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DIE RUIN DES ALPHA'S
DIE RUIN DES ALPHA'S
Author: HANNAH LOVE

Das Ritual

Author: HANNAH LOVE
last update publish date: 2026-07-25 07:11:15

Kapitel 1

Der silberne Kreis brannte unter Marinas Knien.

Runen, die in den uralten Stein geritzt waren, pulsierten mit kaltem Mondlicht, jede Linie trank tief von dem Blut, das stetig aus den Schnitten an ihren Unterarmen tropfte. Ihre Handgelenke waren mit silberdurchwirktem Seil hinter ihrem Rücken gefesselt, was ihre Wirbelsäule in einen schmerzhaften Bogen zwang. Die Bindung, die einst, an die sie geglaubt hatte, sie retten könnte, pochte wie etwas Lebendiges in ihrer Brust und kämpfte gegen den Sog des Rituals.

Ragnar stand über ihr, groß und ungerührt, seine massige Gestalt warf einen langen Schatten über ihren Körper. Der Alpha von Shadowpaw trug denselben kalten Ausdruck, den er immer hatte, wenn er Rudelgeschäfte erledigte. Sein dunkles Haar fiel über seine Stirn, und seine bernsteinfarbenen Augen spiegelten nichts als Berechnung wider.

„Fast fertig“, murmelte der Ritualälteste und zog eine weitere Blutlinie über Marinas Schlüsselbein.

Marinas Atem stockte. Die Bindung löste sich Faden für Faden auf, jeder einzelne riss durch ihre Seele wie Stacheldraht. Sie konnte Ragnar am anderen Ende spüren, seine Präsenz, seine Macht, das schwache Echo der Nächte, in denen er ihren Körper genommen hatte, während sein Herz weiter verschlossen blieb.

Drei Jahre zuvor…

In der Nacht, in der er sie zum ersten Mal beansprucht hatte, war der Mond voll und schwer gewesen. Ragnar hatte sie gegen die Wand seiner Gemächer gedrückt, eine große Hand in ihrem Haar verkrallt, während die andere ihr Kleid um die Hüfte hochschob. Keine Worte der Liebe. Keine Zärtlichkeit. Nur roher, befehlender Hunger.

Er hatte sie hart und tief genommen, tief in seiner Kehle knurrend, während sich ihre Beine um seine Hüften schlangen. Jeder Stoß war bewusst und besitzergreifend gewesen, sein dicker Schwanz dehnte sie, bis sie aufschrie, halb vor Schmerz, halb vor verzweifeltem Verlangen. Seine Zähne hatten über ihren Hals gestreift, aber nie zugebissen, nicht vollständig. Er hatte sie gefickt wie ein Werkzeug, das er benutzen wollte, nicht wie eine Gefährtin, die er schätzte. Als er heiß und pulsierend in ihr kam, zog er sich fast sofort zurück und ließ sie schmerzend und leer auf den Fellen zurück, während er sich anzog.

Er hatte nie ihren Namen gesagt.

Selbst auf dem Höhepunkt der Lust, als sich ihre Wände um ihn zusammenzogen und sie mit einem gebrochenen Schluchzen kam, war es immer „Schatten“ oder „Hybrid“ oder gar nichts gewesen. Nur das nasse Klatschen von Haut, ihr Stöhnen und sein tiefes, kontrolliertes Grunzen.

Jetzt…

Die Erinnerung zersprang, als die Bindung riss.

Qual explodierte durch Marinas Brust. Sie schrie, der Klang roh und guttural, hallte von den Steinwänden der Ritualkammer wider. Es fühlte sich an, als würde ihre Seele in zwei Hälften gerissen. Ihr Körper zuckte, die Schenkel pressten sich instinktiv zusammen, während Phantomechos vergangener Lust sich grausam mit dem Schmerz verdrehten. Für eine blendende Sekunde konnte sie ihn noch spüren, dick, heiß, tief in ihr vergraben, bevor die Verbindung vollständig durchtrennt wurde.

Ragnar zuckte nicht zusammen. Er trat einfach zurück, rollte seine Schultern, als würde er eine unwillkommene Last abschütteln. Das leuchtende Bindungsmal auf seiner Schulter verblasste zu einer stumpfen Narbe. Er blickte für einen kurzen Moment auf ihre zitternde, blutverschmierte Gestalt hinab, dann drehte er sich auf dem Absatz um.

Er war verschwunden, bevor ihre Schreie zu keuchendem Atem zerfielen.

Marina blieb auf ihren Knien, heftig zitternd, Tränen vermischten sich mit dem Blut auf ihren Wangen. Der silberne Kreis fühlte sich wie Eis auf ihrer fiebrigen Haut an. Zwischen ihren Beinen verriet ihr Körper sie noch immer mit einem schleichenden, ungewollten Pulsieren, einem Nachbeben der zerbrochenen Bindung, das sie sich selbst noch mehr hassen ließ.

Die schwere Eichentür knarrte auf.

Älteste Moonseer trat ein, ihre silbernen Roben raschelten über den Stein. Die Augen der alten Frau glänzten zufrieden, als sie Marinas gebrochene Haltung betrachtete.

„Gut“, sagte Moonseer, ihre Stimme knapp und geschäftsmäßig. „Die Bindung ist sauber durchtrennt. Jetzt bist du nützlich.“

Marina hob langsam den Kopf. Ihre Sicht verschwamm, aber sie konnte immer noch das kalte Lächeln der Ältesten erkennen. Drei Jahre. Drei Jahre, in denen sie zugelassen hatte, dass Ragnar ihren Körper benutzte, wann immer er Stressabbau oder eine strategische Machtdemonstration brauchte. Drei Jahre der Hoffnung, dass er sie eines Tages mit etwas anderem als Gleichgültigkeit ansehen würde. Drei Jahre, in denen sie sein Schatten war, seine Waffe, sein bequemes warmes Loch, niemals seine Gefährtin.

Und sie hatten sie weggeworfen, sobald sie als Spionin wertvoller wurde als brauchbar.

Die Erkenntnis legte sich wie ein Leichentuch über sie.

Sie hatte sich für Menschen zerbrochen, die sie nie als mehr als ein Werkzeug gesehen hatten.

Marina schloss die Augen und schmeckte Blut und Salz auf ihren Lippen. Irgendwo tief in ihr, unter dem Schmerz und dem anhaltenden Ziehen zwischen ihren Schenkeln, regte sich etwas Stilles und Gefährliches.

Schattenmagie.

Und zum ersten Mal fühlte sie sich vollkommen ihre eigene an.

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