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Zwei Tage

Penulis: Rose vale
last update Tanggal publikasi: 2026-11-02 07:12:38

Es regnete am Morgen des zwölften Tages.

Der Regen fiel in einer gleichmäßigen grauen Schicht gegen die Fenster von Lyras Zimmern und verwandelte die Bäume dahinter in dunkle, verschwommene Formen. Sie verfolgte die Patrouillen an der gelegentlichen Bewegung zwischen den Stämmen, bis selbst das im Wetter verschwand. Das Haus fühlte sich kleiner an. Der Schall trug anders im Regen – entfernte Schritte, Stimmen, die zu leisen Murmeln wurden, die sich nie ganz zu Worten formten.

Sie zählte die Stu
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  • Blut der Vergessenen   Nach dem Zusammenstoß

    Das Haus schlief nicht, nachdem die östliche Wache ruhig geworden war.In den unteren Gängen blieben die Lampen brennen. Wachen gingen zu zweit, prüften Schlösser und Fenster, die bereits kontrolliert worden waren. Der Geruch von nasser Erde und Blut haftete an den Männern, die gekämpft hatten, und verblasste nur langsam, während sie Waffen reinigten und kleinere Schnitte neu verbanden.Alexander blieb an der östlichen Linie, bis der Nebel sich vollständig gehoben hatte und das erste graue Licht eine leere Baumreihe zeigte. Keine neuen Spuren. Kein anhaltender Geruch, der stark genug gewesen wäre, um ihm zu folgen. Die Frau und was von ihren Leuten übrig war, hatten sich sauber zurückgezogen.Er gab die letzten Befehle mit einer Stimme, die von der Nacht rohgeschabt war, und ging dann allein zurück zum Haupthaus.Die Bindung hatte sich nicht gelockert. Sie saß unter seinem Brustbein wie ein zweiter, schwererer Herzschlag und zog stetig zu den verschlossenen Räumen am Ende des Flügels.

  • Blut der Vergessenen   Erstes Blut

    Der Nebel hing tief über dem Boden, als Alexander den östlichen Wachposten erreichte.Drei seiner Wachen warteten bereits am Waldrand auf ihn, Waffen bereit, die Blicke auf die dunklen Zwischenräume zwischen den Stämmen gerichtet. Dahinter herrschte im Wald eine falsche Art von Stille: keine Nachtvögel, kein Rascheln des Unterholzes durch gewöhnliche Bewegung. Etwas Größeres war da draußen und hielt still.Alexander blieb neben dem Anführer der Wachen stehen. „Wie viele?“„Mindestens sechs. Vielleicht mehr. Sie rücken nicht vor. Sie beobachten nur.“Er nickte einmal. Die Bindung zog hart unter seinen Rippen, eine ständige Erinnerung an die verschlossenen Räume hinter ihm und die Frau, die er dort zurückgelassen hatte. Er drängte das Bewusstsein hinunter und konzentrierte sich auf den Waldrand.„Stellung halten. Niemand überschreitet die Linie, bevor sie es tun. Signal an die südlichen und westlichen Wachen. Ich will jeden Zugang abgedeckt haben.“Die Wachen eilten, die Befehle weiterz

  • Blut der Vergessenen   Die Stille davor

    Der Regen hörte schließlich am Morgen auf.Alexander stand in der Waffenkammer mit zwei seiner erfahrenen Wächter und ging die endgültigen Positionen für die kommende Nacht durch. Karten lagen ausgebreitet auf dem langen Tisch. Klingen und Waffen für den Nahkampf waren bereits geprüft und erneut geprüft worden. Er sprach in kurzen, präzisen Sätzen. Die Wächter antworteten ebenso. Niemand verschwendete Worte.Als die letzte Position bestätigt war, entließ er sie und blieb allein zurück.Der Schmerz hinter seinen Rippen war zu einem ständigen Begleiter geworden. Er schärfte sich jedes Mal, wenn die Bindung zerrte – wenn sie sich in ihren Räumen bewegte, wenn ihr Puls ohne klaren Grund stieg, wenn die schlichte Tatsache ihrer Anwesenheit im Haus gegen die Kontrolle drückte, die er sich weigerte freizugeben. Er stützte beide Hände auf den Tisch und ließ den Kopf einen Moment sinken, atmete durch das Schlimmste hindurch.Schritte näherten sich. Er richtete sich auf, bevor die Tür aufging.

  • Blut der Vergessenen   Das Gewicht, das er trägt

    Der Regen hörte nicht auf.Alexander stand am schmalen Fenster des Arbeitszimmers, eine Hand am Rahmen abgestützt, und sah dem Wasser nach, das die Scheibe hinunterlief. Die Schnittwunde an seinem Hals war sauber verheilt. Der tiefere Schmerz unter dem Brustbein nicht. Er saß dort nun Tag und Nacht, ein beharrlicher, lebendiger Druck, der sich jedes Mal schärfte, wenn er den leisesten Hauch ihres Dufts in einem Flur auffing oder spürte, wie die Bindung zu den verschlossenen Räumen am Ende des Flügels zog.Er hatte ganz aufgehört, im Bett zu schlafen. Der Stuhl war der Tür zugewandt. Wenn die Erschöpfung ihn endlich hinunterzog, dauerte es nie lange. Er wachte mit zu hartem Puls im Hals auf, und die Erinnerung an ihre Körperwärme, an Geräusche, an den Blick, den sie ihm geschenkt hatte, bevor er die Wand wählte, wartete bereits hinter seinen Augen.Heute Nacht war es schlimmer.Er spürte sie durch die Bindung, wie er seinen eigenen Herzschlag spürte. Unruhig. Wach. Dasselbe niedrige Br

  • Blut der Vergessenen   Zwei Tage

    Es regnete am Morgen des zwölften Tages.Der Regen fiel in einer gleichmäßigen grauen Schicht gegen die Fenster von Lyras Zimmern und verwandelte die Bäume dahinter in dunkle, verschwommene Formen. Sie verfolgte die Patrouillen an der gelegentlichen Bewegung zwischen den Stämmen, bis selbst das im Wetter verschwand. Das Haus fühlte sich kleiner an. Der Schall trug anders im Regen – entfernte Schritte, Stimmen, die zu leisen Murmeln wurden, die sich nie ganz zu Worten formten.Sie zählte die Stunden an den Tabletts, die unter Bewachung ankamen.Nachmittag. Abend. Nichts von Alexander.Gegen völlige Dunkelheit hielt ein einzelnes Paar Stiefel vor ihrer Tür an. Das Schloss drehte sich. Er trat ein, den Geruch von nasser Erde und kalter Luft mit sich bringend, das Haar vom Regen dunkler, der Schnitt an seinem Hals inzwischen zu einer dünnen roten Linie geschlossen. Er schloss die Tür und blieb dort stehen, Wasser tropfte noch von den Schultern seines Mantels.„Sie haben einen weiteren Vor

  • Blut der Vergessenen   Innerhalb der Mauern

    Die Befragung dauerte die ganze Nacht.Lyra hörte sie in Bruchstücken: Türen, die sich den Korridor hinunter öffneten und schlossen, leise Stimmen, das gelegentliche scharfe Geräusch eines schleifenden Stuhls. Sie saß am Bettrand, die Hände ineinander verschränkt, und wartete. Die Worte des Zettels wiederholten sich hinter ihren Augen, jedes Mal wenn das Haus in eine vorübergehende Stille fiel.Gegen Morgen verklangen die Geräusche.Einige Stunden später öffnete sich die Tür. Alexander trat ein, eine zweite Tasse Tee in der Hand, die er ohne Kommentar auf den Tisch stellte. Dunkle Schatten zeichneten die Haut unter seinen Augen. Er hatte die Kleider nicht gewechselt.„Drei der Küchenangestellten waren in diesem Monat neu“, sagte er. „Eine von ihnen fehlt. Sie ist irgendwann nach dem Mittagstablett durch eine Diensttür gegangen. Die Wachen an diesem Eingang sind abgelöst worden.“Lyra stand auf. „Sie hat den Zettel hinterlegt.“„Oder jemand hat sie dafür benutzt.“ Er blieb am Tisch ste

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