Beranda / Werwolf / Dem Alpha versprochen, für seinen Bruder bestimmt / Kapitel 3 – Der Preis von Silverpine

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Kapitel 3 – Der Preis von Silverpine

Penulis: Adelina Beston
last update Tanggal publikasi: 2026-08-02 21:37:29

POV: Céline

Es dauert nicht einmal eine Stunde, bis Laurent und Adrien sich handelseinig werden.

Luc druckt die Unterlagen in Laurents Arbeitszimmer aus. Gedämpft dringen Stimmen nach draußen – sie besprechen Lieferdaten, die Anzahl der Waffen- und Medikamentenkisten sowie die strategischen Außenposten, die Blackridge-Krieger künftig bewachen sollen. Ich stehe stumm an der Tür, vergraben in einem viel zu großen Hoodie, den Marc mir zugeworfen hat, um mein zerfetztes Shirt zu ersetzen.

Niemand würdigt mich eines Blickes, bis es Zeit für die Unterschrift ist.

Erst dann winkt Laurent mich an seinen Schreibtisch und legt mir von hinten eine Hand auf den Nacken. Seine Finger fühlen sich schwer und fremd an.

»Céline Varenne. In meiner Funktion als Alpha entbinde ich dich von deiner Zugehörigkeit zum Silverpine-Rudel.«

Ein paar kalte Formeln genügen, um jedes verbliebene Familienband mit einem Schlag zu zerschneiden.

Von einer Sekunde auf die andere bin ich vollkommen elternlos.

Ein stechender, tauber Schmerz schießt mir durch die Brust. Ich ringe nach Luft. Das schützende Band des Rudels löst sich so schlagartig aus meinem Geist, dass mir schwarz vor Augen wird und meine Knie wegknicken. Noch ehe ich auf dem harten Holzfußboden aufschlage, packt Adrien mich am Oberarm und fängt meinen Sturz ab.

»Bis zu ihrer Ankunft auf unserem Territorium steht sie unter dem persönlichen Schutz von Blackridge«, erklärt er kalt.

Seine Berührung löst noch immer nicht das geringste Kribbeln in mir aus. Kaum stehe ich wieder sicher, lässt er mich augenblicklich los.

»Zehn Minuten. Pack deine Sachen.«

Drei Hoodies, zwei Jeans, Unterwäsche, Kulturbeutel und das abgegriffene Foto meiner Mutter – mehr besitze ich nicht. Als ich die Treppe hinuntersteige, stehen Laurent und Luc noch immer draußen bei den Wagen und sprechen in gedämpftem Ton miteinander.

Mein Vater würdigt mich keines Blickes. Er sagt nicht einmal Auf Wiedersehen.

Wenig später sitze ich auf der Rückbank des dritten Geländewagens, den Rucksack krampfhaft an meine Brust gepresst. Adrien und Luc fahren im ersten Fahrzeug voraus. Mich eskortieren zwei schwer bewaffnete Wachen und ein schweigender Fahrer im letzten Wagen der Kolonne.

Kaum rollen wir vom Parkplatz, klacken die Türverriegelungen hörbar ein.

Ich beobachte durch die getönten Scheiben, wie das Rudelhaus hinter den dicht stehenden Kiefern verschwindet. Mein Verstand weigert sich noch immer zu begreifen, wie ich innerhalb von vierundzwanzig Stunden von einer geduldeten Dienstmagd zur Verhandlungsware werden konnte.

Der Mann neben mir tippt auf seinem Smartphone herum. Er hat einen kahl rasierten Schädel und eine kurze, helle Narbe unter dem linken Ohr.

»Vierzig Mann, dazu Haufenweise Schmerzmittel, Kisten voller Sturmgewehre«, raunt er beiläufig. »Dein Alter hat dich verflucht teuer verkauft.«

Der Beifahrer auf dem Vordersitz dreht sich warnend um.

»Nicht vor ihr.«

»Soll sie doch wissen, warum sie in diesem Wagen sitzt«, schnaubt mein Sitznachbar.

Ich senke den Blick auf meinen Rucksack. Danke für die Information – wenigstens kenne ich jetzt mein Preisschild.

»Glaubst du, sie weiß schon von Adrien?«, setzt der Kahlköpfige nach.

»Das geht dich einen Dreck an«, knurrt der Fahrer und behält die Straße im Auge. »Sie ist die Auserwählte.«

Mein Sitznachbar stößt ein dreckiges Lachen aus. »Die Kleine vom Red-Creek-Rudel lag heute Nacht noch in seinem Bett, als Luc den Anruf bekam.«

Der Fahrer krallt die Finger ins Lenkrad. »Noch ein einziges Wort, Kars, und du erklärst Adrien selbst, warum du vor seiner Luna über seine Weiber quatschst.«

Der Kahlköpfige wirft mir einen letzten, mitleidigen Blick von der Seite zu. »Du wirst den Titel bekommen, Mädel. Und die luxuriösen Gemächer im Hauptflügel. Aber erwarte bloß nicht, dass du einen treuen Mate dazubekommst.«

»Ich hab gesagt, Maul halten!«

Der Mann lehnt sich endlich grunzend in seinen Sitz zurück.

Ich frage nicht nach dem Mädchen von Red Creek. Eine gute Luna hat ihren Platz zu kennen – selbst wenn ich weit davon entfernt bin, für diesen Titel qualifiziert zu sein.

Als ich zwölf war, hatte Laurent meiner Mutter versprochen, an ihrem Geburtstag mit ihr zu Abend zu essen. Sie hatte den ganzen Tag in der Küche gestanden, einen Auflauf gebacken und zwei kristallene Gläser hervorgeholt, die ich sonst nicht einmal anrühren durfte. Bis Mitternacht saß sie am gedeckten Tisch. Am nächsten Morgen lächelte sie mich matt an und sagte, sie müsse sich wohl im Datum geirrt haben.

Ich schaue hinab auf meinen Rucksack. Die Ecke von Mutters Foto lugt zwischen zwei Pullovern hervor. Behutsam schiebe ich sie zurück ins Dunkel.

Wenn die Wachen recht behalten, wird Blackridge für mich nichts weiter als ein neuer, goldener Käfig sein.

Unter dem Stoff meines Hoodies fängt die Tätowierung wieder an zu brennen. Ich presse die flache Hand darauf und schließe die Augen, bis das Stechen langsam nachlässt.

Nach zwei Stunden Fahrt wird der Verkehr immer dünner. Die Gebäude weichen endlosen, dicht bewaldeten Hügeln. Weil ich die gesamte letzte Nacht nicht geschlafen habe, schläfern mich die angenehme Wärme der Heizung und das monotone Schnurren des Motors schließlich ein.

Und dann sehe ich sie.

In meinem Traum stehe ich mitten in einem feuchtkalten, nebelverhangenen Wald. Meine Wölfin Cécile wartet zwischen zwei mächtigen Baumstämmen auf mich. Ihr graues Fell wirkt stumpf und matt, ihre Flanken heben und senken sich viel zu hastig.

»Er ist es nicht.«

»Was?«

»Ich habe ihn nicht erkannt«, flüstert Cécile. »Das Zeichen führt uns nach Blackridge – aber nicht zu ihm.«

»Wer ist dann unser Mate?«

»Ich weiß es noch nicht. Hinter diesem Band verbirgt sich etwas Dunkles. Sei wachsam, Céline. Lass nicht zu, dass irgendjemand diese Verbindung besiegelt, bevor ich den Mann erkenne, der wirklich für uns bestimmt ist!«

Ein gellender Knall erschüttert plötzlich den Wald. Cécile reißt schlagartig den Kopf hoch.

»Wach auf!«

Der Geländewagen macht einen gewaltsamen Schlenker.

Der Ruckgurt schneidet mir schmerzhaft in die Brust, während mein Kopf hart gegen die Kopfstütze des Vordersitzes knallt. Der Fahrer flucht lauthals und reißt verzweifelt das Lenkrad herum. Vor uns gerät der zweite SUV ins Schleudern und steht quer mitten auf der Fahrbahn.

Ein peitschender Schuss hallt durch die Luft. Die Heckscheibe zersplittert in ein milchiges Spinngewebe aus feinsten Rissen.

Mein Sitznachbar reagiert blitzschnell: Er packt mich an der Schulter und wirft sich mit seinem gesamten Körpergewicht über mich, um mich auf die Rückbank zu drücken. Im selben Moment durchschlägt eine zweite Kugel das Glas.

»Kopf runter!«, brüllt er.

Schüsse peitschen aus dem Dickicht am Straßenrand. Der SUV beschleunigt dröhnend, überrollt rumpelnd irgendetwas auf der Fahrbahn und bricht nach rechts aus. Mein Rucksack fliegt in den Fußraum. Das Foto meiner Mutter gleitet unter den Beifahrersitz.

Aus dem Funkgerät schallt verzerrtes Geschrei.

»Fahrzeug zwei getroffen! Sie feuern aus dem Wald!«

Eine andere Brüllstimme antwortet im Rauschen: »Sichert Wagen drei! Sie haben es auf die Luna abgesehen!«

Mein Sitznachbar zieht seine Waffe, ohne mich auch nur eine Sekunde aus der Deckung seines Körpers zu entlassen. Der Beifahrer lässt das Fenster herunter und erwidert das Feuer. Der Lärm im Innenraum ist so ohrenbetäubend, dass ich mir krampfhaft die Ohren zuhalte.

Dann zersplittert die Frontscheibe mit einem lauten Knall.

Der Fahrer sackt tödlich getroffen vornüber auf das Lenkrad. Die Hupe grollt in einem schrecklichen Dauerton auf, während der tonnenschwere Geländewagen unkontrolliert über den Standstreifen schießt und ungebremst in die Leitplanke kracht.

»Holt sie da raus!«, schreit der Beifahrer über das Dröhnen der Hupe hinweg.

Mein Sitznachbar tritt die Tür zur Straßenseite auf. Blut sickert aus einer Wunde an seiner Schläfe.

»Du bleibst dicht hinter mir! Du rennst erst, wenn ich es dir sage!«

Er packt mich grob am Unterarm. Eine Kugel schlägt zischend knapp neben seinem Kopf in die Karosserie ein. Er lässt mich los, um das Feuer zu erwidern.

Zu meiner Rechten führt die andere Autotür direkt zum Waldrand. Die dichten Bäume sind nur wenige Meter entfernt.

Alle Männer von Blackridge starren panisch auf die Straße. Niemand achtet mehr auf mich.

Meine Beine zittern wie verrückt.

Das hier ... das ist vielleicht meine einzige Chance, zu entkommen.

Mit zitternden Fingern greife ich nach dem Türöffner. Meine verschwitzten Hände gleiten ab. Ich fluche stumm, packe die Klinke mit beiden Händen und reiße mit aller Kraft daran.

Die Kindersicherung blockiert.

Noch bevor ich es ein zweites Mal versuchen kann, wird die Tür von außen aufgerissen.

Ein maskierter Mann beugt sich blitzschnell in den Innenraum und schließt seine eisernen Finger um mein Handgelenk.

»Ich hab sie!«

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