LOGINDer Inhalt bestand aus den Nachrichten zwischen Linda und Aurora sowie ihrem gemeinsamen Foto.
Die erste Nachricht stammte ungefähr aus der Zeit der Modenschau von LEO und lautete:„Willst du wissen, wer dieser Mann vor sechs Jahren war?“Juliens Hand zitterte leicht. Damals war Aurora allein in den zweiten Stock gegangen, um zu weinen. Hatte sie diese SMS erhalten?Die zweite Nachricht war in der Nacht eingegangen.Wahrscheinlich zu der Zeit, als er sie abgAls Norbert gerade aus dem Flugzeug gestiegen war, wusste er nicht, wohin er gehen sollte. Er kannte sich in Cité C nicht besonders gut aus, da er nicht oft hier gewesen war. Als Julien sagte, dass er sich in Cité C befand, sagte Norbert sofort: — Hol mich am Flughafen ab. Er hatte hier weder Freunde noch Verwandte, auf die er zurückgreifen konnte, also konnte er nur auf Julien zählen. Julien hob die Hand, um auf die Uhr zu sehen, und sagte: — Ich bin in zehn Minuten da. Nachdem er das gesagt hatte, legte er auf. Er rief Norbert am Flughafen an und sagte ihm, er solle herauskommen. Er hatte keine Zeit, aus dem Auto auszusteigen und Norbert zu suchen. Norbert kam aus dem Flughafen, öffnete die Autotür und setzte sich hinein. Er kam sofort zum Punkt: — Hast du Aurora gefunden? Was sonst hätte ihn dazu bringen können, den ganzen Weg hierherzukommen? Nur Aurora konnte ihn hierherlocken. Julien blieb ernst und sagte ruhig: — Was ist los? Bist du etwa nur gekommen, um mir abs
Julien nahm Arianas Kinn zwischen die Finger. Sie sah Aurora immer ähnlicher. Wenn sie lächelte, bildeten ihre Augen die Form eines Halbmondes, doch ihre Wangen, ihre Nase und ihr Mund ähnelten Julien unglaublich stark. Er versuchte, vernünftig mit ihr zu reden. — Deine Mama verbietet dir das Eis wegen deiner Gesundheit. Du musst gehorsam sein. Deiner Gesundheit zuliebe werden wir kein Eis essen. Arianas Gesichtsausdruck veränderte sich sofort. Auch ihre Mundwinkel sanken nach unten. Sie murmelte: — Ich will ja auch nicht viel essen. Mama ist schon so streng mit mir. Will Papa mir jetzt auch noch mein kleines Glück wegnehmen? Julien runzelte die Stirn. — Bist du nur glücklich, wenn du Eis isst? — Ja. Wenn ich etwas esse, das ich mag, macht mich das glücklich. Sie verließ ihren Stuhl, lehnte sich gegen Juliens Bein, legte ihr Gesicht auf seinen Oberschenkel und schlang die Arme um seine Taille. Er hatte weder an der Taille noch am Bauch irgendwelche Fettpolster. Arianas Hände
Ariana klammerte sich noch fester an Juliens Bein. Offenbar hatte sie Angst, dass jemand ihr ihren Vater wegnehmen könnte. Die Lehrerin lächelte. Sie sagte nichts, konnte aber nicht widerstehen, Julien noch einmal verstohlen anzusehen. Ariel kam herüber. Er warf einen Blick auf die Lehrerin und dann auf Julien und formte mit dem Mund: — Papa, mach nicht einfach irgendwelchen Frauen schöne Augen, sonst erzähle ich es Mama. Nachdem er das gesagt hatte, ging er hinaus und ließ Julien überhaupt keine Gelegenheit, sich zu erklären. — … Julien war sprachlos. Wer machte hier wem schöne Augen? Warum beschuldigte sein Sohn ihn? Als sie ins Auto gestiegen waren, sah Julien die beiden Kinder im Rückspiegel an und fragte: — Ihr beiden, was wollt ihr essen? — Krabbentopf, sagte Ariana. Sie aß ebenfalls gern Krabben im Krabbentopf. Es war scharf und sehr lecker. — Wo? Seine Tochter wollte es essen, also würde er ihren Wunsch natürlich erfüllen. Aber er kannte sich hier n
Der „Assistenzarzt“ war im Raum geblieben. Er konnte Aurora nicht nach draußen folgen und sie zurückbringen, sondern konnte sie nur heimlich beobachten. — Ich bin am Eingang. Sylvia wartete seit Beginn am Eingang. Drinnen war der „Assistenzarzt“ bei Aurora gewesen, während sie selbst nur das fünfte Rad am Wagen gewesen war. Doch der „Assistenzarzt“ konnte Aurora nicht nach draußen begleiten und sie zum Auto bringen. Deshalb wartete Sylvia an der Tür. Aurora kam heraus. Sylvia half ihr, die Autotür zu öffnen, und fragte: — Sind die Untersuchungsergebnisse alle in Ordnung? Sie nickte. — Alles ist in Ordnung. — Was möchtest du essen? Lass uns etwas essen gehen. — Sylvia. Aurora stieg nicht ins Auto ein, sondern sah sie einfach nur an. — Ich habe das Gefühl, dass du dich heute sehr seltsam verhältst. Sylvias Art nach zu urteilen, hätte sie Aurora selbst dann nicht bei einem „Assistenzarzt“ gelassen, wenn sie Krankenhäuser hasste. Offensichtlich war heute etwas ungewöhnlich. —
Der „Assistenzarzt“ hielt ihre Hand, als die Nadel ihre Haut durchstach. Im nächsten Augenblick verkrampfte Aurora und vergaß den Schmerz des Nadelstichs völlig. Als sie wieder zu sich kam, zog sie ihre Hand ohne zu zögern aus der des „Assistenzarztes“. Sie sah ihn streng an und rief: — Was machen Sie da? Wahrscheinlich war sie wirklich wütend, denn sie konnte nicht anders, als laut zu sprechen, wodurch die Aufmerksamkeit der Menschen in ihrer Umgebung auf sie gelenkt wurde. Der „Assistenzarzt“ wusste nicht, ob er sich freuen oder enttäuscht sein sollte. Er freute sich, weil sie wütend wurde, wenn ein anderer Mann sie berührte, aber gleichzeitig war er enttäuscht, weil er kein „anderer“ Mann war und sie ihn trotzdem nicht berühren konnte. Aurora runzelte die Stirn und wandte sich ab. Sie wusste selbst nicht, ob sie auf den „Assistenzarzt“ oder auf sich selbst wütend war. — Bitte gehen Sie. Ich brauche Ihre Hilfe nicht, ich finde den Weg allein. Der „Assistenzarzt“ hatte ihr Herz
Aurora lächelte und sagte nichts. Doch die Frau wollte nicht aufhören. — Sie sind jung und wissen über solche Dinge sicherlich noch nicht viel. — Lassen Sie mich Ihnen von einer meiner Freundinnen erzählen. Als sie ihren Sohn zur Welt brachte, war das Baby zu groß. Sie sagte, dass der Schnitt an der Seite während der Geburt sehr tief gewesen sei und dass sie beim Nähen keine Betäubung bekommen habe. Ich habe das selbst noch nicht erlebt, aber allein davon zu hören, macht mir schon Angst. Als die Frau das sagte, verzog sie das Gesicht, als würde sie diesen Schmerz selbst gerade erleben. Aurora hatte bereits zuvor ein Kind zur Welt gebracht und gehört, dass diese Methode angewendet wurde, wenn das Baby zu groß war. Sie selbst hatte diese Methode jedoch nicht gebraucht. — Denken Sie darüber nach. Die Vagina einer Frau ist so eng und wird gewaltsam gedehnt. Selbst wenn sie sich danach wieder erholt, ist es unmöglich, dass sie wieder genau in ihren ursprünglichen Zustand zurückkehrt.
Obwohl es wie eine Frage klingt, lässt Julien Aurora keine Möglichkeit, abzulehnen.Sie nickt. Offenbar möchte er mit ihr sprechen.Und auch sie möchte mit ihm reden.Gautier wirft Aurora einen warnenden Blick zu.— Sei vorsichtig.Er hat Angst, dass Aurora Julien beleidigen könnte, bevor sie ihn h
Nachdem sie sich umgezogen hat, tritt Aurora aus der Umkleidekabine und blickt erneut zur linken Kabine hinüber, deren Tür fest verschlossen ist.— Das steht Ihnen sehr gut.Die Verkäuferin hat wirklich Geschmack. Tatsächlich kann sie allein durch einen Blick auf eine Kundin das passende Kleid ausw
— Aurora, eine Ehe ist eine wichtige Entscheidung. Ich werde nicht zulassen, dass du so etwas tust.Jeannine versteht ungefähr, was Aurora vorhat.Aurora stellt die Tupperdose auf den Nachttisch. Während sie das Essen herausholt, sagt sie:— Ich werde keinen Fremden heiraten. Er ist doch der Sohn d
Eine Wärme breitet sich von hinten über ihren Körper aus, während eine Stimme ihr ins Ohr flüstert.— Hast du Angst?Ein fremder Duft liegt ganz nah bei ihr und lässt sie erschauern, doch sie wagt nicht, einen Laut von sich zu geben.Aurora Dumont spürt, wie der Mann einen Moment innehält, bevor er







