LOGINEr streckt seine Hand über den Tisch, und seine Finger legen sich auf meine Hand. Nur eine Berührung. Nur seine Fingerspitzen auf meinen Knöcheln. Und ich komme fast. Eine blendende elektrische Entladung durchfährt meinen Arm, explodiert in meiner Brust, pulsiert in meinem Bauch. Ein unanständiges Stöhnen entweicht meinen Lippen, meine Schenkel pressen sich krampfhaft zusammen. Ich bin eine Harfe, und sein Streifen ist eine Hand, die die am stärksten gespannte Saite zupft. — Siehst du? sagt er und zieht seine Hand zurück. Jeder Nerv ist blank. Jede Empfindung ist verzehnfacht. Es ist eine Lektion in Verletzlichkeit. Du bist offen, ohne Rüstung, ohne Fähigkeit, dich zu verstecken. Es ist dein natürlicher Zustand, der, den die Zivilisation und die Kontrolle ersticken. Heute Abend bist du ein Wesen aus reinem Verlangen. Er steht auf, geht um den Tisch herum. Ich blicke zu ihm auf, flehend. Er beugt sich vor, und sein Mund berührt nicht meinen. Er str
Dann ist er vor mir. Sein Blick ist schwarz von unterdrücktem Verlangen. Er hält die Riemenpeitsche in einer Hand, und mit der anderen ergreift er mein Haar im Nacken und zwingt meinen Kopf zurück. — Du bist jetzt bereit. Dein Körper ist eine Glut. Ich werde darüber blasen. Er lässt mein Haar los, und seine Hand sinkt hinab, gleitet zwischen meine geöffneten Schenkel. Seine Finger finden mich, durchnässt, geschwollen, brennend. Die Berührung ist ein Elektroschock, ein sofortiger Orgasmus, der nur darauf wartet zu explodieren. Aber er bewegt sich nicht. Er drückt nur, ein unbeweglicher und unerträglicher Druck auf meine Klitoris, während er mit der anderen Hand die Wildlederriemen auf meine Brüste regnen lässt. Lust und Schmerz prallen aufeinander, vermischen sich, werden zu einer einzigen chemischen Entität. Meine Brustwarzen stehen in Flammen unter dem Wildleder, und dieses Brennen strahlt direkt auf seinen
Er wendet sich an den Chef der Sicherheit, der wie von Zauberhand an seiner Seite materialisiert ist. — Nehmt ihr das Halsband ab. Sie ist in keinem meiner Etablissements mehr willkommen. Sie soll nach draußen zurückkehren, wo ihre Mittelmäßigkeit niemanden außer ihr selbst verletzen wird. — Nein! Meister, Gnade! schreit Iris auf und fällt auf die Knie, ihre Nägel kratzen über den Marmorboden. Schicken Sie mich nicht weg! Ich flehe Sie an, ich tue alles! Zwei Kolosse packen sie an den Armen und ziehen sie unsanft hoch. Sie heult, wehrt sich, ihre Bitten brechen sich in den purpurnen Wandteppichen, die die Wände verkleiden. Ihre Schreie hallen wider und verstummen dann, verschluckt von der schweren Tür, die sich hinter ihr schließt. Die Stille kehrt zurück, dichter als zuvor. Es ist eine Warnung für die gesamte Versammlung. Damien hat mich während der ganzen Szene kein einziges Mal angesehen. Er hat mich nicht verteidi
Blanche Es ist ein Donnerstagabend, und zum ersten Mal seit Beginn meiner freiwilligen Gefangenschaft hat Damien mir befohlen, ihn in die Grube zu begleiten, das schlagende Herz des Clubs. "Heute Abend wirst du die Welt von davor beobachten. Und du wirst den zurückgelegten Weg ermessen." Die Aussicht ließ mich schwanken. Dorthin zurückzukehren, wo alles begann, nicht mehr als verdeckte Journalistin, sondern als gezeichnete Eingeweihte. Eine Prinzessin der Finsternis, die unter die Sterblichen hinabsteigt. Meine Kleidung ist eine Kriegserklärung. Ein einteiliger, lackierter schwarzer Latex-Overall, der unter den Kerzenleuchtern glänzt wie eine Rüstung aus zweiter Haut. Kein duftiges Seiden-Camisole, keine Spitze. Eine Rüstung. Mein Haar fällt offen in einer Kaskade dunkler Wellen herab. Das Lederhalsband, mein Halsband, ist um meine Kehle geschlungen, gut sichtbar. Madame Harlow hat es heute Abend fester geschnallt. Ich spüre jeden Pulssc
Blanche "Heute Abend bist du nicht meine Initiandin. Du bist ein Kunstwerk. Das Prunkstück meiner Sammlung. Und du wirst glänzen." Die Einladung zur Wohltätigkeitsgala des Museum of Fine Arts in Boston lag in meiner Pressemappe, lange bevor ich einen Fuß in L'Œil setzte. Die Ironie ist schwindelerregend. Heute Abend komme ich nicht mit einem versteckten Mikrofon und einem Presseausweis. Ich komme am Arm des gefährlichsten Mannes der Stadt, nachdem ich selbst zu einem brennenden Geheimnis geworden bin. Die Verwandlung in meinem Zimmer ist ein Kunstwerk für sich. Madame Harlow hat die großen Geschütze aufgefahren. Ein Friseur und eine Visagistin, von draußen herbeordert, arbeiten schweigend, Bienen um ihre Königin. Mein Haar ist zu einem hohen, raffinierten und scheinbar lockeren Knoten frisiert, einer kunstvollen Unordnung, aus der wilde Strähnen entweichen. Mein Make-up ist betonter als sonst, rauchige Smoky Eyes, die mein
Er dreht mich zum größten Spiegel und stellt sich wie ein schützender Berg hinter mich. Eine seiner Hände spielt mit meiner Brust, knetet das Fleisch, reizt die verhärtete Brustwarze. Die andere setzt ihr verheerendes Werk zwischen meinen Schenkeln fort. Ich habe keinerlei Scham mehr, keinerlei Barriere. Meine Beine werden weich, drohen nachzugeben. Mein Rücken wölbt sich, meine Lenden pressen sich gegen seinen kraftvollen Oberkörper, gegen den harten Balken seines Verlangens, den ich durch den Stoff seiner Hose spüre. Im Spiegel sehe ich eine besessene Frau. Eine Mänade. Ihre Augen sind unergründliche Brunnen der Lust, ihr Mund ein perfektes O, dem eine Litanei von Stöhnen entweicht. Ihr Haar, gelöst aus dem strengen Knoten von Madame Harlow, ist eine wilde Mähne um ihr gerötetes Gesicht. — Daddy... ich werde... ich werde kommen... — Schau hin. Ich befehle es dir. Schließe nicht die Augen. Komm, während du dich ansiehst. Akzeptiere alles. Ak







