FAZER LOGINIn der Nacht, in der Novas Eltern sterben, um sie zu beschützen, erwacht sie in einer Gefängniszelle und trifft den einen Mann, den das Schicksal für sie bestimmt hat. Er sieht sie an, als wäre sie sein Ein und Alles. Dann sagt er ihr, sie solle sich von ihm fernhalten. Alex ist ein Prinz, der durch die Anordnung seines Vaters an eine andere Frau gebunden ist. Doch es ist nicht nur die Pflicht, die ihn von Nova fernhält, es ist die Angst. Vor Jahrhunderten liebten sich zwei Gefährten genau wie sie, und die Eifersucht einer Hexe zerstörte beide. Alex fürchtet, dass sich die Geschichte nun wiederholt. Also weist er sie zurück. Nova geht mit gebrochenem Herzen, ohne zu ahnen, welches Geheimnis sie in sich trägt. Drei Jahre später erinnert sie sich nicht mehr an ihn. Ihr Sohn hat seinen Vater nie kennengelernt. Alex sitzt auf einem Thron neben einer Königin, die die Krone selbst nicht anerkennt, denn jeder weiß, wer Nova wirklich ist. Und die Hexe, die alles begonnen hat, ist noch nicht fertig. Wird Alex die Gefährtin und den Sohn zurückgewinnen, die er von sich gestoßen hat, oder wiederholt sich die Geschichte diesmal endgültig?
Ver maisNova
„Nova … lauf. Nimm Asher mit.“
Ich konnte immer noch die gebrochene Stimme meiner Mutter hören, die mir sagte, ich solle fliehen. Dann blinzelte ich und erinnerte mich, wo ich wirklich war.
Ich wusste nicht, wie wir hierhergekommen waren. Alles, was ich wusste, war, dass ich in einer Gefängniszelle eingeschlossen war. Sie hatten Asher in dem Moment weggeschleppt, in dem sie mich hineingeworfen hatten. Ich hatte panische Angst, dass ihm etwas Schlimmes zustoßen würde. Ich kroch in die Ecke, zog die Knie an und drückte mein Gesicht dagegen. Tränen liefen mir über die Wangen, während ich an alles dachte, was unserer Familie widerfahren war. Sie hatten uns angegriffen, meine Eltern vor meinen Augen getötet und versucht, auch Asher umzubringen. Alles war passiert, während Weston fort war. Und es lag an mir. An dem, was ich bin.
Meine Wölfin ist die seltenste Art – eine goldene Wölfin. Es gibt nur eine von uns. Seit ich das erste Mal die Gestalt gewechselt hatte, behandelte meine Familie mich wie das Kostbarste auf der Welt. Meine Eltern gaben ihr Leben, damit Asher und ich fliehen konnten. Die Leute sagten früher, es sei ein Geschenk der Mondgöttin. Nach allem, was geschehen war, fühlte es sich für mich überhaupt nicht mehr wie ein Geschenk an.
Mein Herz schmerzte, wenn ich an Weston dachte. Er war vier Jahre älter als ich. Nach dem Tod unseres Vaters wurde er der Herrscher des Nordens. Alle nannten ihn herzlos, aber bei uns war er das nie. Asher und ich waren seine ganze Welt. Er tat alles, um uns glücklich zu machen. Ich hatte Angst davor, was er tun würde, wenn er davon erfuhr. Er würde den ganzen Norden in Blut tränken, und das wollte ich nicht für ihn. Er ist mein Bruder. Ich weinte noch heftiger, als ich mir vorstellte, wie sein sanftes Gesicht sich in etwas Dunkles und Wütendes verwandelte.
Stimmen vor der Zelle holten mich zurück.
„Sie ist wunderschön. Ich will sie ficken. Schau dir diesen Körper an.“
Mein ganzer Körper begann zu zittern.
„Warte, bis der General hier ist und mit ihr fertig ist. Er teilt immer, wenn er fertig ist.“
Redeten die ernsthaft darüber, mich zu vergewaltigen? Nein. Ich hatte meinen Mate noch nicht einmal getroffen. Niemand außer ihm würde mich berühren.
„Ja, wir warten. Ich wette, sie schmeckt gut.“
Was waren das für Männer? Ich wollte weinen. Wenn jemand es versuchen würde, würde ich sie töten. Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich schon hier war oder wo Asher steckte. Es wurde bereits dunkel. Ich musste ihn finden. Ich konnte den Gedanken nicht ertragen, dass sie ihm etwas antaten. Wenn Asher etwas zustieß, wollte ich nicht weiterleben.
Ein Wächter kam näher und blieb zwischen meiner Zelle und der nächsten stehen. Ich sprang auf und ging zu den Gittern.
„Hey … der Junge, den sie mit mir mitgenommen haben. Weißt du, wo er ist?“
Seine Augen glitten über meinen Körper in einer Weise, die mir eine Gänsehaut über den Rücken jagte.
„Weiß ich nicht. Warte auf den General.“
Furcht durchfuhr mich. Hatten sie Asher schon etwas angetan? Mein Herz raste. Ich nickte nur und ging zurück in die Ecke, vergrub das Gesicht wieder in den Händen. Ich war hungrig, und ich wusste, dass Asher es auch sein musste. Ich konnte ohne Essen auskommen, aber ich wollte nicht, dass er hungerte. Warum war unser Leben so geworden? Alles nur wegen mir. Tränen flossen weiter, während ich an unsere Familie dachte. Ich musste Asher um jeden Preis beschützen.
Dann traf mich ein Duft. Ich kannte ihn nicht, aber mein Herz begann wie wild zu schlagen. Meine Wölfin erwachte sofort und konzentrierte sich darauf. Sie sprach nicht, aber ich spürte, wie nervös sie war. Der Duft wurde stärker. Meine Wölfin wurde unruhig. Mein eigener Herzschlag war so laut in meinen Ohren. Ich hatte zu viel Angst, den Kopf zu heben. So etwas hatte ich noch nie gespürt.
Schritte kamen näher.
‚Mate ist hier. Ich kann ihn fühlen. Er wird uns beschützen.‘
Meine Wölfin hatte nicht mehr zu mir gesprochen, seit wir den Norden verlassen hatten. Damals hatte sie kämpfen und ihnen die Kehlen herausreißen wollen, aber ich war gelaufen. Moment … mein Mate ist hier? Wirklich? Ich würde ihn endlich treffen. Ich wollte sehen, wie er aussah.
Ich hob den Kopf und traf auf ein Paar funkelnder grüner Augen. Sie waren wunderschön. Der Mann, der vor meiner Zelle stand, hatte nasses schwarzes Haar, das ihm in die Stirn fiel, ein scharfes Kinn und schmale, sexy Lippen. Er war lächerlich gutaussehend – auf eine dunkle, fast teuflische Weise. Es sah aus, als hätte er gerade geduscht. Er trug eine schwarze Hose und ein schwarzes Hemd, bei dem die obersten drei Knöpfe offenstanden und eine kräftige Brust freigaben. Ich wollte ihn so sehr berühren. Er war groß, mindestens ein Meter neunzig, mit einem Körper, der kraftvoll und solid wirkte.
Meine Wölfin weinte vor Glück.
‚Unser Mate ist so gutaussehend. Er ist mächtig. Er ist ein Alpha. Wir werden seine Luna.‘
Er hatte eine starke Aura um sich – dunkel und warnend, dass man sich fernhalten sollte. Neben meinen Brüdern war er der gutaussehendste Mann, den ich je gesehen hatte. Ich hatte die meiste Zeit meines Lebens im Palast verbracht, aber ich war mir sicher. Er musste ein starker Alpha sein. Ich stand auf und lächelte ihn an. Er starrte mich an, als wäre er schockiert.
Dann erinnerte ich mich daran, wie ich gerade aussehen musste – schmutzig, nichts mehr von der Prinzessin, die ich einmal gewesen war. Angst kroch in mir hoch. Was, wenn er mich nicht wollte? Was, wenn er uns zurückwies? Mein Herz tat weh, nur wenn ich daran dachte.
‚Er liebt uns. Er ist nur schockiert, wie schön wir sind. Das sind alle immer,‘ sagte meine Wölfin stolz. Sie wusste, wie schön sie war.
Ich ging näher. Er knurrte leise, als hielte er seinen Wolf zurück. Seine Augen wanderten über meinen Körper, dann fixierten sie wieder meine. Ich fühlte mich nervös und biss mir auf die Unterlippe, schaute weg. Er knurrte ein zweites Mal. Ich wusste, dass es daran lag, dass ich wegsah.
‚Mate ist besitzergreifend. Er will nur uns. Schau nicht weg, Nova. Das macht ihn traurig.‘
Was war mit ihr los? Früher hatte sie sich nur um unsere Familie gekümmert und alle anderen ignoriert. Jetzt war sie völlig anders.
‚Schau ihn an. Er will unsere Aufmerksamkeit.‘
Ich schaute hoch. Er beobachtete mich bereits mit etwas Weichem in den Augen. Glück erfüllte mich. Dann berührte seine Hand mein Gesicht. Eine Gänsehaut lief über meine Haut. Er streichelte meine Wange mit einem kleinen Lächeln. Ich wollte ihn so sehr küssen.
‚Berühr seine Hand. Spür ihn,‘ drängte meine Wölfin.
Ich hob die Hand und legte sie auf seine. Er hielt einen Moment inne, dann verschränkte er unsere Finger mit einem charmanten Lächeln. Ich schaute nach unten und wurde heftig rot. Er lachte leise darüber. Gott, war ich schüchtern.
„Wie alt bist du, kleiner Mate?“ Seine Stimme war tief und rau. Sie ließ meinen Magen sich umdrehen.
Ich schaute hoch und lächelte schüchtern. „Einundzwanzig.“
Ich biss mir wieder auf die Lippe. Seine Augen sanken zu meinem Mund und er grinste. Er war so sexy, das war unfair. Er starrte mich einfach ein paar Augenblicke an. Dann, plötzlich, zog er seine Hand zurück. Der weiche Ausdruck in seinem Gesicht verschwand, und etwas Kaltes und Gefährliches nahm seinen Platz ein. Er sah mich an, als wäre ich ihm völlig gleichgültig. Mein Herz brach. Meine Wölfin stieß einen kleinen, schmerzvollen Laut aus.
„Bleib mir fern. Und lass niemanden wissen, dass du mein nutzloser Mate bist.“
Nutzlos? Warum? Tränen liefen mir über die Wangen.
„Warum? Du willst mich nicht?“ Meine Stimme klang gebrochen. Warum tat das so weh?
‚Mate … warum?‘ heulte meine Wölfin vor Schmerz.
Ich suchte in seinen Augen. Sie wirkten leer, aber ich konnte Angst in ihnen sehen. Meine Wölfin war besonders – normalerweise konnte ich Menschen an ihren Augen lesen –, aber nicht ihn. Ich konnte nur Schmerz und Angst in diesen grünen Augen sehen.
„Du hast Angst … warum?“ fragte ich leise.
Er erstarrte. Dann drehte er sich um und ging weg, ohne zurückzublicken. Ich sank auf den Boden und weinte, während sein Duft langsam verblasste. Meine Wölfin war zerbrochen. Ich klammerte mich an mein Kleid, weil meine Brust so wehtat. Bedeutete das, dass er uns zurückweisen würde? Ich fragte meine Wölfin, aber sie war zu verletzt, um zu antworten.
Plötzlich regte sich etwas Seltsames in mir. Es fühlte sich an, als würde etwas anderes nach einem langen Schlaf erwachen – etwas, das nicht meine Wölfin war. Angst durchfuhr mich, als das Gefühl stärker wurde … dann verblasste es ebenso schnell wieder. Ich stieß einen zittrigen Atemzug aus. Was war das gewesen? So etwas hatte ich noch nie gespürt.
Ich schob den G
edanken beiseite und dachte wieder an meinen Mate. Mein Herz begann erneut zu schmerzen.
Alex’ PerspektiveDie Worte meines Wolfs ließen mich völlig erstarren. Wie konnte er bereits spüren, dass sie unseren Sohn tragen würde? In dem Moment, als der Gedanke sich festsetzte, füllte sich mein Geist mit Bildern von Briar – ihrem geschwollenen Bauch, der Art, wie sie durch den Schmerz gelächelt hatte, der Art, wie alles geendet hatte. Jedes Bild brannte. Wie sollte ich überleben, wenn dasselbe Nova passierte? Was, wenn die Geschichte sich wiederholte, in dem Moment, in dem sie mit meinem Kind schwanger wurde?„Nova, verdammt noch mal, geh. Ich will allein sein. Verschwinde zum Teufel aus meinem Zimmer.“ Ich schüttelte ihre Hand ab und schrie die Worte. Wut und Terror mischten sich in meiner Stimme. Ich sah, wie ihr Ausdruck zerbrach. Schmerz breitete sich so klar über ihr Gesicht aus, dass es sich anfühlte, als hätte ich sie geschlagen.‚Tu das nicht, Alex…‘ Mein Wolf weinte bereits in mir, aber ich sah keinen anderen Weg. Dieser Schmerz war immer noch besser, als zuzusehen,
Alex’ Perspektive„Sprich. Ich rede mit dir.“Gideons Stimme schnitt erneut durch die Stille, diesmal schärfer. Ich sah ihn an und stieß einen leisen Atemzug aus.„Ich weiß nicht, wo ich war“, antwortete ich und begann zu essen. Ich spürte Novas Augen die ganze Zeit auf mir, aber ich weigerte mich, sie zu treffen. Ich beendete die Mahlzeit so schnell wie möglich und verließ den Speisesaal, ohne auch nur einmal in ihre Richtung zu blicken.‚Du darfst ihr nicht wehtun, Alex. Was zum Teufel tust du?‘ Die wütende Stimme meines Wolfs füllte meinen Kopf. Welche Wahl hatte ich? Ich hatte bereits eine Version von ihr sterben sehen. Ich weigerte mich, zuzusehen, wie es erneut passierte.Ich ging in mein Zimmer und schlug die Tür hart hinter mir zu. Auf dem Bettrand sitzend starrte ich auf die vertrauten Wände und erinnerte mich an die erste Vision, die ich in genau diesem Raum gesehen hatte – Lachlan und Briar ineinander verloren. Die Erinnerung zog sich wie eine Faust um mein Herz. Bilder vo
Alex’ Perspektive‚Sie ist weg…‘Das gequälte Heulen meines Wolfs hallte durch meinen Geist. Mein ganzer Körper wurde taub unter dem Gewicht des Schmerzes. Warum tat es so sehr weh? Sie gehörte der Vergangenheit, nicht der Gegenwart. Und doch fühlte sich die Qual vollkommen real an. Plötzlich loderte Hitze über meine Haut. Ich sah Lachlan an und erstarrte.Er stand über Briars Körper, schwarzes Feuer wirbelte in gewaltsamen Wellen um ihn. Seine Augen leuchteten mit einem unnatürlichen Licht. Der schwarze Umhang, den er trug, verbrannte zu Asche. Seine Haut verdunkelte sich zu reinem Schwarz, gezeichnet mit seltsamen goldenen Mustern, die sich über seine Arme und Brust ausbreiteten. Dann rissen riesige Flügel aus seinem Rücken, durch Fleisch und Knochen. Das war die volle Form des Dämons, der in ihm lebte. Gleichzeitig spürte ich, wie mein eigener Körper sich veränderte. Als ich hinabsah, hatten meine Hände bereits denselben dunklen Schatten angenommen, dieselben goldenen Zeichnungen b
Alex’ PerspektiveWir rannten so schnell, wie unsere schwächer werdenden Beine uns trugen. Tränen liefen ununterbrochen über Lachlans Gesicht. Der Schmerz in meiner eigenen Brust war fast unmöglich zu beschreiben. James war tot. Einen Beta zu verlieren war nie leicht. Die Bindung, die wir teilten, reichte tief, und die Qual ihres Brechens fühlte sich an, als hätte jemand ein Stück meiner Seele weggerissen.Ich dachte an Kelvin – meinen eigenen Beta und engsten Freund. In diesem Leben war James für Lachlan das gewesen, was Kelvin für mich war. Dieselbe Loyalität. Dieselbe unzerbrechliche Freundschaft. Derselbe Schmerz, wenn sie endete.‚Briar… sie ist bei James‘, sagte Lachlan, seine Stimme zitterte vor reiner Angst. Nein. Ihr durfte nichts passieren. Nicht jetzt.‚Warum schwindet unsere Kraft so schnell?‘, fragte ich. Ich spürte, wie die Macht aus uns beiden abfloss wie Wasser durch offene Hände.‚Wir stehen unter dem Zauber einer Hexe‘, antwortete er.In dem Moment, als er das Wort











