Mag-log inSophias POV„PAPA! DU MUSST DAS SEHEN!“Lilys aufgeregte Stimme hallte erneut durch den Flur.Ethan lachte.„Ich glaube, das ist mein Zeichen.“Sophia lächelte und folgte ihm.Als sie Lilys Zimmer erreichten, stand sie mitten im Raum und hatte ihre Arme ausgestreckt.Sie sah aus, als könnte sie sich nicht entscheiden, was sie zuerst anschauen sollte.„Papa!“Sie zeigte auf das Bett.„Schau!“Dann auf die Regale.„Und schau!“Dann drehte sie sich um und zeigte auf den rosafarbenen Schminktisch.„Und das!“Ethan lachte.„Ich sehe alles.“Lily lief auf ihn zu.„Es ist so wunderschön!“Sie nahm seine Hand und zog ihn zum Bett.„Ich liebe es!“Sophia blieb an der Tür stehen und beobachtete ihre Tochter.Das Zimmer war der Traum eines kleinen Mädchens.Alles war rosa.Das wunderschöne Himmelbett war mit weichen rosafarbenen Decken und Kissen bedeckt, während zarte Vorhänge darum herabfielen.Über dem Bett leuchtete ein großes Barbie-Schild.An einer Seite des Zimmers standen Regale voller B
Sophias SichtEthan war bereits auf halbem Weg zur Schlafzimmertür, als Sophias Stimme ihn aufhielt.„Ethan.“Er drehte sich um.Sophia saß auf der Bettkante und verschränkte langsam ihre Finger.Etwas an ihrem Gesichtsausdruck ließ sein Lächeln verschwinden.„Was ist?“Sie zögerte.Dann senkte sie den Blick.„Ich weiß, du hast gesagt, dass alles gut wird.“Ethan ging wieder auf sie zu.„Aber?“Sophia schluckte.„Aber nach dem, was letzte Nacht passiert ist …“Ihre Stimme wurde leiser.„Ich denke immer wieder darüber nach, was hätte passieren können.“Ethans Kiefer spannte sich an.Sophia sprach weiter, bevor er etwas sagen konnte.„Was, wenn jemand zurückkommt?“Ihre Finger verkrampften sich.„Was, wenn sie es noch einmal versuchen?“Ethan ging vor ihr in die Hocke.„Sophia.“Endlich sah sie ihn an.„Du musst keine Angst haben.“„Habe ich aber.“Die Ehrlichkeit in ihrer Stimme ließ etwas in seiner Brust schmerzen.„Ich lag letzte Nacht wach und habe an Lily gedacht.“Ihre Augen wurde
Sophias SichtDer Morgen kam leise.Die ersten Sonnenstrahlen drangen durch die riesigen Fenster von Ethans Schlafzimmer und tauchten den Raum in ein sanftes, goldenes Licht.Draußen wirkte das Anwesen fast unwirklich.Die Morgensonne ging über den Bäumen auf, und ihr goldenes Licht breitete sich über die perfekt gepflegten Gärten aus. Tautropfen lagen auf den Blütenblättern der Rosen und fingen das Sonnenlicht wie winzige Diamanten ein. Die großen Springbrunnen glitzerten unter dem Morgenhimmel, und die Glaswände der Villa spiegelten die warmen Farben des Sonnenaufgangs wider.Alles sah friedlich aus.Wunderschön.Fast so, als wären die schrecklichen Ereignisse der vergangenen Nacht nie passiert.Im Inneren des riesigen Hauses war alles still.Sophia öffnete langsam die Augen.Für ein paar Sekunden verstand sie nicht, warum sie sich nicht bewegen konnte.Etwas lag fest um ihre Taille.Warm.Fest.Beschützend.Sie erstarrte.Ihre Augen weiteten sich leicht.Sie war es nicht gewohnt, s
Sophias POVSophia ging an diesem Tag nicht zur Arbeit.Sie konnte nicht.Jedes Mal, wenn sie die Augen schloss, sah sie das Foto vor sich.Ihr Haus.Die Fenster.Das Tor.Jemand hatte nah genug gestanden, um sie zu beobachten.Und obwohl Ethan die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Anwesen verstärkt hatte, wollte die Angst einfach nicht verschwinden.Sie verbrachte den größten Teil des Tages in ihrem Schlafzimmer, während Lily unten mit einer der Hausangestellten spielte.Ethan rief mehrmals an.Jedes Mal versicherte Sophia ihm, dass es ihr gut ging.Das tat es nicht.Aber sie wollte es ihm nicht sagen.Sie wollte nicht zu jemandem werden, der in ständiger Angst lebte.Nicht jetzt.Nicht nach fünf Jahren, in denen sie darum gekämpft hatte, ihr Leben wieder aufzubauen.Am Abend rief Ethan erneut an.„Du bist nicht zur Arbeit gegangen.“Sophia saß gegen das Kopfteil des Bettes gelehnt.„Ich hatte keine Lust.“Für einen Moment herrschte Stille.„Fühlst du dich krank?“„Nein.“„Warum dann?
Ethans POVEthans Wagen fuhr kurz nach sieben Uhr abends durch die Tore des Anwesens der Familie Cole.Das vertraute Herrenhaus erhob sich vor ihm, erleuchtet von Dutzenden warmer Lichter.Er war hier aufgewachsen.Und doch fühlte es sich heute Abend seltsam anders an.Vielleicht lag es daran, dass er zum ersten Mal nicht als der Sohn ankam, von dem alle erwarteten, dass er der perfekte Erbe werden würde.Er kam als Vater.Die Worte seines Vaters hallten in seinem Kopf wider.Ich möchte meine Enkelin kennenlernen.Ethan stieg aus dem Wagen und richtete seine Jacke.Die Haustüren öffneten sich, noch bevor er sie erreichte.Sein Vater stand wartend dort.Richard Cole.Selbst in seinen späten Fünfzigern hatte er noch dieselbe gebieterische Ausstrahlung, an die Ethan sich aus seiner Kindheit erinnerte. Silber durchzog sein dunkles Haar, und sein Gesichtsausdruck war streng genug, um die meisten Menschen einzuschüchtern.Doch in dem Moment, in dem er Ethan sah, wurde sein Gesicht weicher.
Sophias POVDie Tür fiel hinter Ethan ins Schloss.Sophia blieb mitten im Wohnzimmer stehen.Für einige Sekunden bewegte sie sich nicht.Die Stille fühlte sich jetzt anders an.Nicht schwer.Nicht schmerzhaft.Einfach ... ungewohnt.Langsam ging sie zum Fenster.Draußen verschwand Ethans Wagen hinter den Toren.Die Scheinwerfer wurden immer kleiner, bis sie schließlich in der Dunkelheit verschwanden.Sophia legte ihre Fingerspitzen an die Fensterscheibe.Fünf Jahre.Fünf Jahre voller Wut.Fünf Jahre voller unbeantworteter Fragen.Fünf Jahre, in denen sie geglaubt hatte, Ethan hätte sich für jemand anderen entschieden.Und heute Abend ...hatte sich alles verändert.Sie senkte den Blick.Ein kleines Lächeln erschien auf ihren Lippen.Sie erinnerte sich an das erste Mal, als Ethan sie zum Lachen gebracht hatte.Daran, wie er früher immer Essen von ihrem Teller gestohlen hatte.Daran, wie er so tat, als wäre es ihm egal, wenn sie ihn aufzog.An die unzähligen Nächte, in denen sie wach ge







