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3 Nackt erwischt.

Author: Favouritelily
last update publish date: 2026-09-03 06:44:25

Kapitel 3

Laylas POV

„Wir sind da“, sagte der Mann und zog die schwere Limousine unter das schlanke, überdachte Vordach eines hoch aufragenden Glasgebäudes.

Das Hotel war die Art von Ort, die ich bisher nur von außen betrachtet hatte, eine massive Festung aus Marmor und weichem Goldlicht, in der die Luft selbst wahrscheinlich mehr kostete als meine Monatsmiete.

In dem Moment, als das Auto anhielt, eilten zwei Portiers in perfekt sitzenden anthrazitfarbenen Anzügen herbei.

Einer öffnete meine Tür und hielt einen Schirm über meinen Kopf, während der andere dem Fahrer mit einer Ehrerbietung zunickte, die mir eine plötzliche, scharfe Angstspitze in die Brust jagte.

„Willkommen zurück, Sir“, murmelte der Portier, seine Stimme tief und eingeübt.

Der Fremde würdigte die Begrüßung nicht mehr als mit einem kurzen, abwesenden Nicken.

Er ging um die Motorhaube herum, seine teuren Lederschuhe klickten auf dem nassen Pflaster, und nahm sofort meinen Arm, um mich hineinzuleiten.

Seine Hand war groß, die Wärme seiner Handfläche drang durch den feuchten Stoff meines Ärmels und verankerte mich gegen das kalte Zittern, das meinen Körper immer noch schüttelte.

Die Lobby war weit, still und roch nach weißem Tee und teurem Politurmittel.

Niemand an der Rezeption hielt ihn auf.

Als wir am Empfangstresen vorbeikamen, bot der Concierge einfach ein tiefes, respektvolles Nicken.

Wer zum Teufel ist dieser Mann?

fragte ich mich, während meine Augen die scharfe Linie seines Profils verfolgten, die absolute Sicherheit, mit der er sich bewegte.

Er blieb direkt vor den privaten Aufzügen stehen und wandte mir seine volle Aufmerksamkeit zu.

Er knöpfte sein feuchtes Sakko auf, schüttelte ein paar vereinzelte Regentropfen ab, bevor er in sein Lederportemonnaie griff.

Er zog eine schlanke, unmarkierte schwarze Schlüsselkarte heraus und drückte sie mir direkt in die Handfläche.

„Zimmer 4001. Es ist die Penthouse-Suite ganz oben“, sagte er, seine tiefe Stimme trug ein stetiges, tröstendes Gewicht, das den Nebel in meinem Kopf durchschnitt.

„Geh hoch, zieh die nassen Sachen aus und steig unter die Dusche, bevor du dir eine Lungenentzündung holst. Ich lauf runter in die Boutique und hol dir etwas Sauberes und Trockenes zum Anziehen.“

„Das musst du nicht tun“, flüsterte ich und sah auf die schwere Plastikkarte in meiner Hand.

„Ich kann einfach warten, bis meine Sachen trocken sind. Du hast schon zu viel getan.“

„Ich hab dir gesagt, ich übernehme Verantwortung“, antwortete er, ein schwacher, ernster Schatten huschte über seine dunklen Augen.

„Ich lass dich nicht in einem nassen Kleid zittern. Los. Ich bin in fünfzehn Minuten zurück.“

Ich stieg allein in den Aufzug, die schweren Messingtüren schoben sich mit einem gedämpften, teuren Klicken zu.

Ich lehnte den Kopf an die verspiegelte Wand und sah, wie sich mein Spiegelbild verwischte.

Mein Gesicht war blass, meine Augen umrandet von einem erbärmlichen, geschwollenen Rot von den Tränen, die ich in Wyatts Wohnzimmer vergossen hatte.

Ich sah auf meine Hände, die immer noch leicht zitterten, und versuchte mich zu erinnern, wann das letzte Mal jemand etwas so Einfaches, Praktisches und völlig Selbstloses für mich getan hatte.

Wyatt hatte immer dafür gesorgt, dass ich den Preis seiner Freundlichkeit kannte, seit ich so geworden bin. Jede Gefälligkeit kam mit einer versteckten Rechnung, einer mentalen Abrechnung, die er mir ins Gesicht warf, sobald ich nicht dünn oder perfekt genug für seine Maßstäbe war.

Aber dieser Mann, ein kompletter Fremder, dessen Namen ich nicht einmal gedacht hatte zu fragen, hatte mir einfach die Schlüssel zu einem Penthouse in die Hand gedrückt, ohne auch nur das Geringste im Gegenzug zu erwarten.

Die Türen piepten auf und öffneten sich zu einem abgeschiedenen, teppichbedeckten Flur.

Zimmer 4001 war nicht einfach ein normales Hotelzimmer, es war eine weitläufige Penthouse-Suite mit bodentiefen Fenstern, die auf das regen-glänzende Stadtgitter hinabschauten.

Mich aus den durchnässten Sachen zu streifen, fühlte sich an, als würde ich eine Schicht meiner eigenen Demütigung abwerfen.

Ich trat in die gläserne Duschkabine und drehte den Hahn, bis das Wasser in einem brühheißen, dichten Nebel herausschoss.

Unter dem Strahl stehend schloss ich die Augen und ließ die Hitze auf mein Gesicht, meine Schultern und die vollen Kurven meines Körpers prasseln, die heute Abend so viel Zerstörung angerichtet hatten.

Pausbäckige Wangen. Es ekelt mich an. Für diese Version von dir habe ich mich nicht angemeldet.

Wyatts Stimme hallte wieder nach und verstärkte den rohen Schmerz in meiner Brust.

„Fick dich, Wyatt“, murmelte ich unter meinem Atem.

Ich rieb die teure, duftende Seife des Hotels über meine Haut, meine Finger bewegten sich über die Fülle meiner Hüften und das weiche Gewicht meiner Oberschenkel.

Ein Jahr lang hatte ich diesen Körper unter übergroßen Pullovern versteckt, mich für den Platz entschuldigt, den ich einnahm, und einem Jungen erlaubt, mich wie eine untermenschliche Last fühlen zu lassen, nur weil ein lebensrettendes Medikament meine Silhouette verändert hatte.

Plötzlich durchschnitt ein lautes, durchdringendes Klingeln das Geräusch des rauschenden Wassers.

„Scheiße, das hat mich erschreckt“

Ich blinzelte das Wasser aus den Augen und lauschte genau. Es war das Telefon draußen in der Hauptschlafzimmer-Suite.

Mein Herz setzte aus. Es war fast Mitternacht, und die einzige Person, die mich mit dieser Hartnäckigkeit anrufen würde, war meine Mutter.

Sie fragte sich wahrscheinlich, warum ich noch nicht zu Hause war, oder wollte nachsehen, ob ich immer noch bei Audrey übernachtete.

Da der Fremde gesagt hatte, er würde mindestens fünfzehn Minuten brauchen, und ich davon ausging, dass er in einer Boutique zu später Stunde wirklich nach Kleidung suchen musste, nahm ich an, dass ich genug Zeit hatte.

„Er sollte nicht so schnell zurückkommen“, murmelte ich zu mir selbst.

Immer noch tropfnass und vollständig mit einer glatten, weißen Seifenschicht bedeckt, schob ich die Glastür auf und trat auf die beheizten Fliesen.

Ich eilte ins Hauptschlafzimmer, meine nackten Füße hinterließen nasse Abdrücke auf dem dunklen Hartholzboden, während ich zum Nachttisch stürzte, wo ich meine Tasche gelassen hatte.

Das schwere Klicken der Suite-Tür, die aufging, ließ mich mitten im Schritt erstarren.

Mein Atem blieb vollständig in meiner Kehle stecken.

Ich drehte den Kopf langsam, meine Hände schwebten nur Zentimeter von meiner Tasche entfernt in der Luft, völlig und restlos entblößt.

Der Mann kam herein, zwei schlanke, teuer aussehende Einkaufstüten in den Händen.

In dem Moment, als seine Schuhe die Schwelle passierten, rastete sein Blick auf mir ein, und er blieb tot und plötzlich stehen.

Die Stille im Zimmer wurde dick genug zum Ersticken. Ich konnte mich nicht bewegen.

Ich fand nicht einmal die Stimme zum Schreien oder um nach einem Handtuch zu greifen.

Ich stand einfach nur da, völlig nackt.

Was zur Hölle!

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