Mag-log inDie Tür schließt sich hinter mir mit einem dumpfen, gedämpften Geräusch, dem Geräusch eines Grabes, das versiegelt wird. Die Stille senkt sich sofort herab, eine Bleidecke, die meine Trommelfelle zusammendrückt, die meine Brust zerquetscht. Eine Stille so tief, so absolut, dass ich das Blut in meinen Schläfen pulsieren höre, den panischen Schlag meines eigenen Herzens, das winzige Rascheln meiner Lungen, die sich füllen und entleeren. Mrs. Harlow hat, bevor sie ging, eine Hand auf meine Schulter gelegt. Ihre Finger waren kalt, unpersönlich. Keine tröstende Geste. Eine Feststellung.— Sie haben sein Herz gebrochen, Miss Sterling. Das ist eine viel schwerere Wunde als alle, die er Ihnen mit einer Peitsche oder einer Klinge hätte zufügen können. Er hatte Ihnen sein Heiligtum geöffnet. Sie haben es entweiht.Dann ging sie, das Rascheln ihres schwarzen Kleides verklang im Flur, und die Stille senkte sich wieder herab, noch schwerer.Die ersten Stunden sind
BlancheIch höre nicht, wie die Tür aufgeht.Der massive Eichenflügel dreht sich auf seinen perfekt geölten Angeln, lautlos wie der Hauch eines Gespensts. Ich nehme nur das trockene, fast metallische Klicken der Schreibtischlampe wahr, die angeht und die mitfühlende Dunkelheit zerreißt, in der ich mich seit langen Minuten verkrieche. Das Licht ist eine gelbe Klinge, die das Halbdunkel durchstößt und mich auf meinem Platz festnagelt, zusammengekauert in seinem Ledersessel, eine geöffnete Akte zwischen meinen zitternden Händen, die Fotos des Senators auf meinen Knien ausgebreitet wie böse Tarotkarten.Damien.Er steht im Türrahmen, eine massige Silhouette, die vom Licht des Flurs hinter ihm gezeichnet wird. Er sagt nichts. Er tritt in den Lichtkreis der Lampe, und jeder seiner Schritte auf dem dunklen Holzboden hallt wie ein Totenglocke. Seine Augen – diese schwarzen Augen, die mich ausgezogen, beurteilt, besessen haben – richten sich zuerst auf die
Blanche Ein Uhr morgens. Das Herrenhaus ist eine Gruft der Stille. Damien ist wegen eines unvorhergesehenen nächtlichen Treffens in der Stadt. Madame Harlow schläft in ihren Gemächern. Die Wachen patrouillieren den Außenbereich. Zum ersten Mal seit Wochen bin ich allein. Wirklich allein. Und mein Journalistengeist, der Teil von mir, den ich tot, geknebelt, vernichtet glaubte, erwacht mit einem Ruck. Ich kann nicht schlafen. Eine Unruhe zernagt mich, ein Wurm im Obst. Die Vertraulichkeiten des kleinen Salons, die Kälte von Iris' Hinrichtung, das Gefühl, im Zentrum eines Netzes zu sein, dessen Spinne ich nicht sehe. Die viszerale Loyalität, die ich für Damien empfinde, ist das eine. Die Pflicht ist das andere. Und wenn das, was er hier tut, nicht nur ein Heiligtum wäre? Wenn ich geblendet wäre? Meine nackten Füße machen kein Geräusch auf den Teppichen. Ich kenne den Weg zu seinem privaten Arbeitszimmer. Die Tür ist geschloss
Er streckt seine Hand über den Tisch, und seine Finger legen sich auf meine Hand. Nur eine Berührung. Nur seine Fingerspitzen auf meinen Knöcheln. Und ich komme fast. Eine blendende elektrische Entladung durchfährt meinen Arm, explodiert in meiner Brust, pulsiert in meinem Bauch. Ein unanständiges Stöhnen entweicht meinen Lippen, meine Schenkel pressen sich krampfhaft zusammen. Ich bin eine Harfe, und sein Streifen ist eine Hand, die die am stärksten gespannte Saite zupft. — Siehst du? sagt er und zieht seine Hand zurück. Jeder Nerv ist blank. Jede Empfindung ist verzehnfacht. Es ist eine Lektion in Verletzlichkeit. Du bist offen, ohne Rüstung, ohne Fähigkeit, dich zu verstecken. Es ist dein natürlicher Zustand, der, den die Zivilisation und die Kontrolle ersticken. Heute Abend bist du ein Wesen aus reinem Verlangen. Er steht auf, geht um den Tisch herum. Ich blicke zu ihm auf, flehend. Er beugt sich vor, und sein Mund berührt nicht meinen. Er str
Dann ist er vor mir. Sein Blick ist schwarz von unterdrücktem Verlangen. Er hält die Riemenpeitsche in einer Hand, und mit der anderen ergreift er mein Haar im Nacken und zwingt meinen Kopf zurück. — Du bist jetzt bereit. Dein Körper ist eine Glut. Ich werde darüber blasen. Er lässt mein Haar los, und seine Hand sinkt hinab, gleitet zwischen meine geöffneten Schenkel. Seine Finger finden mich, durchnässt, geschwollen, brennend. Die Berührung ist ein Elektroschock, ein sofortiger Orgasmus, der nur darauf wartet zu explodieren. Aber er bewegt sich nicht. Er drückt nur, ein unbeweglicher und unerträglicher Druck auf meine Klitoris, während er mit der anderen Hand die Wildlederriemen auf meine Brüste regnen lässt. Lust und Schmerz prallen aufeinander, vermischen sich, werden zu einer einzigen chemischen Entität. Meine Brustwarzen stehen in Flammen unter dem Wildleder, und dieses Brennen strahlt direkt auf seinen
Er wendet sich an den Chef der Sicherheit, der wie von Zauberhand an seiner Seite materialisiert ist. — Nehmt ihr das Halsband ab. Sie ist in keinem meiner Etablissements mehr willkommen. Sie soll nach draußen zurückkehren, wo ihre Mittelmäßigkeit niemanden außer ihr selbst verletzen wird. — Nein! Meister, Gnade! schreit Iris auf und fällt auf die Knie, ihre Nägel kratzen über den Marmorboden. Schicken Sie mich nicht weg! Ich flehe Sie an, ich tue alles! Zwei Kolosse packen sie an den Armen und ziehen sie unsanft hoch. Sie heult, wehrt sich, ihre Bitten brechen sich in den purpurnen Wandteppichen, die die Wände verkleiden. Ihre Schreie hallen wider und verstummen dann, verschluckt von der schweren Tür, die sich hinter ihr schließt. Die Stille kehrt zurück, dichter als zuvor. Es ist eine Warnung für die gesamte Versammlung. Damien hat mich während der ganzen Szene kein einziges Mal angesehen. Er hat mich nicht verteidi







