbrach. Sie war meine beste Freundin, meine Vertraute, die Frau, die mich in ihrem Zuhause aufgenommen und wie ein Familienmitglied behandelt hatte. Und ich hatte sie auf die schlimmste Art und Weise verraten.„Greta“, flüsterte ich mit brüchiger Stimme. „Bitte tu das nicht. Bitte zwing mich nicht, mich zu entscheiden.“Sie schüttelte langsam den Kopf, und weitere Tränen liefen ihr über die Wangen. „Du hast mich dazu gebracht, Nora. Du hast diese Entscheidung getroffen, als du beschlossen hast, mich anzulügen, hinter meinem Rücken herumzuschleichen und mir das Einzige wegzunehmen, was ich mir je gewünscht habe.“„Das war nicht
NORAS PERSPEKTIVEIch ging durch den Palast, das Herz pochte mir in der Brust und meine Hände zitterten an meinen Seiten, und ich erlaubte mir nicht, darüber nachzudenken, was ich gleich tun würde.Ich hatte meine Entscheidung getroffen. Ich hatte mich für Lucian entschieden. Und jetzt musste ich es ihm sagen, bevor ich den Mut verlor.Ich überlegte mir, was ich sagen würde, wenn ich ihn sah. Ich würde mich dafür entschuldigen, dass ich ihn von mir gestoßen hatte, dass ich meine Versprechen gebrochen hatte, dass ich so viel Angst gehabt hatte, dass ich ihn immer wieder verletzt hatte. Ich würde ihm sagen, dass ich ihn liebte, dass ich nicht mehr weglaufen wollte, dass ich für uns kämpfen wollte.Ich erreichte seine Tür, atmete tief durch und klopfte dann an.Die Tür öffnete sich, und Lucian stand da; seine silbergrauen Augen weiteten sich vor Überraschung, als er mich sah.„Nora“, sagte er leise. „Was machst du hier?“Ich sah ihn an, sein müdes Gesicht und seine traurigen Augen, und i
GRETAS PERSPEKTIVEIch stand vor dem Spiegel in meinen Gemächern, hielt zwei Kleider in den Händen und versuchte zu entscheiden, welches davon Lucians Augen zum Leuchten bringen würde, wenn er mich sah.Das smaragdgrüne brachte die Farbe meiner Augen besonders gut zur Geltung, aber das tiefburgunderrote ließ meine Haut strahlen. Ich hielt beide hoch, drehte mich hin und her, und ich konnte das Lächeln nicht unterdrücken, das sich immer weiter auf meinem Gesicht ausbreitete.Der heutige Abend würde perfekt werden. Der Tisch war gedeckt, die Kerzen standen bereit, der Wein war ausgesucht. Und Nora, meine liebe Freundin Nora, hatte mir bei jedem Detail geholfen. Sie war so geduldig, so freundlich und so unterstützend gewesen. Ich wusste nicht, was ich ohne sie getan hätte.Schließlich entschied ich mich für das burgunderrote Kleid und legte es sorgfältig auf das Bett, dann ging ich zu meinem Schminktisch und begann, meine Haare zu richten. Ich übte mein Lächeln vor dem Spiegel – das Läch
NORAS PERSPEKTIVEIch stand mit Greta im Speisesaal und arrangierte Blumen auf dem langen Tisch, und ich fühlte mich, als würde ich innerlich sterben.Die Kerzen brannten, das Besteck war poliert, und der Raum duftete nach frischen Rosen und gebratenem Fleisch. Alles war perfekt, alles war genau so, wie Greta es sich gewünscht hatte, und ich hatte ihr dabei geholfen, es so zu gestalten.Ich beobachtete sie, wie sie um den Tisch herumging, hier eine Kerze zurechtrückte, dort eine Gabel ausrichtete, ihr Gesicht strahlte vor Aufregung. Sie war so glücklich, so voller Hoffnung, und sie glaubte fest daran, dass heute Abend der Abend sein würde, an dem Lucian sie endlich sehen würde. Und ich hatte ihr geholfen, daran zu glauben.„Das wird perfekt“, sagte Greta, als sie einen Schritt zurücktrat, um den Tisch zu bewundern. „Lucian wird hereinkommen, und die Kerzen werden leuchten, und der Wein wird eingeschenkt sein, und er wird mich endlich sehen. Er wird endlich sehen, was die ganze Zeit di
LUCIANS PERSPEKTIVEIch ging von ihr weg, das Herz bis zum Hals und die Hände an den Seiten zu Fäusten geballt, und ich schaute nicht zurück.Ich konnte nicht zurückblicken. Wenn ich zurückblickte, würde ich ihr Gesicht sehen, und ich würde schwach werden. Ich würde zu ihr zurückkehren, ich würde sie anflehen, ich würde alles tun, damit sie sich für mich entscheidet. Und ich hatte es satt, zu betteln.Das dachte ich zumindest.Die Worte hallten in meinem Kopf wider, bitter und scharf. Ich hatte ihr jede Chance gegeben. Ich war ihr durch den ganzen Palast hinterhergelaufen. Ich hatte sie geküsst. Ich hatte ihr gesagt, dass ich sie liebte. Und dennoch konnte sie sich nicht für mich entscheiden.Ich schritt mit langen, schnellen Schritten durch den Palast und ignorierte die Diener, die sich vor mir verneigten, wenn ich an ihnen vorbeiging. Ich wollte niemanden sehen. Ich wollte mit niemandem sprechen. Ich wollte einfach nur allein sein mit meiner Wut und meinem Schmerz.Ich erreichte mei
NORAS PERSPEKTIVEIch verließ den Speisesaal mit einem Lächeln im Gesicht und einem Stich im Herzen, und ich wusste nicht, wie lange ich diese Fassade noch aufrechterhalten konnte.Greta war heute Morgen so glücklich gewesen. Sie hatte von Lucian gesprochen, von ihren Plänen, von ihren Hoffnungen. Sie hatte mir gesagt, dass sie glaubte, eine Chance bei ihm zu haben. Sie hatte mir dafür gedankt, dass ich so eine gute Freundin war.Und ich hatte dort gesessen, gelächelt und genickt, während ich sie direkt ins Gesicht belog.Ich ging durch den Palast, meine Schritte waren schnell und verzweifelt, und ich spürte, wie die Schuld wie eine physische Last auf mir lastete. Ich hatte Lucian versprochen, nicht mehr davonzulaufen. Ich hatte ihm versprochen, Greta die Wahrheit zu sagen. Aber ich hatte es nicht getan. Ich hatte ihr gegenüber gesessen, ihr in die Augen gesehen und gelogen.Ich konnte es nicht tun. Ich konnte ihr nicht das Herz brechen.Aber ich konnte auch nicht weiter lügen. Ich ko







