ログインIch lasse ihr keine Zeit zu sprechen. Worte sind Waffen, die zu leicht zu handhaben, zu leicht zu pervertieren sind. Der Körper hingegen lügt nie. Also wende ich mich an den Körper. Ich drücke sie gegen die Steinwand. Der Kontrast ist brutal — der kalte, raue Stein an ihrem Rücken und die Hitze meiner Brust an ihrer. Meine beiden Hände fesseln ihre Handgelenke über ihrem Kopf und nageln sie wie aufgespießte Schmetterlinge gegen den Stein. Mein massiver Körper zerdrückt ihre weicheren Kurven, und das Keuchen, das sie ausstößt, ist ein Laut, der zwischen Angst und Verlangen schwankt. Ihre Pupillen weiten sich augenblicklich, zwei schwarze Pfützen, die das Grau ihrer Iriden verschlingen. Ihre Lippen öffnen sich zu einem kurzen Atemzug. Ihre Brust hebt sich in einem rasenden Rhythmus gegen meine. — Du zitterst. Meine Stimme ist ein Feuerstein. Eine klinische Feststellung, frei von jeglicher Wut, aber geladen mit einer Intensit
Er drängte nicht weiter. Sein Daumen fuhr fort, das Mal in langsamen, hypnotischen Kreisen zu streicheln. Aber ich spürte, wie sich sein Körper unter meiner Wange unmerklich spannte. Er weiß es. Er weiß, dass ich lüge. Sein Jägerinstinkt, dieser unfehlbare Kompass, der ihn niemals trügt, der die mächtigsten Kriminellen dieses Landes aufgespürt und enttarnt hat, muss vor Täuschung schreien. Und doch drängt er nicht. Er wartet. Er lässt mir den Raum, zu ihm zu kommen, meine Wahrheit aus freien Stücken zu seinen Füßen niederzulegen. Und diese Geduld, diese Zurückhaltung, ist ein Geschenk, das ich nicht verdiene.Das Wort wurde meine Zuflucht, mein Mantra. "Daddy", nachts gemurmelt, wenn er mich nimmt, wenn er in mich eindringt und die Außenwelt verblasst. "Daddy", ins Kissen geschrien, wenn der Orgasmus mich durchzuckt und ich den Halt verliere. "Daddy", um drei Uhr morgens wie ein Gebet geflüstert, wenn die Angst mich hochschrecken lässt, ich sein schlafendes Gesich
Ein zustimmendes Murmeln geht durch die Versammlung. Gläser werden erhoben. Lächeln wird ausgetauscht. Ich lecke, langsam, konzentriert, spüre jede Vene seines Geschlechts gegen meine Zunge pulsieren, jeden Schlag seines Herzens, übertragen in dieses Fleisch, das ich verehre. Sein Daumen, unter der Tischdecke, streichelt meine Schläfe in einer Geste stiller Zustimmung, ein geheimer Segen. Diese unsichtbare Verbindung, diese Macht, die von meinem Mund zu seinem Körper zirkuliert, ohne dass es jemand weiß, diese absolute Komplizenschaft im Verbotenen, ist eine Droge, mächtiger als alle Substanzen, die ich je erlebt habe. Ich bin kein unterworfenes Ding, versteckt unter einem Tisch. Ich bin das geheime Herz des Imperiums, die verborgene Quelle der Macht, die stille Mitverschwörerin.Er kommt in Stille, genau in dem Moment, als einer der Gäste sein Glas erhebt, um einen Toast auszubringen. Sein Orgasmus ist ein mächtiger Krampf, der seine Bauchmuskeln unter meiner Hand zus
BlancheDer private Speisesaal des Herrenhauses ist ein Bonbonniere aus granatrotem Samt und dunklem Mahagoni, ein gedämpftes Schatulle, reserviert für die vertraulichsten Geschäftsessen. Die Wände sind mit purpurner Seide bespannt, so dick, dass sie den Schall schluckt und nur ein gedämpftes Murmeln ernster Gespräche schweben lässt. Sechs Männer sitzen um den ovalen Tisch, Titanen der Finanzwelt und der Industrie, Anzüge, die mehr wert sind als mein früheres Leben, Gesichter, von Macht und Misstrauen mit dem Messer geschnitzt. Ich habe sie einen nach dem anderen hereinkommen sehen, ihre scharfen Blicke, die den Raum absuchten, ihre festen Händedrücke, ihre Lächeln, die niemals die Augen erreichen. Und Damien, am Kopfende des Tisches, ist ein Kaiser unter ihnen. Seine Gegenwart ist ein Gravitationsfeld, das den Raum krümmt, das jeden Mann zwingt, sich an seiner Achse auszurichten.Ich knie unter dem Tisch.Der Befehl, mir ins Ohr geflüstert, kurz
Jedes Wort ist eine Klinge, die sich in meine Brust bohrt. Er weiß alles. Absolut alles. Meine Vergangenheit, meinen Beruf, meine ursprünglichen Absichten. Er kennt meine Geschichte besser als ich selbst. Panik steigt auf, eine eiskalte Hand, die mir die Kehle zuschnürt, die meine Lungen zusammendrückt. — Wie...? — Ich habe meine eigenen Quellen, Blanche. Ich habe Ihre Karriere schon lange vor Ihrem 'Verschwinden' aufmerksam verfolgt. Ein Journalist, der sich für Das Auge interessiert, ist ein seltenes Ereignis. Die meisten geben auf, noch bevor sie die Tür durchschritten haben. Sie haben durchgehalten. Sie haben es sogar geschafft, hereinzukommen. Und dann nichts mehr. Keine Artikel mehr, keine Recherchen mehr. Funkstille. Also habe ich mich erkundigt. Ich habe Fragen gestellt. Und ich habe die Katze aus dem Sack gelassen. Die Journalistin, die gefangen, dressiert, gezeichnet wurde. Die Journalistin, die zur willigen Sache des Herrn geworden
Ihre Beine verschlingen sich um meine Hüften, ihre Arme um meinen Hals. Unsere beiden Körper sind eine einzige Einheit, verschweißt durch Fleisch und Seele. Ich bewege mich nicht. Ich will mich nicht bewegen. Ich will dort bleiben, in ihr, für die Ewigkeit.— Verdammt, Blanche... du bist so heiß...Die Worte reißen sich aus meiner Brust, roh, glühend, furchterregend. Ich liebe dich bis zum Verlust der Kontrolle, bis zum Schwindel, bis zur Angst. Du hast das Eis geschmolzen, das mein Herz seit Jahrzehnten umschloss. Du hast ein Feuer in meiner Dunkelheit entzündet. Du bist mein Licht, mein Chaos, mein Heil... aber es bleibt in meiner Kehle stecken.— Damien... Ich weiß nicht mehr, wo du aufhörst und wo ich anfange. Ich bin dein, aber du bist mein. Ich gehöre dir, aber du gehörst mir. Das ist die einzige Wahrheit, die zählt.Sie verstärkt ihre Umarmung um mich, ihre Knöchel kreuzen sich auf meinem Rücken, ihre Fersen drücken gegen meine Nieren.







