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Kapitel 2

Penulis: Michaelangelo
last update Tanggal publikasi: 2026-09-21 23:51:07

Anastasia:

Als meine Sinne endlich wieder in die Realität zurückkehrten, fühlte sich der Wagen plötzlich erdrückend eng an. Chloe würde mich dafür garantiert nicht so schnell davonkommen lassen. Meine Brust hob und senkte sich in abgehackten Atemzügen, während jede einzelne Nervenfaser in meinem Körper noch von den Nachwirkungen kribbelte.

Ich strich den Saum meines Kleides glatt und versuchte, meine Fassung wiederzugewinnen.

„Das war … gut“, brachte ich schließlich hervor. Meine Stimme klang rauer als sonst.

Ohne auf seine Antwort zu warten, griff ich nach dem Türgriff und stieß die Tür auf. Ich spannte mich an und rechnete halb damit, dass seine Hand nach meinem Handgelenk greifen, er mich zurückziehen oder etwas sagen würde.

Doch er tat nichts davon.

Er lehnte sich einfach wieder gegen das Leder zurück und beobachtete mich schweigend mit seinen dunklen Augen, während die kühle Nachtluft in den Wagen strömte.

Die Stille traf mich härter als eine Ohrfeige.

Ich schluckte den Kloß der Demütigung in meinem Hals hinunter, stieg aus und schlug die Tür hinter mir zu. Ohne auch nur einen Blick zurück zu riskieren, glitt ich in die Nacht davon.

Ich tauchte wieder in den dröhnenden Lärm des Clubs ein, mein Herz hämmerte gegen meine Rippen. Es dauerte nicht lange, bis ich Chloe entdeckte. Sie suchte bereits den VIP-Bereich ab und wirkte sichtlich erleichtert, sobald sie mich erblickte.

„Wo um Himmels willen bist du verschwunden?“, fragte sie und zog mich zurück auf die Tanzfläche.

„Ich musste nur kurz frische Luft schnappen“, log ich.

Ich ließ mich vom Alkohol und den wummernden Bässen mitreißen und verlor mich auf der Tanzfläche, bis sich mein Kopf leicht anfühlte und sich alles um mich herum vom Rausch zu drehen begann.

Um zwei Uhr morgens musste eine vollkommen nüchterne Chloe meinen beschwipsten Hintern praktisch zum Wagen schleifen und uns nach Hause fahren.

---

Einen Monat später

„Chloe, ich schwöre, mein Körper versucht gerade, mich umzubringen“, stöhnte ich und sackte über der Kücheninsel zusammen, den Kopf in meinen Armen vergraben.Chloe hielt inne und stellte ihre Kaffeetasse ab.

„Fühlst du dich immer noch krank oder sind es Schmerzen? Hier, nimm das.“ Sie schob mir eine Packung Schmerztabletten und ein Glas Wasser über die Theke.

Ich schluckte die Tabletten und hoffte auf schnelle Linderung, doch eine Stunde später lagen der dumpfe Schmerz und die Übelkeit noch immer schwer in meiner Brust. Frustriert nahm ich mein Handy und gab meine Symptome bei G****e ein. Eine Liste verschiedener Erkrankungen erschien, doch ein Wort sprang mir ganz oben immer wieder ins Auge:

Schwangerschaft.

Ich brach in Lachen aus und sperrte den Bildschirm meines Handys.

„Absurd.“

Trotzdem begleitete mich eine leise, nagende Unruhe, als ich die Wohnung verließ. Auf dem Rückweg von meinen Erledigungen fuhr ich bei einer Apotheke vorbei, ging direkt zum Regal für Familienplanung und kaufte eine Viererpackung Schwangerschaftstests.

Zurück in unserer Wohnung schloss ich mich im Badezimmer ein, befolgte die Anleitung und legte den ersten Plastiktest auf die Ablage.

Ich wusste nicht, warum ich das überhaupt tat, aber ich musste einfach sicher sein, um bei Verstand zu bleiben.

Ich stellte einen Timer auf fünf Minuten.

Jede einzelne Sekunde verstrich wie ein Trommelschlag in meinen Ohren. Als der Timer endlich klingelte, blickte ich nach unten.

Zwei deutliche, unverkennbare rosa Linien.

Heiliger Jesus!

„Nein. Nein, nein, nein.“

Meine Hände zitterten unkontrolliert. Ich packte die übrigen drei Tests aus und benutzte jeden einzelnen davon. Fünf Minuten später lagen vier identische Tests nebeneinander auf der Marmorablage.

Vier Sets mit jeweils zwei Linien.

Ich schnappte mir mein Handy und rief sofort Chloe an, während meine Sicht verschwamm. Ich wusste noch immer nicht, was ich von der ganzen Sache halten sollte oder ob die Packung vielleicht fehlerhaft war. Es musste einfach irgendeine Erklärung geben.

„Anastasia? Hey, was ist los?“, erklang ihre Stimme aus dem Lautsprecher.

„Chloe, komm bitte sofort nach Hause! Ich glaube, mit diesen Schwangerschaftstests stimmt etwas nicht!“, sagte ich und hyperventilierte ins Telefon.

„Schwangerschaftstest? Was für ein Schwangerschaftstest, Mädchen? Warte, beruhige dich! Atme tief durch“, sagte Chloe. Ihre Stimme wurde bestimmt, aber zugleich beruhigend. „Ich bin unterwegs. Atme einfach, Ana. Woher weißt du denn überhaupt sicher, dass du schwanger bist?“

Ich erstarrte. Mein Gehirn ging fieberhaft die vergangenen Wochen durch.

Ich war mit niemandem zusammen gewesen. Ich hatte vollkommen enthaltsam gelebt, abgesehen von dieser einen wilden, unüberlegten Nacht auf dem Rücksitz eines Maybachs mit einem Fremden, dessen Namen ich nicht einmal kannte.

Dann schoss mir plötzlich eine Erinnerung durch den Kopf.

Kurz bevor ich gegangen war, oder vielleicht während ich gerade gehen wollte, hatte er mir eine Karte in die Hand geschoben.

Eine Visitenkarte.

„Die Karte“, flüsterte ich vor mich hin.

Ich legte auf, stürmte in mein Schlafzimmer und begann, meinen Kleiderschrank zu durchwühlen. Ich kippte den Inhalt meiner Handtaschen aus, durchsuchte die Taschen meiner Jacken und wühlte mich durch das Kleid, das ich in jener Nacht getragen hatte.

Meine Hände zitterten so stark, dass ich beinahe die Lampe auf meinem Nachttisch umstieß.

Endlich berührten meine Finger tief in der Innentasche meiner Clutch festen, schweren Karton.

Ich zog die Karte heraus.

Nicholas Vance, CEO von Vance Enterprises.

Darunter stand eine Telefonnummer.

Mein Handy meldete eine Nachricht von Chloe, aber ich sah nicht nach.

Mit tauben Fingern öffnete ich meine Nachrichten-App, tippte eine Nachricht an die Nummer auf der Karte und schickte sie ab:

„Hey, wir haben vor einem Monat im privaten VIP-Bereich eines Clubs miteinander geschlafen. Wir müssen reden. Es ist dringend. Ich bin schwanger.“

Ich setzte mich auf die Bettkante und starrte auf den Bildschirm. Ich wartete darauf, dass die beiden Häkchen anzeigten, dass die Nachricht gelesen worden war. Ich wartete auf die drei Punkte, die anzeigten, dass er schrieb. Auf irgendetwas.

Minuten verstrichen.

Nichts.

Keine Antwort. Nicht einmal eine Zustellbestätigung.

Dann wurde mir klar, warum ich ihm überhaupt schrieb.

Damit er sein Kind holte?

Ich brauchte keinen Mann, der mich in einen Käfig sperrte.

Und war das nicht genau das, was ich mir immer gewünscht hatte?

Ein Baby.

Vielleicht kam es zu früh und könnte in Rom für einen Skandal sorgen, aber es war trotzdem mein Baby.

Ich wusste nicht einmal, ob sein Vater ein Mensch oder ein Wolf war, aber das spielte keine Rolle. Meine Gene würden das schon ausgleichen.

Ich starrte auf den schwarzen Bildschirm meines Handys und schickte noch ein stilles Gebet in die Ruhe des Zimmers. Ein kleiner Teil von mir hoffte immer noch, dass das alles nur ein Traum war.

„Anastasia, wo bist du?“

Chloe rief aus dem Wohnzimmer.

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