LOGINIn Silverpine ist Céline nichts weiter als die uneheliche Tochter des Alphas – versteckt in den Dienstbotenfluren, ferngehalten von jedem Besuch. Doch in der Nacht, in der ihre Schwester einen würdigen Gefährten finden soll, um das Rudel zu führen, durchbricht das Mondlicht die Zeremonie und trifft ausgerechnet Céline. Schon am nächsten Morgen fordert Adrien Valombre, der mächtige Alpha des Blackridge-Rudels, seine Luna ein. Célines Vater zögert keinen Moment, sie ihm zu überlassen. Alle glauben, der Mond habe Céline für Adrien erwählt. Alle – außer Cassian. Als Adriens jüngerer Bruder sie nach einem Angriff in die Arme schließt, erkennt sein Wolf sofort die Wahrheit: Céline ist seine wahren Gefährtin. Doch offiziell gehört sie seinem Bruder. Sie weckt ein Band in ihm, das er niemals hätte spüren dürfen. Solange Adrien als verschollen gilt, nutzt Cassian die Chance und hält sie bei sich – ohne ihr den wahren Grund zu verraten. Zwei Jahre später spürt er sie wieder auf. Und Adrien kehrt von den Toten zurück, um seine Luna einzufordern …
View MorePOV: CélineDrei Monate später weiß Noé, welcher Schlüssel welche Tür öffnet.Er verwechselt noch immer seine Schuhe und isst manchmal den Kleber von den Etiketten, aber er reicht den blauen Schlüssel, wenn wir in Falaises ankommen, und den schwarzen vor der Familienwohnung in Blackridge.An diesem Freitag wählt er zuerst den falschen. Cassian lässt ihn zweimal probieren, bevor er ihm die Farbe des Lesegeräts zeigt.„Schwarz“, sagt Noé voller Überzeugung.„Das habe ich gerade gesagt.“„Schwarz.“Ich steige die Treppe hinter ihnen hinauf, meine Arbeitstasche über der Schulter. Wir haben den Tag in der Werkstatt verbracht. Cassian ist um siebzehn Uhr nach seiner letzten Besprechung gekommen, um Noé abzuholen, und er hat gewartet, bis ich eine Naht zu Ende genäht hatte, anstatt jemanden zu schicken, der meine Sachen packt.Im Kofferraum liegen vier reparierte Jacken von Blackridge, abgerechnet zum regulären Preis. Luna zu sein vereinfacht die Arbeit in der Werkstatt nicht; es fügt ihr ei
POV: CélineDer Stuhl der Luna bleibt im Foyer leer.Man hat ihn rechts neben den von Cassian gestellt, leicht zurückversetzt. Ich verlange, dass man ihn vor Beginn der Sitzung auf dieselbe Höhe bringt. Zwei Angestellte sehen Cassian an. Er gibt ihnen mit einer Handbewegung das Zeichen, das Podium ohne Diskussion umzustellen.Ich setze mich noch nicht.Mireille bringt drei Sensoren unter meiner Bluse an. Ysabeau wartet nahe dem Tisch des Rates. Sie hat das Band von Blackridge fast zwanzig Jahre lang getragen; sie ist die einzige anwesende Person, die weiß, was die Öffnung auslösen kann.„Das Rudel wird einen Platz in deinem Geist suchen“, sagt sie. „Du kannst schließen, sobald du es brauchst.“„Selbst nach der Zustimmung?“„Eine Luna ist keine Tür, die man offenstehen lässt.“Cassian bleibt auf der anderen Seite des Tisches. Seit dem Marking spüre ich seine Aufmerksamkeit, ohne ihn ansehen zu müssen. Er rührt das Band nicht an, um mich zu beruhigen.Die Präsidentin verliest erneut die
POV: CassianIch spüre, dass Céline aufwacht, bevor sie die Augen öffnet.Das Band übermittelt zuerst ein leichtes Unbehagen an ihrem Hals, dann das Gewicht meiner Hand auf ihrer Taille. Sie bleibt einige Sekunden reglos liegen. Ihre Aufmerksamkeit wandert zur Tür, zu ihrer Kleidung auf dem Sessel und zur Uhrzeit auf meinem Telefon.Der alte Reflex ist noch immer da.Ich ziehe meinen Arm zurück.Céline dreht sich zu mir um. Der Biss hat bereits begonnen zu heilen, dunkel auf ihrer Haut. Sie legt zwei Finger darauf, und eine Welle der Wärme strömt im Gegenzug durch mich hindurch.„Es ist seltsam“, sagt sie.„Ja.“„Hören Sie alles?“„Nur das, was laut genug ist. Und du?“Sie schließt die Augen. Eine Sekunde später trifft ihre Sorge die meine mit einer brutalen Präzision.„Sie haben Angst, dass ich nicht zurückkomme.“„Ja.“Ich könnte die Antwort abschwächen, ihr erklären, dass das Band neu ist oder dass die Trennung eine normale Reaktion hervorruft. Das hieße jedoch, meinen eigenen Ante
POV: CélineCassian schließt seine Hand nicht sogleich um meinen Hals.Seine Handfläche bleibt auf meiner Haut liegen, warm und schwer, genau an der Stelle, die ich gewählt habe. Das neue Alpha-Band erfüllt noch immer die Luft um ihn herum, aber er nutzt es nicht. Er wartet darauf, dass ich den nächsten Schritt mache.Ich knöpfe meine Bluse auf.„Ich will keine Zeugen. Keinen Rat danach. Keine Ankündigung, bevor ich morgen abreise.“„Niemand wird diese Tür überschreiten.“„Und das macht mich nicht zu deiner Luna.“„Nein.“Die Antwort erfolgt ohne das geringste Zögern.Ich nehme mamas Anhänger ab, damit er sich nicht in der Kette verfängt, und lege ihn neben das Bett. Meine Finger zittern noch mehr, als ich den Rest ablege. Cassian sieht mich an, ohne näher zu kommen. Seine Beherrschung lässt in mir den Wunsch aufkeimen, sie zu brechen.Ich trete an ihn heran und reiße sein Hemd mit einem Ruck auf. Zwei Knöpfe springen auf den Parkettboden.„Du hast gerade das einzige ordentliche Hemd











