LOGIN„Nein.“ Ich sagte es, noch bevor ich die Nachricht überhaupt ganz verarbeitet hatte, und mein ganzer Körper fror ein. „Absolut nicht. Du triffst diesen Mann nicht allein.“„Vivienne –“„Er hat dich damals auf einer Jacht von drei Männern festhalten lassen in einer Flugzeugabsturz-Nebenhandlung, über die wir inzwischen gar nicht mehr reden, Damian. Ich werde nicht zulassen, dass er dich mit ihm allein in einen Raum ohne Zeugen sperrt.“ Die Worte sprudelten schneller aus mir heraus, als ich beabsichtigt hatte; Panik sickerte durch jede Silbe. „Was immer er uns angeblich zeigen will: Wir nehmen Julian mit. Wir nehmen Anwälte mit. Jemanden, dessen einzige Aufgabe darin besteht, sicherzustellen, dass du lebend aus diesem Raum herauskommst.“Irgendetwas in meiner Angst schien ihn zu erreichen, denn er legte das Handy weg, drehte sich ganz zu mir um und fasste mich an den Schultern – fest, trotz der Anspannung, die zwischen uns knisterte. „Okay. Wir machen das gemeinsam, unter den Augen a
Ich starrte auf den Bildschirm, bis die Worte verschwammen und mein Verstand sich weigerte, sie zu etwas zusammenzusetzen, das Sinn ergab. „Das ist unmöglich.“„Das dachte ich auch.“ Damians Stimme war flach geworden. Jene besondere Reglosigkeit, die sonst echter Gefahr vorausging, richtete sich nun nach innen – auf etwas, das ihm weit näher stand, als Weston Cole es je gewesen war. „Julian arbeitet für mich, seit wir dreiundzwanzig sind. Ich habe ihm die Geheimnisse meines Vaters anvertraut. Ich habe ihm deine anvertraut.“„Vielleicht ist es ein Irrtum. Ein Bürofehler – so wie damals bei Elenas Telefon.“„Vielleicht.“ Er klang nicht so, als würde er selbst daran glauben. Das Auto bog in die Garage des Penthouses ein, und er blieb eine ganze Weile reglos sitzen, die Hände fest um das Lenkrad geklammert. Hinter seinen Augen arbeitete etwas, das ich nicht deuten konnte. „Ich muss ihn anrufen. Heute Abend. Ich muss sein Gesicht sehen, wenn ich ihn frage.“„Dann machen wir es gemeins
Wir saßen innerhalb von zehn Minuten im Auto. Damian fuhr für einmal selbst, anstatt auf den Fahrdienst zu warten, während die Stadt um diese Uhrzeit dunkel und leer vorbeizog. Ich saß mit ineinander verschlungenen Händen auf dem Beifahrersitz und wappnete mich für jede Version meiner Schwester, die auf uns warten mochte: die grausame, die mich wegen fehlenden Bargelds blutig geschlagen hatte, oder etwas Kleineres, Verängstigteres, als ich es ihr je zu zeigen erlaubt gesehen hatte.„Du schuldest ihr gar nichts“, sagte Damian leise, der mein Schweigen richtig deutete. „Was auch immer in diesem Zimmer passiert: Du darfst jederzeit wieder hinausgehen.“„Ich weiß.“ Ich starrte aus dem Fenster und sah zu, wie die Straßenlaternen verschwammen. „Ich gehe trotzdem rein.“Im Krankenhaus roch es nach Desinfektionsmittel und altem Kaffee; das Neonlicht war nach der Dunkelheit des Autos viel zu grell. Eine Krankenschwester führte uns in ein Privatzimmer im dritten Stock. Im Türrahmen blieb ic
Ich starrte auf die Nachricht, während die Straße ungelesen vorbeizog und mein Magen in den Fußraum des Autos sackte.„Damian.“ Ich hielt ihm das Handy hin, meine Hand nicht ganz ruhig. „Noch eine.“Er las sie an einer roten Ampel, während sich seine Kiefer zu jener besonderen Reglosigkeit anspannten, die ich inzwischen als Zeichen echter Gefahr zu erkennen gelernt hatte – nicht gespielt, nicht strategisch, sondern tatsächlich gefährlich. „Cole schon wieder. Er versucht immer noch, Zweifel zu säen, bevor wir überhaupt wieder in der Stadt sind.“„Was, wenn es diesmal keine Lüge ist?“, fragte ich, und die Frage klang kleiner, als ich gewollt hatte. „Was, wenn mein Vater der Hochzeit nicht nur zugestimmt hat, um die Schulden für die Location zu begleichen? Was, wenn das alles von Anfang an eingefädelt war – so wie du meintest, dass Elena Informationen an Cole zuspielen sollte?“„Dann fragen wir ihn direkt.“ Damians Hand fand die meine auf der Mittelkonsole, fest trotz der Anspannung
Damian erreichte die Tür, bevor Coles Fuß die Veranda berührte. Seine Statur füllte den Eingangsbereich aus, und ich sah, wie sich die entspannte, selbstbewusste Haltung seiner Schultern in etwas Härteres, Entschlosseneres verwandelte.„Weston.“ Seine Stimme trug keine Spur von der Wärme mehr, die sie Stunden zuvor noch auf meiner Haut gehabt hatte. „Du betrittst unbefugt ein Privatgrundstück.“„Rein technisch gehört es Lowell verstorbener Frau, weshalb ich bezweifle, dass sich die Frage des Hausfriedensbruchs so einfach klären lässt.“ Cole erklomm die letzte Stufe, ohne sich zu beeilen, die Hände locker an den Seiten – der Inbegriff eines Mannes, der überzeugt war, alle Trümpfe in der Hand zu halten, selbst wenn er in der Unterzahl auf der Veranda eines anderen stand. Seine Augen fanden mich über Damians Schulter, und etwas in seinem Gesichtsausdruck schärfte sich zum ersten Mal mit echtem Interesse. „Sie müssen also die echte Mrs. Blackwood sein. Ich muss sagen, Sie kommen Ihrer
„Jemand anderes war in dem Raum.“ Ich stand auf den Beinen, noch bevor Julian den Satz beendet hatte, und meine Hände zitterten bereits. „Wer, Julian? Wer war noch da?“„Er wollte es am Telefon nicht sagen. Er meinte, er würde es nur persönlich bestätigen – und nur an einem Ort, an dem er sich sicher fühlt.“ Julians Kiefer spannte sich an. „Er fliegt heute Abend zurück in die Stadt. Er will sich auf einem Anwesen draußen in Waterside treffen, einem alten Familienhaus, das früher seiner verstorbenen Frau gehörte. Neutraler Boden, wie er es nannte.“„Dann fahren wir hin.“ Damian griff bereits nach seiner Jacke, während sich die Reglosigkeit in ihm zu etwas Zielgerichtetem schärfte – der Mann, der Schock genauso in Handlung umwandelte wie jede andere Krise auch. „Julian, lass den Wagen vorfahren. Ich will zwei Sicherheitsfahrzeuge hinter uns haben, unmarkiert.“„Damian, wenn das eine Falle ist—“„—dann wissen wir es innerhalb der nächsten Stunde, anstatt uns noch weitere elf Jahre l







