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Kapitel 3

Author: J. C. Veyra
last update Last Updated: 2026-02-14 06:06:43

Kapitel 3: Ein Tag voller Schatten und Licht

Elara schlug die Bürotür hinter sich zu, noch immer von den Ereignissen des Morgens erschöpft. Der erste volle Arbeitstag bei Aero Industries hatte ihr alles abverlangt – nicht nur ihre Konzentration, sondern auch ihre innere Stärke. Jede Anweisung, jeder Blick von Aero, jede kleine Aufgabe fühlte sich an wie ein Test, der weit über das reine Organisieren hinausging.

Sie ließ sich auf den Stuhl ihres kleinen, aber feinen Apartments fallen, wo das vertraute Durcheinander der Küche und die Wärme der Einrichtung ihr sofort das Gefühl von Heimat gaben. Die Gedanken wirbelten in ihrem Kopf. Sie erinnerte sich an jedes Detail von Aero – die kühlen, scharfen Augen, die Präsenz, die sich wie ein Magnet auf alles in ihrer Umgebung auszuwirken schien, die präzisen Bewegungen seiner Hände und Schultern. Wie kann jemand nur so kontrolliert wirken, ohne einen Ton zu verlieren?

Ihr Handy vibrierte. Es war ihre Mitbewohnerin, Mina, die schon seit Jahren mit ihr zusammenlebte.

„Na? Wie war dein erster Tag bei diesem… Mr. Perfektion?“ Minna’s Stimme war neckend, voller Neugier.

Elara lachte trocken, ließ sich in den Stuhl sinken. „Er ist… beeindruckend. Furchteinflößend. Perfekt. Alles, was du dir vorstellen kannst und noch mehr. Ich weiß nicht, ob ich mich benehmen oder staunen soll.“

Mina kicherte. „Klingt, als wärst du wieder einmal vollkommen hin und weg. Beschreib ihn mir – du klingst ja wie ein Teenager, der zum ersten Mal schwärmt.“

Elara schloss die Augen, ließ die Bilder auf sich wirken. „Groß, breit gebaut, dunkle Haare, strenge, aber durchdringende Augen. Die Art, wie er sich bewegt… jedes Wort, jede Geste – alles sitzt. Keine unnötigen Bewegungen. Es ist… faszinierend. Ich weiß nicht, wie er das macht, aber man spürt einfach, dass er die Kontrolle hat. Über alles. Über den Raum, über die Leute, über sich selbst.“

Mina seufzte theatralisch. „Und wie fühlst du dich dabei? Angst? Aufregung? Beides?“

„Beides“, gestand Elara. „Und irgendwie noch etwas anderes, etwas, das ich nicht greifen kann.“

Das Gespräch mit Mina half, die Spannung ein wenig zu lösen. Sie sprachen über den Alltag, über das kleine Chaos in der Wohnung, über Abendessen und die Wäsche, aber Elara merkte, dass ihre Gedanken immer wieder zu Aero zurückkehrten.

Später am Abend setzte sie sich auf ihr Bett, den Laptop noch auf den Knien, um Notizen zu machen. Sie überlegte den Tag Schritt für Schritt: jede Aufgabe, jede Interaktion, jede Nuance seiner Präsenz. Selbst die kurzen Momente, in denen er sie beobachtet hatte, schienen in ihrem Gedächtnis zu brennen. Sie konnte fühlen, wie die Anspannung in ihrem Körper abklang und sich gleichzeitig etwas Neues regte: Neugier, Faszination, vielleicht auch Respekt, der sich langsam in etwas anderes verwandelte.

Als sie schließlich den Laptop zuklappte, spürte sie die Müdigkeit, die sich wie eine warme Decke über sie legte. Sie legte sich hin, und ihre Gedanken drifteten in Träume, in Szenen von Büroetagen, hohen Fenstern, glänzenden Böden, und immer wieder tauchte Aero in diesen Träumen auf – seine Augen, sein Blick, seine Präsenz.

Am nächsten Morgen wachte Elara früh auf, noch vom Rest des Traums erfüllt. Sie fühlte ein leichtes Ziehen in der Brust, eine Mischung aus Vorfreude und Nervosität. Heute würde ein neuer Tag bei Aero Industries beginnen. Sie richtete sich auf, zog sich schnell an, überprüfte sorgfältig ihr Outfit – jedes Detail musste sitzen. Sie konnte sich keinen Fehltritt leisten.

Beim Frühstück saß sie schweigend am Küchentisch, ihre Gedanken wanderten immer wieder zu Aero. Wie kann ein Mensch so viel Macht ausstrahlen, nur durch Anwesenheit? Selbst beim Gedanken daran spürte sie die Anspannung wieder. Mina bemerkte es sofort.

„Du siehst aus, als würdest du gleich wieder in Panik verfallen“, sagte sie neckend.

„Nein… nur… gespannt“, erwiderte Elara, wobei ihre Stimme den Nervenkitzel nicht verbergen konnte.

Auf dem Weg zur Arbeit war sie ungewöhnlich still, die Stadt wirkte noch lebendiger, die Geräusche, die Bewegungen, die Menschenmengen – alles schien heute Teil einer größeren Bühne zu sein, auf der sie sich beweisen musste. In Gedanken ging sie noch einmal den Ablauf des Tages durch: welche Aufgaben sie erledigen musste, welche Kollegen sie treffen würde, welche Erwartungen Aero haben würde.

Als sie im Büro ankam, atmete sie tief durch und betrat die Etage. Wieder war alles makellos, geordnet, jede Bewegung der Menschen um sie herum Teil eines präzisen Mechanismus. Sie fühlte sich gleichzeitig klein und fokussiert – klein in der Größe dieser Welt, aber fokussiert, weil sie wusste, dass dieser Tag entscheidend war.

Aero trat nach einer kurzen Weile an ihren Schreibtisch, die Präsenz des Mannes wie ein Gewicht, das den Raum füllte. Er nickte ihr zu, kurz, knapp, aber es reichte, um ihr Herz schneller schlagen zu lassen. „Heute werden wir einige Meetings vorbereiten“, sagte er, die Stimme ruhig, präzise. „Ich möchte, dass Sie die Unterlagen zusammenstellen und die Agenda überprüfen. Keine Fehler.“

Elara nickte, die Hände bereit auf der Tastatur. Jeder Blick von ihm, jede Bewegung, die er machte, ließ ihr Blut in den Adern pulsieren. Sie war wachsam, konzentriert, aufmerksam. Und doch, immer wieder, spürte sie diese Mischung aus Faszination, Nervosität und einem unerklärlichen Ziehen in der Brust.

Der Tag zog sich, gefüllt mit Telefonaten, Notizen, E-Mail-Korrespondenz und Meetings. Elara lernte, wie man die Prioritäten richtig setzte, wie man effizient auf die kleinsten Details achtete. Aero war oft präsent, nie aufdringlich, aber immer aufmerksam. Ein Blick reichte, um zu wissen, dass er alles sah.

In den Pausen dachte sie an die Gespräche am Vortag mit Mina zurück, an die Kommentare über Perfektion, Kontrolle, Macht. Sie begann zu begreifen, dass Aero nicht nur ein Mann war, der Aufgaben delegierte – er war jemand, dessen Präsenz alles bestimmte, dessen Blick allein schon eine Form von Kontrolle war.

Am Abend kehrte sie nach Hause zurück, erschöpft, aber erfüllt. Die Wohnung wirkte jetzt vertraut, wie eine kleine Insel in einem Ozean aus Perfektion und Kontrolle, der Aero hieß. Sie setzte sich mit einer Tasse Tee ans Fenster, sah hinaus auf die Stadtlichter, und ließ den Tag noch einmal Revue passieren.

Jeder Gedanke an Aero ließ sie nicht los. Sie erinnerte sich an seine Augen, die Haltung, die Ruhe, die Selbstsicherheit. Sie fragte sich, was hinter dieser perfekten Fassade lag, was seine Beweggründe waren, und warum er sie auf eine Art faszinierte, die sie nicht verstand.

Als sie schließlich ins Bett ging, war sie erfüllt von einer Mischung aus Müdigkeit, Aufregung und leiser Vorahnung. Sie wusste, dass dies nur der Anfang war – dass die nächsten Tage, Wochen, vielleicht Monate bei Aero Industries ihr Leben verändern würden. Und sie konnte es kaum erwarten, es herauszufinden.

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