LOGINKapitel 2: Erste Stunden unter Aero
Elara atmete tief ein, als sie die gläserne Tür zur Etage 32 von Aero Industries aufschob. Der Geruch von poliertem Holz und feinem Leder empfing sie wie ein unsichtbares Signal: Hier war alles anders. Jeder Schritt hallte auf dem hochglänzenden Marmorboden, und die perfekten Linien des Raums schienen ihr den Atem zu nehmen. Sie spürte, wie ihre Hände die Mappe fester umklammerten, als wollte sie sich selbst daran erinnern, warum sie hier war. „Frau Voss?“ Die Stimme war ruhig, klar, kontrolliert. Aero stand in seinem Büro, der dunkle Anzug makellos, die Schultern breit und gerade, seine Präsenz so intensiv, dass der Raum kleiner wirkte, sobald er eintrat. Elara erstarrte kurz. Du kannst das. Du bist hier, um zu arbeiten, nicht um zu erstarren. „Guten Morgen, Herr Aero“, sagte sie, bemüht, ruhig zu bleiben. Ihre Stimme klang leichter, als sie sich fühlte. Er nickte knapp. „Setzen Sie sich. Ich möchte kurz die Prioritäten des Tages durchgehen.“ Elara setzte sich, die Knie eng zusammen, die Mappe auf dem Schoß. Sie spürte ein leichtes Zittern, doch sie zwang sich, gerade zu sitzen, die Schultern zurück, den Blick auf ihn gerichtet. Schon in diesen ersten Sekunden bemerkte sie, dass jede Bewegung von Aero durchdacht war, kein überflüssiges Wort, keine Geste, die nicht Gewicht hätte. „Heute lernen Sie die Grundlagen meines Kalenders kennen, die wichtigsten Kontakte und einige der Aufgaben, die Sie übernehmen werden“, begann er, seine Stimme ruhig, doch sie spürte die Kontrolle in jedem Tonfall. „Ich erwarte Präzision, Frau Voss. Keine Ausreden.“ Elara nickte. Natürlich, keine Fehler. Schritt für Schritt. Sie öffnete die Mappe, bereit, alles mitzuschreiben, alles zu speichern. ⸻ Die ersten Stunden vergingen in einem konzentrierten Strom aus Aufgaben, Rundgängen durch das Büro und kurzen Gesprächen mit Kollegen. Elara lernte die verschiedenen Abteilungen kennen: Buchhaltung, Marketing, Design, Rechtsabteilung. Jeder Mitarbeiter bewegte sich mit einem Selbstbewusstsein, das sie gleichzeitig beeindruckte und einschüchterte. Immer wieder warf Aero einen Blick auf sie. Nicht starrend, sondern prüfend, als würde er jede Regung, jede Bewegung registrieren. Elara spürte, wie ein Ziehen in ihrem Magen aufstieg – Respekt, Nervosität, ein unbestimmtes Gefühl, das sie nicht erklären konnte. Bei jeder Aufgabe, die sie erledigte, achtete sie darauf, keine Fehler zu machen. Die kleinsten Details, die in der Mappe oder auf dem Bildschirm standen, konnten entscheiden, ob sie diesen Job behielt oder verlor. Aero sprach selten, aber wenn, dann mit einer Klarheit, die keinen Widerspruch duldete. Du kannst das. Konzentrier dich auf die Aufgaben. ⸻ Mittags führte Aero sie in die Cafeteria. Der Raum war hell, Glas von Boden bis Decke, mit Blick über die Stadt. Das Sonnenlicht spiegelte sich in der Wasseroberfläche des Brunnens draußen, während die Geräusche der Stadt wie entfernt wirkten. Sie setzte sich ihm gegenüber, die Mappe immer noch neben sich, bereit, alles zu notieren. „Frau Voss“, begann Aero, während er einen Schluck Kaffee nahm, „ich erwarte nicht nur, dass Sie Aufgaben erledigen. Ich erwarte, dass Sie vorausdenken.“ Elara nickte eifrig. „Ja, Herr Aero. Ich verstehe.“ „Gut.“ Er lehnte sich leicht zurück, die Hände auf den Tisch gelegt. Sein Blick wanderte kurz durch die Cafeteria, dann wieder auf sie. „Hier zählt jede Bewegung. Jede Entscheidung. Jede Handlung.“ Sie schluckte. Dieses Gefühl war kein bloßer Respekt. Es war eine Mischung aus Nervosität und einer merkwürdigen Anziehung, die sie nicht verstand. Sie spürte, dass sie ihm nicht entkommen konnte, und vielleicht wollte sie das auch gar nicht. ⸻ Am Nachmittag erhielt Elara ihre erste eigenständige Aufgabe: einen dringenden Bericht für ein Meeting vorbereiten, das Aero in einer Stunde leiten würde. Sie setzte sich an ihren Schreibtisch, öffnete die Mappe und begann zu arbeiten. Konzentration, Präzision, jedes Detail zählte. Während sie tippte, bemerkte sie, dass Aero gelegentlich aus dem Augenwinkel auf sie blickte. Kein Wort, kein Kommentar – nur Präsenz. Und dennoch spürte sie, dass er jede Bewegung beobachtete, jeden Blick registrierte. Wie kann jemand nur durch Anwesenheit so viel Macht ausstrahlen? fragte sie sich leise. Sie zwang sich, die Gedanken beiseite zu schieben. Jede Minute zählte. Jeder Fehler konnte entscheidend sein. ⸻ Im Laufe des Nachmittags lernte sie, kleine Notizen schneller zu erstellen, Dokumente effizient zu sortieren, und sogar die wichtigsten Ansprechpartner innerhalb des Unternehmens zu erkennen. Sie merkte, dass sie sich selbst überraschte – sie war konzentriert, organisiert und wirkte sogar sicher, obwohl sie innerlich immer noch nervös war. Aero trat gelegentlich neben sie, überprüfte ihre Arbeit, manchmal mit einem kurzen Kommentar: „Effizient. Gut.“ oder „Das hätte schneller gehen können.“ Nie zu viel, nie zu wenig. Jeder Satz, jede Geste schien sie zu formen, zu testen, ohne es direkt zu sagen. Zwischen den Aufgaben spürte sie das subtile Ziehen in der Brust, die Spannung, die sie nicht erklären konnte. Es war keine körperliche Angst, es war… etwas anderes. Eine Mischung aus Faszination, Respekt und einer seltsamen, nicht greifbaren Anziehung. ⸻ Gegen Ende des Tages saß sie erschöpft an ihrem Schreibtisch. Der Bericht war fertig, alles überprüft, die E-Mails sortiert. Sie lehnte sich kurz zurück, atmete tief durch und sah sich um. Das Büro, die Fenster, die Geräusche – alles war jetzt ein Teil ihres Alltags geworden. Aero beobachtete sie ein letztes Mal, bevor er das Büro verließ. Kein Kommentar, kein Lächeln – nur ein Nicken. Doch dieses Nicken reichte, um ihr Herz schneller schlagen zu lassen. Sie wusste, dass dies nur der Anfang war. Der Mann vor ihr war nicht nur ihr Chef. Er war jemand, dessen Einfluss sie spüren würde, dessen Macht sie gleichzeitig einschüchterte und faszinierte. Elara lehnte sich zurück, die Gedanken wirbelten, das Herz hämmerte. Sie wusste, dass sie diesen Tag überlebt hatte – und dass sie bereit war, sich allem zu stellen, was noch kommen würde. Denn eines war klar: Dieses Büro, dieser Mann, und dieser Job würden ihr Leben verändern. Und sie würde nicht mehr die Frau sein, die sie gestern noch gewesen war.Kapitel 62 – Hinweise und ZweifelAeroJede Sekunde fühlte sich an wie ein Schlag. Elara war verschwunden, und obwohl ich ihre Präsenz noch schwach spürte, war sie verschwunden, als hätte die Welt sie verschluckt. Mein Wolf brüllte, wild, ungeduldig, voller Panik und Zorn, doch ich zügelte ihn. Jede Aktion musste überlegt, präzise sein. Kein Fehler. Nicht jetzt.Kaelen und die Beta hatten sich entlang der möglichen Fluchtwege positioniert, jede Straße, jede Gasse, jeder Schatten überwacht. Doch selbst mit ihrem scharfen Blick, mit der Kraft des Rudels, war Elara verschwunden. Mein Herz raste, mein Wolf heulte innerlich. Ich konnte spüren, dass sie in Sicherheit war – zumindest teilweise. Irgendetwas in der Luft sagte mir das. Aber wo? Wer? Warum?„Alpha… wir haben etwas“, meldete Kaelen nach einer Minute, die sich wie Stunden anfühlte. „Ein Hinweis. Keine direkte Spur… aber eine Präsenz. Schwach, aber stabil. Nordöstlich von hier, abgelegene Gegend. Keine Zerstörung, kein Kampf, nur…
Kapitel 61 – Die Jagd nach ElaraAeroDie Minuten dehnten sich wie Stunden. Jeder Atemzug fühlte sich an wie ein Gewicht auf meiner Brust, mein Herz raste, mein Wolf war vollständig entfesselt. Elara war verschwunden. Verschwunden! Und ich konnte spüren, wie die Gefahr in der Luft hing, unsichtbar, aber deutlich – bedrohlich.„Kaelen! Beta! Ich brauche jede Information, jeden Hinweis, sofort!“ Ich rannte die Straße entlang, die Hände um das Telefon geklemmt, die Augen wie ein Falkenblick über die Umgebung. Jede Ecke, jede Gasse, jede Abweichung im Boden, jeder Schatten konnte ein Hinweis sein. Mein Wolf war in Alarmbereitschaft, spürte jede Bewegung, jede Veränderung, jede noch so kleine Unregelmäßigkeit in der Umgebung.Kaelen antwortete hektisch. „Alpha… wir scannen alles, jede Kamera, jeden Zugang. Keine Hinweise, außer dass sie von der Insel verschwunden ist. Aber…“ Seine Stimme stockte, und ich konnte die Anspannung spüren, die er kaum verbergen konnte. „…irgendetwas stimmt nicht
Kapitel 60 – Gefangen, aber beschütztElaraAlles geschah zu schnell. Ein starker Ruck, kalte Hände, die mich packten, ein kurzer Schmerz, ein Schrei, den ich kaum kontrollieren konnte – und plötzlich war ich weg. Weg von meinem sicheren Paradies, weg von Aero, weg von allem, was ich kannte.Panik brach in mir aus, wild, ungestüm. Mein Wolf war sofort wach, sprang an die Oberfläche meines Bewusstseins, jaulte, schnappte nach jeder Bewegung. Ich trat, schrie, versuchte zu entkommen, doch alles war zu stark, zu schnell. Ich spürte die Professionalität des Mannes, der mich hielt – hart, effizient, keine Zögern, keine Emotionen außer der Pflicht.„Wer… wer sind Sie? Was… was passiert hier?“, keuchte ich, mein Herz raste, mein Atem schwer.Keine Antwort. Nur der Fahrtwind, das Dröhnen des Motors, das Rattern eines unruhigen Fahrzeugs über unebenen Boden. Ich konnte kaum sehen, die Sonne verschwand hinter Wolken, und das Adrenalin schoss durch meinen Körper.Mein Wolf schrie, wild, aggressi
Kapitel 59 – Die Jagd beginntAeroJede Faser meines Körpers schrie Alarm. Elara war verschwunden. Mein Herz raste, mein Wolf war in vollster Alarmbereitschaft. Ich spürte das Brummen der Panik tief in meiner Brust, spürte die Instinkte, die mich trieben, jede Sekunde, jede Entscheidung, jeden Atemzug.Die Landung auf dem Festland hatte keine Zeit verschwendet. Kaelen und das Rudel warteten bereits am kleinen Hafen, die Augen wachsam, die Sinne angespannt, als hätten sie die Gefahr gespürt, bevor sie sichtbar wurde. Ich sprang von Bord, spürte den harten Asphalt unter meinen Füßen, das Dröhnen des Motors in meinem Rücken. Jeder Schritt war präzise, geplant, kein Moment verschenkt.„Wo ist sie?“ Meine Stimme war scharf, aber kontrolliert, ein Alpha-Befehl, der das Rudel sofort in Bewegung setzte. Ich spürte, wie Kaelen und die Beta auf meine Energie reagierten, ihre eigenen Kräfte bündelten. Jeder Instinkt aktiviert. Jeder Muskel bereit.Kaelen meldete sich sofort: „Keine Sichtungen in
Kapitel 58 – Aero verlässt die InselAeroDie Wut in mir brannte heißer als die Sonne über dem Meer. Elara war verschwunden. Verschwunden. Mein Herz raste, mein Wolf brüllte, und jede Faser meines Körpers war auf Alarm gestellt.Doch ein Blick auf die Realität brachte mich zurück in den Moment: Ich war auf einer Insel. Eingeschränkt, begrenzt. Kein Auto, kein sofortiger Zugang zum Festland. Alles verzögerte mich. Jede Sekunde zählte. Ich konnte nicht zögern.Mein Blick flog über das Wasser, die kleinen Boote im Hafen, die Helikopterplattform auf der Nachbarinsel. Ich musste schnell handeln. Ich musste herausfinden, wie ich sie erreichen konnte, bevor die Minuten sie zu weit weg trugen.„Kaelen, hör mir zu“, knurrte ich ins Telefon, die Stimme ein scharfer Befehl. „Ich brauche sofort alle verfügbaren Transportmittel. Boote, Hubschrauber, alles. Ich verlasse die Insel innerhalb der nächsten fünf Minuten. Keine Verzögerungen. Verstanden?“Kaelen reagierte sofort, hektisch, aber effizient
Kapitel 57 – Aero jagt das UnbekannteAeroDie Sonne brannte auf die Terrasse, das Meer glitzerte friedlich, als ich endlich das Telefonat mit dem Beta beendete. Ein kurzer Austausch, Routine. Doch selbst während ich sprach, spürte ich diese unterschwellige Unruhe in mir. Ein Instinkt, der nicht durch Worte erklärbar war.Ich senkte das Telefon, lehnte mich zurück und blickte über den Strand. Mein Blick wanderte zum Wasser, zu Elara, die ein Stück entfernt im flachen Meer stand, ihre Arme ausgebreitet, das Gesicht in der Sonne, den Kopf leicht zurückgeworfen.Ein Bild des Friedens. Ein Paradies. Und doch… etwas stimmte nicht.Mein Wolf meldete sich sofort. Ein leises Zucken, ein Kribbeln entlang meiner Wirbelsäule, ein dumpfes Warnsignal. Ich hob die Hand, wollte rufen – da war sie nicht mehr.„Elara?“ Meine Stimme hallte über die Terrasse, aber ich erhielt keine Antwort. Mein Herz setzte einen Schlag aus.Mein Blick raste über den Strand, das Wasser, die Treppe zum Haus. Keine Bewegu