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22: Ungefilterte Emotionen

Author: Dark Gold
last update publish date: 2026-09-28 06:34:30

Heather

Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, als sich das Buch, das ich in den Händen hielt, für meine zitternden Finger plötzlich rau und kratzig anfühlte. Die Worte schwammen mir vor den Augen, jede Silbe, die ich gelesen hatte, hatte mir geholfen, die Welt, den König und – was mir am meisten Angst machte – Prinz Keith besser zu verstehen.

Wusste der König, dass alles dokumentiert war, und warum hatte niemand etwas darüber gesagt? Oder war ich diejenige, die nicht wusste, was vor sich ging
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    Heather Ich lehnte meinen Kopf gegen die Wand des Fensterrahmens in meinem Zimmer und betrachtete das Mondlicht und die Sterne am Himmel. Ein kleines, inneres Lächeln umspielte meine Lippen. Alles war so, wie es sein sollte – genau so, wie ich es mir ausgearbeitet hatte. Die Gedenkfeiern für den verstorbenen König und die verstorbene Königin werden ebenfalls stattfinden, unabhängig davon, ob Menschenmengen kommen oder nicht. Prinz Keith brauchte niemanden, der vorgab, ihn zu verstehen oder sich um ihn zu kümmern, bevor er um seine Eltern trauerte. Seine Trauer war etwas Heiliges und gehörte in seinen persönlichen Raum – und das war das Wichtigste. Ich schwebte gerade in diesem angenehmen Dämmerzustand in dem weichen Sessel, als ein leises Klopfen an meiner Tür ertönte. Bevor ich ganz zu mir kommen konnte, quietschte die Tür beim Öffnen, und Lucindas fröhliche, leicht verstimmte Stimme begann zu singen.„Happy Birthday to you …“Meine Augen flatterten auf, und ich blinzelte in das pl

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    HeatherIch saß da und war wie gelähmt, während mir die Unterhaltung mit der großartigen Luna immer wieder durch den Kopf ging – und nicht nur das: Ich konnte auch nicht aufhören, an den Brief zu denken, den mir mein Vater geschickt hatte. Das Gespräch mit der großartigen Luna ließ mich keine Ruhe finden, egal wie sehr ich versuchte, es zu vergessen. Die Ironie des Ganzen war grausam. Ein Tag, der eigentlich zum Feiern und zum Leben gedacht war, war der Tag, an dem man um andere Menschen trauerte. Ich starrte aus dem Fenster meines Zimmers.Ich beschloss, nicht allzu viel darüber nachzudenken, denn mein Geburtstag wurde ja ohnehin nie wirklich gefeiert – es machte eigentlich keinen Unterschied, aber Prinz Keiths Eltern … Seine Eltern. Dieser Tag war wichtig für ihn. Er war eine Verbindung zu den Menschen, die er geliebt und verloren hatte, zu den Menschen, die ihn zu dem Mann geformt hatten, der er heute ist. Der Gedanke, dass er diesem Tag allein gegenüberstand oder dass er nicht g

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    Heather Meine Augen wanderten über den Brief, der von zu Hause geschickt worden war. Es war kein Brief mit Höflichkeitsfloskeln, sondern ein düsterer Bericht darüber, was zu Hause vor sich ging. Die Dinge liefen nicht gut, und sie brauchten mich – meine Macht als Prinzessin, um ihnen zu helfen. Es war meine Pflicht, diese Macht einzusetzen, um ihnen zu helfen, denn ich gehörte zur Familie. Als ich mit dem Lesen fertig war, glitt mir der Brief langsam aus der Hand. Keine einzige Zeile, in der gefragt wurde, ob es mir gut ginge, ob ich mich an das Leben am Hof gewöhnt hätte, ob ich glücklich wäre. Nur das, was sie wollten, zählte. Ich fragte mich oft, ob es genauso gewesen wäre, wenn Debra mit Prinz Keith verheiratet gewesen wäre – natürlich hätten sie alles getan, um sicherzustellen, dass es ihr gut ging, und sie hätten sie niemals leiden lassen. Plötzlich überkam mich eine Welle der Übelkeit, und ich setzte mich langsam hin und atmete tief aus. Ich hob den Brief vom Boden auf und f

  • Dem Prinzen der Rebellen bestimmt   38: Unausgesprochene Wahrheiten

    Heather Ich stand draußen, von der kühlen Nachtluft umweht, aber ich brachte es nicht über mich, wieder hineinzugehen. Ich stand völlig regungslos da, den Geschmack von ihm noch immer auf den Lippen. Der Gedanke kam mir fremd vor, so unwirklich. In einem Moment wurde ich in einen schwindelerregenden, atemraubenden Kuss hineingezogen, der mir jede Spur von Vorsicht raubte, und im nächsten stand ich allein da, während Stille in meinen Ohren hallte.Er hatte mich geküsst. Kein höfliches Streifen der Lippen, kein formeller Kuss auf die Wange, sondern ein tiefer, alles verzehrender Kuss, der mir den Atem geraubt und meine Gedanken durcheinandergebracht hatte. Die Logik flog aus dem Fenster, ersetzt von einer verwirrenden Welle aus etwas Warmem und erschreckend Süßem. Meine Gefühle, die ich verzweifelt zu leugnen versucht hatte, waren plötzlich aufgeflammt und hatten mich für alles außer diesem Moment blind gemacht.Und dann löste er sich von mir. Abrupt. Als wäre ihm gerade ein schwerwieg

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    Prinz KeithDie Bergluft sollte reinigend wirken und die unerbittlichen Forderungen meines Geistes besänftigen. Ich hatte ihre Rauheit gesucht, mit dem konkreten Ziel, zu vergessen. Oder zumindest das Bild von Heather aus meinem Bewusstsein zu verdrängen.Doch es war ein kläglicher Misserfolg.Jeder Atemzug in meinen Lungen schien die Erinnerung an sie in meinem Kopf nur noch zu schärfen. Der Berg bot mir nicht das, was ich wollte; stattdessen war mein Geist ein Sturm, der um sie tobte. Ich sah ihr Gesicht, wenn ich die Augen schloss, hörte das Echo ihrer Stimme im Wind – all das fühlte sich wie körperlicher Schmerz an, wie eine verzweifelte, unlogische Sehnsucht, sie in meiner Nähe zu haben. Ich sehnte mich sogar nach den Streitereien, nach irgendetwas. Einfach irgendetwas, um sie in meiner Nähe zu sehen. Es ergab keinen Sinn. Warum sie? Ich kannte Nyles schon seit Jahren, sie war eine beständige, verlässliche Präsenz in meinem Leben, doch ihre Abwesenheit hatte noch nie diesen beun

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    HeatherIch rannte auf den Palast zu, ohne auf Molly zu warten. Ich wollte Prinz Keith unbedingt sehen, sodass mir alles andere, worüber wir gesprochen hatten, völlig aus dem Kopf flog. Mollys Rufe „Heather! Warte!“ verstummten hinter mir, und ich ignorierte sie. Meine Brust fühlte sich eng an, es war ein Knoten aus Angst und Frustration … so fest, dass ich kaum atmen konnte. Ich war immer noch völlig überwältigt von der Tatsache, dass er zurück war, nachdem er wie ein Geist verschwunden war, ohne ein einziges Wort zu sagen. Ich wurde erst langsamer, als ich die Tür zu unseren Gemächern erreichte. Ohne zu zögern, ohne auch nur einen Atemzug zur Vorbereitung, riss ich die schwere Tür auf.Der Anblick, der mir begegnete, raubte mir den Atem – doch nur für eine Sekunde, bevor die Wut zurückkehrte und die Leere füllte. Prinz Keith stand neben dem großen Spiegel in seinem Zimmer, ein weißes Handtuch in der Hand. Er war ohne Hemd, Wassertropfen hingen noch an der Haut seiner Schultern, und

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