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作者: J. C. Veyra
last update 公開日: 2026-11-04 10:37:49

KAPITEL 3: Der erste Arbeitstag

Der Duft von frisch gebrühtem Espresso und teurem Leder lag in der luftigen Weite der achtzigsten Etage, als ich am nächsten Morgen pünktlich um Punkt acht Uhr das Gebäude von Sterling Global betrat. Mein maßgeschneiderter Hosenanzug saß makellos, die dunklen Haare waren streng und professionell zurückgebunden, und in meiner Hand hielt ich eine schwere Aktenmappe mit den detaillierten Finanzanalysen für das kommende Quartal.

Die menschlichen Angestellten im Großraumbüro tippten bereits hektisch in ihre Laptops, tauschten Dokumente aus und sprachen leise über ihre Monitore gebeugt. Niemand von ihnen ahnte, dass die Führungskräfte in den privaten Suiten ganz andere Gesetze befolgten. Für die Welt da draußen war dies ein hochprofitabler, modern geführter Konzern der Extraklasse. Für mich war es das perfekte Schlachtfeld, um meine Unabhängigkeit unter Beweis zu stellen.

Mit ruhigen Schritten nahm ich den privaten Aufzug in die Führungsetage für das Management. Mein neues Büro lag in einer gläsernen Ecke, direkt gegenüber von dem des jungen Erben, den ich gestern flüchtig kennengelernt hatte. Sein Messingschild an der Tür glänzte im neonhellen Licht: Victor Sterling Jr. – Vizepräsident.

Kaum hatte ich meinen Laptop auf dem massiven Eichentisch aufgeklappt und die ersten komplexen Tabellen geladen, flog die Tür gegenüber mit einem ungeduldigen Knacken auf.

Victor Sterling Jr. trat heraus. Er trug ein dunkelblaues Hemd, dessen oberste Knöpfe offen standen, die Krawatte hing locker um seinen kräftigen Hals, und ein unverkennbar genervter Ausdruck lag auf seinen markanten Zügen. Er blieb abrupt stehen, als er mich sah, schob die Hände in die Taschen seiner Hose und musterte mich mit einer kühlen, durchdringenden Arroganz.

„Sie sind also die Neue aus der Finanzabteilung“, sagte er mit rauer, dominanter Stimme, die durch den Flur hallte. „Vance, richtig? Mein Vater hält große Stücke auf Ihre Analysen. Er meint, Sie wären die Einzige, die das Chaos in der Logistik bereinigen kann. Mal sehen, ob Sie nach einer Woche immer noch so große Töne spucken, wenn die realen Quartalszahlen auf dem Tisch liegen.“

Ich blickte langsam von meinem Bildschirm auf, fixierte ihn mit einem absolut neutralen, fast kühlen Blick und lehnte mich in meinem Ledersessel zurück. Ich ließ mich von seiner arroganten Aura nicht einschüchtern. Ich hatte Schlimmeres überlebt.

„Die Zahlen machen mir keine Angst, Mr. Sterling“, erwiderte ich tonlos, während meine Stimme ebenmäßig durch den Raum glitt. „Mir macht eher Sorgen, dass Ihre Abteilung im vergangenen Monat drei Prozent des gesamten Budgets für völlig ineffiziente Lieferketten verschwendet hat. Wenn Sie also keine weiteren fachlichen Fragen haben, würde ich mich gerne wieder meiner Arbeit widmen.“

Er zog eine dunkle Augenbraue nach oben, und ein amüsierter, fast herausfordernder Glanz blitzte in seinen stechenden Augen auf. Er hatte offensichtlich absolut nicht damit gerechnet, dass eine neue Angestellte ihm so direkt und ohne mit der Wimper zu zucken die Stirn bot.

„Sie haben verdammt viel Selbstbewusstsein für jemanden, der gerade erst den Fuß in dieses Gebäude gesetzt hat“, knurrte er leise, die Mundwinkel zuckten verdächtig nach oben. „Aber unterschätzen Sie nicht, wie schnell man hier auch wieder draußen ist, Ms. Vance.“

Damit drehte er sich mit einer fließenden Bewegung um und ging mit raumgreifenden Schritten den Flur hinunter.

Ich atmete tief aus, schüttelte den Kopf und wandte mich wieder meinen Tabellen zu. Das war genau das Leben, das ich mir aufgebaut hatte. Struktur, Zahlen, eiserne Disziplin und absolute Kontrolle. Keine emotionalen Verstrickungen, keine Alphas, die mir Vorschriften machten.

Der Vormittag verging wie im Flug. Ich wälzte Bilanzen, strich veraltete Posten, optimierte die Gewinnspannen für den europäischen Markt und ignorierte gekonnt die Blicke, die einige der männlichen Kollegen immer wieder durch die Glasfront meines Büros warfen. Mein Verstand arbeitete auf Hochtouren, und das vertraute Rattern der Logik in meinem Kopf gab mir ein tiefes Gefühl von Sicherheit.

Gegen Mittag summte das interne Telefon auf meinem Schreibtisch.

Ich nahm den Hörer ab. „Vance.“

„Ms. Vance? Hier ist die Rezeption im Erdgeschoss“, meldete sich die Stimme einer jungen Frau. „Wir haben die aktualisierten Berichte für die europäische Expansion für Sie ausgedruckt. Soll ich sie Ihnen hochbringen lassen oder holen Sie sie bei Gelegenheit ab?“

Ich lehnte mich zurück und blickte aus der raumhohen Fensterfront auf das endlose Häusermeer der Stadt. Alles lief nach Plan. Keine Zwischenfälle, keine unerwarteten Gäste, keine Störungen.

„Danke, schicken Sie mir einen Boten hoch“, antwortete ich sachlich und legte auf.

Ich atmete tief ein. Das war meine Welt. Keine Schatten, keine Vergangenheit, nur blanke Fakten und pure Leistung. Ich würde diesen Konzern umkrempeln, meine Millionen verdienen und mir ein Fundament schaffen, das unerschütterlich war.

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