LOGINPOV: CatherineDer Borman’s Club liegt mitten im Herzen der Stadt, im Untergeschoss eines riesigen Einkaufszentrums, und der Eingang erfolgt über die Hintertür. Einmal in den Gängen mit den aggressiven Neonfarben angekommen, bin ich froh, dass Damian und ich getrennt von den anderen Gästen geführt werden, die noch im Innenhof warten, um einzeln eingelassen zu werden. Diese laute, überwiegend männliche Menge ist ziemlich unangenehm.Die Bodyguards führen uns zu Bormanns Büro – wenn man das so nennen kann, denn sein Arbeitsplatz befindet sich auf einem provisorischen Balkon hinter einer getönten Glasscheibe, von wo aus er die tanzende Menge unsichtbar beobachtet. Kaum haben wir die Schwelle überschritten, geht Bormann mit ausgebreiteten Armen auf Damian zu und wirft mir einen kurzen Blick zu. Er tut nicht so, als würde er mich nicht erkennen, aber meine Anwesenheit scheint ihn auch nicht sonderlich zu überraschen.„Was für ein wunderbares Wiedersehen!“, sagt er fröhlich.Während sich di
POV: Catherine Die Berührung, die mich aufweckt, ist wie ein Windhauch auf meiner Haut. Ich reiße die Augen auf und erblicke sofort ein tiefes Blau. Damians Gesicht beugt sich über mich, sein Blick ist aufmerksam, aber von Begehren erfüllt. Ich blinzle langsam, ein Lächeln stiehlt sich auf meine Lippen. Damian lächelt zurück und verwandelt sich für einen Moment von einem ernsten Mann in ein Kunstwerk. Der frühmorgendliche Gesang der Vögel spricht für uns beide, vermischt mit dem Lärm von draußen. Doch Worte sind überflüssig: Gestern haben wir uns alles gesagt, einander endlich vertraut, unsere Herzen geöffnet und diese verstörende Wahrheit akzeptiert, die wir teilen. Schließlich können weder er noch ich uns vorwerfen, fehlerfrei gehandelt zu haben. Und mal ehrlich, wer kann das schon? Niemand auf der Welt kann behaupten, niemals auch nur den kleinsten Fehler begangen zu haben. Ich streichle Damians Gesicht, lasse meine Finger über seine Wange gleiten, dann weiter zu seinem Hals u
POV: Catherine Ich spüre seinen kraftvollen Körper wie einen Schutzschild, der mich vor allem Übel der Welt bewahrt. Ich genieße die Wärme, die von Damian ausgeht. Sie verbrennt mich nicht; im Gegenteil, sie wärmt die Kälte in meinem Inneren und verwandelt den Sturm in eine tröstliche Ruhe. Ich schließe meinen Mann in die Arme, rücke noch näher an ihn heran, bis kein Abstand mehr zwischen uns ist. Damian hingegen weicht leicht zurück, streift mein Kinn mit den Fingerspitzen und blickt mir mit einer seltsamen Selbstverständlichkeit direkt in die Augen, als hätten seine Worte die letzten Riegel gesprengt, die mich daran hinderten, die Tür zu öffnen. Seine Augen haben sich verdunkelt; sie sind nicht mehr nur blau, sondern ein tobendes Gewässer, in dem ich ertrinken möchte. Ich habe eine Wahl getroffen, und er hat sie akzeptiert. Mein Schritt nach vorn, jedes meiner Worte hat die Verbote aufgehoben. Ich möchte glauben, dass Damian sich nicht für das bestraft, was mir widerfahren is
POV: DamianDas Haus bebt unter dem Knallen von Catherines Zimmertür. Sie hat sich eingeredet, dass ich mich vor ihr ekele, wenn ich sie berühre. Sie glaubt, dass ich sie nicht begehre und sie wegen dem, was Damon ihr angetan hat, nicht mehr als Frau sehe. Aber die Wahrheit ist, dass ich selbst nicht weiß, warum ich innegehalten habe, warum ich gesagt habe, dass ich ihren Schmerz nicht lindern will …Das war nicht ich, wirklich nicht.Sie hat die Wahrheit akzeptiert: Sie musste leiden, während ich tatenlos zusah und mich totstellte. Sie hat akzeptiert, als Köder zu dienen. Sie hat den Horror in dem Haus meines Bruders viel länger ertragen als ich. Aber sie weiß nicht, dass ich dieses Monster erschaffen habe. Sie weiß nicht, dass sie durch meine Schuld in diesen Albtraum gestürzt wurde – aus unzähligen Gründen. Und auch wenn ich sie unbedingt wieder berühren möchte, auch wenn mein Körper vor Verlangen brennt, dieses Mädchen in meine Arme zu schließen, sie zu beruhigen und ihr zu zeigen
POV: CatherineMein Unterbewusstsein schreit. Aus irgendeinem Grund bin ich mir absolut sicher, dass diese Narben von Damon stammen. Aus irgendeinem Grund besteht kein Zweifel daran, dass nur er eine so niederträchtige Seele besitzt, um dem Körper seines eigenen Bruders so etwas anzutun, ohne sich auch nur im Geringsten darum zu scheren, was er seinem eigenen Bruder antut. Damian dreht sich langsam um, ohne sich seiner unregelmäßigen Narben zu schämen, die seinen Körper fast vollständig bedecken. Sein Rücken und seine Brust sind entstellt. Die Wunden sind verheilt, haben aber unauslöschliche Spuren hinterlassen.„Catherine?“, fragt er und zieht fragend die Augenbrauen hoch, offensichtlich nicht damit rechnend, mich hier zu sehen.„Hallo“, stammle ich, da ich nicht weiß, was ich sonst sagen soll.Anders als Damian weiß ich nicht, wie ich mich verhalten soll. Ich starre ihn an, als sähe ich ihn zum ersten Mal. Mein Blick gleitet von seiner Brust zu seinem Gesicht und wieder zurück, verw
POV : Catherine Meine Augen schließen sich von selbst. Damians Stimme streift mein Ohr und lässt mich erzittern – hin- und hergerissen zwischen dem gierigen Verlangen, mich an einen starken Körper zu klammern, und der verstandeslosen Angst zu fliehen, so weit wie möglich fortzulaufen, schneller, bis ans Ende der Welt. Ich zittere leicht, während ich seiner Stimme lausche; mein Bewusstsein ist überall und nirgends zugleich. Der Duft des Meeres und von Damian verwirrt meinen Verstand, die Wärme der Sonne und die Kraft seiner Berührung bringen mich aus der Fassung. Ich verliere mich in meinen Empfindungen und meiner Angst, denn noch immer stehe ich am Scheideweg zwischen dem Erlebten und der Realität. Seine Finger streifen fast unmerklich meinen Nacken, gleiten schwerelos zu meinem Rücken hinab, verfangen sich in meinem Haar und dem Stoff meiner Bluse. Ich halte den Atem an. Mein Herz klopft wie wild, schnürt mir die Kehle zu, aber ich habe keine Angst. Endlich habe ich nicht mehr das Ge







