Beranda / Werwolf / Dem Alpha versprochen, für seinen Bruder bestimmt / Kapitel 4 – In den Fängen der Streuner

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Kapitel 4 – In den Fängen der Streuner

Penulis: Adelina Beston
last update Tanggal publikasi: 2026-08-02 21:38:46

POV: Céline

Der Vermummte zerrt mich gewaltsam aus dem Wrack des Geländewagens.

Mein Knie prallt hart auf den feuchten Asphalt. Der kahlköpfige Wächter herumwirbelt und feuert, doch mein Entführer reißt mich schutzschildartig vor sich. Eine Kugel pfeift haarscharf an meinem Ohr vorbei. Er zerrt mich rücksichtslos über die feuchte Leitplanke, während zwei weitere Gestalten aus dem Dickicht brechen.

Lauf!, schreit Cécile in meinem Kopf.

Ein gequälter Laut entfährt dem Mann, als ein Schuss seine Schulter trifft. Er gerät ins Wanken. Ich nutze den Sekundenbruchteil, reiße mich los und stolpere über das nasse Gras. Doch nach nur drei Schritten schlingt sich ein muskulöser Arm von hinten um meine Taille.

Ich will schreien, doch im selben Moment presst sich eine dreckige Hand auf meinen Mund.

»Sie ist es! Los, verschwinden wir!«

Sie zerren mich tiefer zwischen die dicht stehenden Bäume. Hinter uns verhallen die Schüsse, das Dröhnen der Motoren stirbt langsam ab. Auf einem alten, zugewachsenen Waldweg wartet ein schlammverschmierter Pick-up. Sie werfen mich rücklings auf die Rückbank. Noch ehe ich mich aufrichten kann, zurrt einer der Männer meine Handgelenke mit einem dicken Kabelbinder aus Plastik fest zusammen.

Ich versuche mich zu wehren, doch er drückt mir schwer seinen Unterarm gegen die Kehle.

»Halt die Klappe und beweg dich nicht, wenn du den heutigen Tag überleben willst.«

Der Pick-up schießt mit durchdrehenden Reifen los. Immerhin: Sie wollen mich nicht sofort töten.

In meinem Inneren bewegt sich Cécile schwach. Sie spricht nicht mehr, aber ich spüre ihre fieberhafte Präsenz. Ich versuche verzweifelt, die Abzweigungen mitzuzählen. Bei der vierten biegt der Pick-up vom Hauptweg ab. Bei der siebten hält er ruckartig vor einer verfallenen Forststation – einem flachen Holzbau mit vernagelten Fenstern.

Die Männer reißen die Tür auf und zerren mich heraus. Als mein linker Fuß den Boden berührt, knickt mein verletzter Knöchel augenblicklich ein.

»Vorwärts, laufen!«

Humpelnd schleppe ich mich hinein. Der Hauptraum ist karg: ein wackeliger Tisch, zwei Stühle und verrostetes Werkzeug an den Wänden. Der verletzte Streuner greift grob nach meinem Kragen und reißt ihn herunter, um das Zeichen zu begutachten.

»Es ist tatsächlich die Luna.«

Ein anderer zieht sein Smartphone.

»Schick das Foto ab. Sobald die Bestätigung da ist, machen wir sie kalt.«

Ich weiche zurück, bis mein Rücken auf die kühle Wand trifft. Der Verletzte stößt mich auf einen Stuhl und bindet meine fixierten Handgelenke an ein verrostetes Heizungsrohr hinter mir.

»Werdet ihr ... werdet ihr mich töten?«

Er wischt sich das Blut ab, das durch seine Jacke sickert.

»Wenn alles nach Plan läuft – ja.«

Ehe ich antworten kann, dreht er sich ab.

Auf dem Tisch knackt ein altes Funkgerät. Rauschige Stimmen sprechen von einer gesperrten Straße und einem zweiten Trupp, der Jagd auf Adrien gemacht hat. Dann lässt ein fernes, dumpfes Grollen die abgeklebten Scheiben erzittern.

Einer der Männer greift nach dem Funkgerät.

»Team zwei, melden!«

Nichts als Rauschen. Dann meldet sich eine verzerrte Stimme:

»Der Wagen des Alphas liegt in der Schlucht. Er brennt lichterloh.«

»Ist Valombre tot?«

»Aus dem Wrack kommt keiner mehr lebend raus.«

Der Streuner legt das Funkgerät ab und auf seinen Zügen breitet sich ein breites, dreckiges Grinsen aus.

Ich habe Adrien erst heute Morgen kennengelernt. Ich weiß fast nichts über ihn – und doch war er der einzige Grund, warum diese Männer mich entführt haben. Wenn er tot ist ... was wird sein Rudel dann mit mir anstellen, falls sie mich je finden?

Zu deiner Rechten, flüstert Cécile schwach in meinem Kopf.

Ich drehe den Kopf ein Stück. Direkt hinter meinem Handgelenk ragt eine scharfe Metallkante aus dem verrosteten Rohr.

Schab die Fesseln daran ab.

Ich beginne vorsichtig, meine Hände zu bewegen. Der harte Kunststoff schabt über das Metall und schneidet mir tief in die Haut. Bei jeder Bewegung entsteht ein leises, rhythmisches Geräusch – zum Glück übertönt vom Knacken des Funkgeräts und dem lauten Gemurmel der Männer im Nebenraum.

Das Plastik gibt langsam nach.

Gerade als die Fessel reißt und ich meine rechte Hand befreien kann, tritt einer der Männer durch die Tür.

»Was treibst du da?!«

Ich fahre so hastig hoch, dass mein Knöchel wieder nachgibt. Noch ehe ich den Boden berühre, reißt er mich an den Haaren hoch.

»Miststück!«

Er schleudert mich ungebremst gegen den Tisch. Meine Hüfte prallt hart gegen die Kante, ein stechender Schmerz fährt mir durch den Körper. Ich rufe nach Cécile, doch ihre Stimme geht im rasenden Schmerz unter.

Plötzlich flackert das Licht und erlischt vollkommen.

Der Mann lässt mein Haar los und zieht blitzschnell seine Waffe.

Im Nebenraum peitscht ein Schuss. Dann ein zweiter. Jemand krallt sich in die Tür, ehe sie mit brachialer Gewalt aus den Angeln gerissen wird.

Eine Gestalt tritt durch den Türrahmen.

Er trägt eine dunkle, schlammbefleckte Lederjacke. Er ist riesig, noch breiter als Adrien, und der Handrücken seiner rechten Faust ist über und über mit frischem Blut verschmiert. Der Streuner reißt die Waffe hoch und feuert, doch der Fremde weicht mit raubtierhafter Schnelligkeit aus. Mit einem einzigen Handgriff packt er das Handgelenk des Schützen, bricht es mit einem trockenen Knacken und schleudert den Mann wie eine Puppe gegen die Wand.

Der schlaffe Körper schlägt direkt zu meinen Füßen auf.

Draußen brechen panische Schreie aus. Der Fremde würdigt den Bewusstlosen keines Blickes. Seine Augen – dunkel und gefährlich – haften einzig und allein auf mir.

Plötzlich taucht der zweite Streuner hinter dem Tisch auf. Sein Arm schlingt sich von hinten wie eine Würgeschlinge um meinen Hals. Die kühle Klinge eines Jagdmessers presst sich direkt unter mein Kinn.

»Keinen Schritt weiter, Valombre!«

Der Mann in Schwarz hält inne.

»Lass sie los.«

Seine Stimme ist nicht laut, aber sie vibriert vor solcher Macht, dass der Arm um meinen Hals zu zittern beginnt. Der Streuner presst die Klinge noch fester an meine Haut.

»Noch ein Schritt, und ich schneide ihr die Kehle durch!«

Der Fremde senkt langsam seine Waffe. Als der Streuner für einen kurzen Bruchteil einer Sekunde zur Fensterscheibe schaut, entfernt sich die Messerspitze minimal von meiner Haut.

Mehr braucht der Mann in Schwarz nicht.

Wie ein Schatten schießt er durch den Raum. Seine massive Hand schließt sich um die Kehle des Streuners und reißt ihn mühelos vom Boden hoch. Das Messer klirrt auf das Holz. Stolpernd ziehe ich mich aus dem Würgegriff zurück.

Ein hässliches Knacken ertönt hinter mir.

Ich habe keine Zeit, mich umzudrehen. Mein verletzter Knöchel knickt vollkommen ein – doch ehe ich stürze, schlingt sich der Arm des Fremden eisern um meine Taille.

Im selben Moment, in dem sein Körper meinen berührt, explodiert die Tätowierung auf meiner Brust.

Ein schriller Schrei entfährt mir. Cécile bricht in meiner Brust mit einer solchen Wucht hervor, dass mir auf der Stelle der Atem stockt.

Wehre dich nicht!, brüllt meine Wölfin.

Der Mann zieht mich fest an sich. Sein Gesicht verharrt millimeterweit von meiner Halsbeuge entfernt. Er atmet tief meinen Geruch ein – und erstarrt augenblicklich mitten in der Bewegung.

»Cassian!«, ruft plötzlich eine Stimme von der Eingangstür.

Er lässt mich nicht los.

Ein Mann aus Blackridge stürzt herein, das Smartphone noch fest in der Hand.

»Luc lebt! Er hat bestätigt, dass Adrien in dem brennenden Wagen saß.«

Cassian wendet langsam den Kopf.

»Und die Leiche?«

»Wir kommen im Moment nicht an das Wrack heran. Luc meint, er hatte keine Chance, da herauszukommen.«

»Suche fortsetzen«, befiehlt Cassian kalt.

Seine Hand wandert langsam an meinen Nacken. Die sengende Hitze auf meiner Brust wird unerträglich. Der Raum beginnt vor meinen Augen zu verschwimmen.

Cécile versucht noch etwas zu sagen, doch ihre Stimme klingt nur noch wie ein dumpfes Echo.

Das Letzte, was ich spüre, bevor die Dunkelheit mich verschlingt, ist der eiserne Halt von Cassians Arm.

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