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Helena sagte nichts mehr. Als sie seinem dunklen Blick begegnete, entschied sie sich lieber dafür, still weiterzuessen.Bert drängte sie nicht. Er sah sie nur weiter ruhig an, ohne den Blick von ihr zu nehmen.Als sie endlich fertig war, tupfte Helena sich über die Lippen und hob den Blick.„Wenn ich dir jetzt sage, dass ich nach Hause will, lässt du mich sowieso nicht gehen, oder?“Bert nickte gelassen.„Es ist mitten in der Nacht.“Wieder dieser Ton, wieder diese Haltung. Schon wieder nahm er ihr die Entscheidung aus der Hand. Helena warf einen Blick auf die Uhr.„Dann bleibe ich eben bis zum Morgen hier und gehe bei Tagesanbruch.“„Willst du nicht wenigstens noch ein bisschen schlafen?“ fragte er.Helena schüttelte den Kopf.„Du kannst schlafen gehen. Das Wohnzimmer und die Küche räume ich auf. Ich bleibe bis zum Morgen, dann kannst du beruhigt sein.“Bert rieb sich mit einem Anflug von Kopfschmerz über die Stirn.„...“Am Ende tat Helena trotzdem gar nichts. Bert setzte sie auf das
Helena richtete sich halb auf und knipste die Lampe auf dem Nachttisch an.Das Licht war zu grell. Reflexartig hob sie die Hand vor die Augen und stellte es dunkler.Einmal war schon peinlich genug, zweimal erst recht.Wenn das noch einmal passierte, konnte sie ihm bald gar nicht mehr ins Gesicht sehen.Helena stand auf, schlüpfte in die Hausschuhe und öffnete leise die Schlafzimmertür. Mitten in der Nacht wollte sie einfach nur noch von hier verschwinden.Doch kaum kam sie die Treppe hinunter, sah sie ihn schon.Bert saß im Wohnzimmer, ruhig und kerzengerade, und sah sich ein Spiel an.Offenbar hatte er genau damit gerechnet.Er drehte den Kopf und stellte den Fernseher etwas lauter.„Du bist wach. Hast du Hunger?“Helena hielt das Handy in der Hand und sah ihn verlegen an.„Warum bist du noch hier?“„Das ist mein Haus. Wo sonst sollte ich sein?“ Bert klang fast amüsiert.Helena biss sich auf die Lippe.„Ich meine, warum sitzt du noch im Wohnzimmer?“Bert hob leicht die Brauen.„Ich h
Ihre Worte trafen Bert mit voller Wucht. Seine Brust zog sich so schmerzhaft zusammen, dass ihm fast die Luft wegblieb.Helena war immer das Mädchen gewesen, das er am meisten hatte beschützen wollen.Seit seinem plötzlichen Weggang war nichts mehr geblieben, wie es einmal gewesen war. Und vieles von dem, was Helena später ertragen musste, begann genau dort.Sein Kehlkopf bewegte sich. Mit rauer Stimme sagte er: „Es tut mir leid, Heni ...“„Das ist meine Schuld. Ich habe dich damit allein gelassen.“Helena weinte leise weiter und wischte sich die Tränen einfach an seinem Hemd ab.Als Michael nach draußen kam, sah er genau dieses Bild.Der große Mann hielt die Frau fest in den Armen und strich ihr mit erstaunlicher Geduld über den Rücken, um sie zu beruhigen.Michael blieb abrupt stehen.Seit wann war Bert bitte so sanft?Und war Helena nicht Noahs Freundin?Was zum Teufel lief hier gerade?Ein völlig absurder Gedanke schoss ihm durch den Kopf, und plötzlich riss er die Augen auf.Verda
Bert schlug Michaels Hand ohne jede Zärtlichkeit beiseite.Michael warf ihm sofort einen finsteren Blick zu.„Der Kerl ist genauso nervig wie dein Freund. Ehrlich, so hübsch wie du bist und trotzdem sitzt du hier allein. Wir zwei haben echt dasselbe Los gezogen.“Bert war sprachlos. Michael schaffte es immer wieder, genau die falschen Dinge zu sagen.Helena blinzelte zweimal und sah ihn verschwommen an.„Dich hat auch jemand sitzen lassen? Wegen so einer, die sich in fremde Beziehungen drängt?“„Und ob.“ Michael nickte mit Nachdruck, zog sich den Hocker neben sie und winkte dem Barkeeper. „Ich sag dir, diese ...“Bert verpasste ihm eine Ohrfeige gegen den Hinterkopf.„Verschwinde.“Michael hatte endlich mal jemanden gefunden, der ähnlich mies dran war wie er, und wollte seinen Frust loswerden. Er warf Bert einen schrägen Blick zu.„Ich rede mit ihr. Was ist dein Problem?“An Berts Schläfe zuckte es.„Heni. Ich bringe dich nach Hause.“„Nein, ich will zuhören ...“ Helena hatte schon ein
Im dämmrigen Licht der Bar saß Bert allein in einem Sessel, eine Zigarette zwischen den Fingern.Michael stieß mit dem Knie leicht gegen sein überschlagenes Bein.„Du bist jetzt achtundzwanzig. Willst du wirklich ewig so weitermachen? Langsam könntest du es doch mal mit einer Frau versuchen. Erst verlieben, dann irgendwann heiraten.“Bert hob den Blick und sagte nur beiläufig: „Deine Ex hat dich sitzen lassen. Soll ich mir so etwas jetzt auch noch antun?“Michael verzog das Gesicht und zog das Bein zurück.„Mir ging es gerade noch gut. Jetzt stocherst du schon wieder genau in der Wunde herum.“Er griff nach seinem Glas, nahm einen Schluck und murmelte: „Ich habe immerhin schon mal geliebt. Nicht so wie du. Bei dir ist bis heute nichts passiert.“Sobald ihm wieder das unschuldige Gesicht seiner Ex einfiel, verdunkelte sich seine Miene. Er stellte das Glas hart auf dem Tisch ab.„Frauen lügen. Und die Hübschen am allerbesten.“Er drehte den Kopf zu Bert.„Was hat ihr denn bitte an mir ni
Bert klang fast hilflos.„Heni ...“„Hör auf, mich so zu nennen.“ Helena hob die verletzte Hand ein wenig an. „Zwischen uns ist es besser, wenn niemand etwas weiß.“Helena war schon als Kind so gewesen. Still, stur und auf alles gefasst.Damals, kurz nachdem ihre Mutter gegangen war, traute sie niemandem mehr.In den ersten Tagen bei Bert zu Hause machte sie alles allein. Sie wollte niemandem Umstände machen. Sogar die kleine Decke auf ihrem Bett faltete sie jeden Morgen ordentlich zusammen.Das ganze Zimmer war so ordentlich, dass man kaum glaubte, dort wohnte ein fünfjähriges Kind.Bert hatte lange gebraucht, bis sie langsam lernte, sich nicht in allem allein durchbeißen zu müssen.Und dann ...Dann musste er doch gehen.Am Ende hatte er sie eben doch nicht beschützen können.Berts Blick wurde dunkler. Danach sagte er nichts mehr.Nach dem Essen wechselte er ihr mit ruhiger Entschlossenheit noch einmal den Verband und sagte: „Die nächsten Tage kommt kein Wasser daran.“Helena murmelt







