FAZER LOGINSelena Kings – in ihrem früheren Leben als Thaila Morgan bekannt – war erfüllt von Hass und Rachegelüsten. Dies war die Folge des grausamen Schicksals, das sie in ihrem früheren Dasein als Werwolf und Gefährtin des vermeintlichen Alphas des „Bloodmoon“-Rudels hatte erleiden müssen. Sie wurde von Kael zutiefst verabscheut; er war von seinem Vater dazu gezwungen worden, sie zu seiner Luna und Gefährtin zu machen. Zunächst war er liebevoll und fürsorglich zu ihr gewesen, doch nach dem Tod seines Vaters änderte sich sein Verhalten ihr gegenüber drastisch. Er fügte ihr auf jede erdenkliche Weise Schmerz zu – unter anderem auch durch erzwungenen Sex. Er betrachtete sie lediglich als ein Monster, weigerte sich jedoch, sie offiziell zurückzuweisen, da er den Fluch der Zurückweisung fürchtete. Kael wollte, dass Thaila ihn von sich aus zurückwies, und setzte alles daran, dies zu erreichen. Doch Thaila war zu hartnäckig, um ihn gehen zu lassen – denn sie liebte ihn zutiefst. Sie wurde nicht besser behandelt als eine Dienstmagd; jeden Tag musste sie den Keller schrubben, nachdem Kael dort mit all jenen abgerechnet hatte, die es gewagt hatten, seine Ordnung zu verletzen.
Ver maisThaila Morgan kniete auf dem kalten Kellerboden und schrubbte energisch, um das dort bereits angetrocknete Blut zu entfernen. Je intensiver sie sich abmühte, desto mehr Haarsträhnen lösten sich aus ihrem Pferdeschwanz.
Das Blut stammte von dem Massaker, das sich vor wenigen Augenblicken ereignet hatte: Einige Männer des Rudels hatten es gewagt, sich Kaels Befehl zu widersetzen – und waren dafür umgehend bestraft worden.
Entweder sie erledigte diese Arbeit und wandte sich der nächsten Aufgabe zu, oder ihr eigenes Leben würde ein Ende finden. Tränen stiegen ihr in die Augen und verschleierten ihren Blick, bis sie plötzlich einen stechenden Schmerz in ihrer linken Hand spürte, die auf dem nackten Boden ruhte.
„Ahhh!“, stieß sie einen Schmerzensschrei aus, während sie versuchte, ihre Hand unter dem Druck hervorzuziehen, der auf ihr lastete.
Kael Coster verstärkte den Druck seines Fußes und drehte sein langes Bein, als würde er eine Ameise zerquetschen. Thaila schrie vor Schmerz auf, was die Aufmerksamkeit der umhergehenden Dienstmädchen auf sie lenkte.
Der Anblick ließ ihnen den Atem stocken, doch keine wagte es, ihr Mitgefühl zu äußern – aus Angst, selbst zum nächsten Opfer zu werden. Manche verspotteten sie sogar und verbargen ein triumphierendes Lächeln auf ihren Lippen.
Jemand ohne Stand oder Herkunft verdiente es schließlich nicht, ihre Luna zu sein.
„Was hast du die ganze Zeit gemacht, du erbärmliche Ehefrau? Kann ich der zukünftigen Luna des Rudels nicht einmal eine einfache Aufgabe anvertrauen, ohne dass sie sofort erledigt wird? Wie willst du diesem Rudel dienen, wenn du nicht einmal eine so kleine Aufgabe bewältigen kannst? Solltest du nicht besser auf deine Stellung als meine Gefährtin verzichten und sie in fähigere Hände übergeben?“, hallte Kaels Stimme durch den Raum; sie schnitt durch die eisige Luft und traf ihr Opfer mit voller Wucht.
„Tut mir leid, das Blut ist bereits getrocknet und lässt sich nicht mehr so leicht entfernen“, antwortete Thaila und fächelte sich mit der Hand Luft zu; sie brannte, als wäre sie im feindlichen Lager misshandelt worden.
„Ach wirklich? Du hast immer eine Ausrede für dein erbärmliches Leben parat. Ich bereue den Tag, an dem ich dich getroffen habe, Thaila. Und ich werde dafür sorgen, dass du teuer dafür bezahlst, dass du geglaubt hast, du könntest meine Gefährtin sein“, spie Kael aus, bevor er seinen schwarzen italienischen Anzug zurechtrückte – eine Geste, die seiner ohnehin schon gebieterischen Ausstrahlung noch mehr Nachdruck verlieh.
Thaila verstand seine Absichten nur allzu gut, und es brach ihr das Herz. Sie hatte nie darum gebeten, an jemanden gebunden zu werden; es war nicht ihre Schuld, dass sie seine Gefährtin und die zukünftige Luna des Rudels war. Sie konnte die Zeichen der Zeit nur allzu deutlich deuten – und das ließ sie völlig hilflos zurück.
Er wollte, dass sie ihn von sich aus zurückwies, damit sie die volle Last des Fluches einer solchen Zurückweisung tragen und die Schuld allein auf sich nehmen musste. Er war bereit, sie in ihr Verderben zu treiben – nur um mit einer anderen Frau zusammen sein zu können, die perfekt in sein Wunschbild passte und, was noch wichtiger war, das Rudel angemessen repräsentieren konnte.
Doch sie würde sich nicht so leicht geschlagen geben. Sie wollte nicht zum Opfer seines Untergangs werden – und sie wollte nicht, dass die Rudelmitglieder, die keine Ahnung hatten, wie schlecht er sie behandelte, sie am Ende noch verfluchten, nur weil sie einen Alpha wie Kael zurückgewiesen hatte.
„Alpha Kael, Ihr Bad ist fertig – genau so, wie Sie es mögen. Wenn Sie jetzt nicht sofort in die Wanne steigen und sich entspannen, werden Sie am Ende noch fünfmal älter aussehen, als Sie tatsächlich sind“, sagte Tina – eine durchtriebene und raffinierte Frau, die für Kaels Bäder zuständig war – mit verführerischem Unterton. Sie trat auf ihn zu, ein Lächeln auf den Lippen, als wäre ihr Verhalten das Selbstverständlichste auf der Welt.
Thaila hob den Kopf und beobachtete die beiden. Sie hätte schwören können, dass es zwischen ihrem Ehemann und einer einfachen Dienerin bereits gewaltig knisterte. Ihr Herz sank vor Fassungslosigkeit, als sie sah, wie Kael sich bei dem Klang von Tinas sanfter Stimme sichtlich entspannte.
Würde Kael wirklich so tief sinken, nur um zu beweisen, wie sehr er sie verachtete? Dabei hatte sie ihn all die Jahre – schon lange bevor er zum Alpha des Rudels und zu ihrem Gefährten ernannt wurde – nichts als bedingungslos geliebt.
„Mach dich fertig und sieh zu, dass du den blauen Fleck verdeckst. Wir haben in einer halben Stunde einen Termin“, wies Kael die Frau an, ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen, während er gemeinsam mit Tina den Raum verließ.
Thaila wollte hastig aufstehen – sie hatte zuvor eine ganze Weile auf den Knien verharrt –, doch ihre Beine gaben nach. Da sie über eine halbe Stunde lang gekniet hatte, stürzte sie hart zu Boden. Sie stöhnte vor Schmerz auf, woraufhin die anwesenden Zofen sofort herbeieilten, um ihr aufzuhelfen und sie zu stützen.
Obwohl Kael sie wie Müll behandelte, wagte es niemand sonst im Rudel, sie ebenso schlecht zu behandeln – aus Angst, sich den Zorn des Alphas zuzuziehen und als Opfer an das Lager der Feinde ausgeliefert zu werden.
Thaila saß still da, während Fachkräfte sich um ihr Make-up und ihr Styling kümmerten. Sie schminkten ihr Gesicht mit verschiedenen Farben, doch die Traurigkeit in ihren braunen Augen konnten sie damit nicht verbergen.
Ein schönes Gesicht und ein perfekter Körper reichten nicht aus, um Kaels Herz für sie zu gewinnen – nicht einmal für den Bruchteil einer Sekunde. Vielleicht hätte er sie in einem anderen Licht sehen können – sich fragen können, wie es sich wohl anfühlen würde, von ihm geliebt und gehalten zu werden –, doch solche Gedanken waren ein Luxus, den sie sich nicht erlauben durfte.
Kael betrat das Ankleidezimmer, um seine Frau abzuholen – ganz im Einklang mit einer Tradition, die seit Generationen bestand: Er sollte stets der Erste sein, der die künftige Luna in ihrer vollständigen Aufmachung zu Gesicht bekam.
Für ihn war dies jedes Mal eine schwierige Prozedur; er konnte sich einfach nicht an dieses Gesicht gewöhnen – ein Gesicht, das ihn immer wieder dazu trieb, ihr Schreckliches anzutun. Er war fest davon überzeugt, dass sie selbst schuld sei und für ein Verbrechen büßte, das sie irgendwann einmal begangen haben musste.
Eine Zofe öffnete die Tür, damit Kael eintreten konnte. Er trug einen blauen Anzug, der seine Augenfarbe perfekt unterstrich. Als er schließlich Thaila erblickte, stockte ihm der Atem.
Er sah sie in einem Licht, das so eigentlich nicht hätte sein sollen – und seine Nasenflügel blähten sich vor Abscheu auf. Sein Blick glitt über ihren Körper und blieb auf ihrer Brust haften, bis ihre Stimme den Blickkontakt unterbrach. „Können wir jetzt los? Ich fürchte, wir kommen zu spät, wenn wir uns nicht gleich auf den Weg machen“, sagte Thaila langsam, unsicher, wie sie den ausdruckslosen Blick des Mannes deuten sollte, der vor ihr stand.
„Du hättest früher fertig sein sollen – wenn du doch wusstest, dass es so kommen würde –, anstatt den ganzen Tag damit zu verbringen, dich so herzurichten“, kicherte Kael. Er streckte die Hand aus, um ihre zu ergreifen – was alle Anwesenden verblüffte, denn er war dazu keineswegs verpflichtet, und so etwas hatte er noch nie zuvor getan.
Selena – aus ihrer SichtNachdem ich Rhys’ Zimmer verlassen hatte, überlegte ich, ob ich dieses Rudel – so wie er es verlangt – verlassen sollte. Doch irgendetwas in mir hält mich davon ab.Würde ich mich dazu entschließen, unter Menschen zu leben, würden sie mich sicher aufnehmen. „Seht euch die Versagerin an!“, rief ein blondes Mädchen, als ich den Flur entlangging. Ich beschloss, nicht darauf zu reagieren. Tränen stiegen mir in die Augen, doch ich wollte ihnen nicht die Genugtuung geben, mich so zu sehen. Ich muss zeigen, dass ich stark genug bin, das alles durchzustehen.Mein Wolf knurrte in meinem Inneren; je weiter ich mich von ihm entfernte, desto mehr sehnte ich mich nach ihm. Ich konnte noch immer seine Hand an meinem Hals spüren.Es stimmt zwar, dass das Band zwischen uns stärker ist als alles andere – aber wie soll ich einen Mann heiraten, der mich öffentlich so gedemütigt hat?„Selena, du bist zurück!“, rief Thaila, gerade als sie mein Zimmer betreten wollte. Ich hatte gar
Thaila stand unter der kalten Dusche, deren Wasser auf sie herabprasselte. Das Blut in ihren Ohren hämmerte wild, und ihr Herz schlug im selben rasenden Rhythmus. Das Wasser ließ ihre Tränen unsichtbar werden, während sie über ihre Wangen hinabflossen.Sie umklammerte sich selbst unter dem Wasserstrom, was die blauen Flecken auf ihrem Körper schmerzhaft aufleben ließ. Sie war so tief in ihrer Trauer versunken, dass sie erst bemerkte, dass noch jemand bei ihr war, als er von hinten ihre üppigen Brüste umschloss.Angst ergriff sie, und sie wollte sich herumdrehen, um zu sehen, wer es war – doch die Gestalt hielt sie fest. Er drückte ihre Brüste sanft zusammen, bis ein verräterisches Stöhnen über ihre Lippen entwich.Die heiße Berührung seines erigierten Gliedes an ihrem Rücken ließ sie zusammenzucken, während er ihr zarte Küsse von den Ohren bis in den Nacken und auf die Schultern hauchte.Sie fühlte sich von ihrem eigenen Verlangen verraten, stieß ein scharfes Zischen aus und versuchte
Der Leibwächter öffnete die Tür, und Kael stieß Thaila vor sich hinaus. Die Leibwächter, die das schwere Tor hielten, zeigten sich zwar überrascht, wandten aber sofort den Blick ab.Thaila stürzte auf den kalten Steinboden; dabei schürfte sie sich die Hand auf, und der untere Teil ihres Kleides riss, als sie darauf trat.Draußen herrschte pechschwarze Dunkelheit. Nur wenige Menschen waren zu sehen, doch sie schenkten ihr keine Beachtung. Kael trat an sie heran und nahm den Anzug ab, mit dem er sie zuvor bedeckt hatte.„Du warst schon immer eine Schande für die Familie Coster und das gesamte Rudel! Habe ich dich im Bett etwa nicht ausreichend befriedigt, dass du dich in der Öffentlichkeit wie ein Blutegel an einen anderen Mann hängst?“, donnerte Kael und versetzte ihr einen so heftigen Schlag ins Gesicht, dass ein deutlicher Abdruck zurückblieb.Thaila hielt sich die Wange, die vor Schmerz brannte – es fühlte sich an, als gehörte sie gar nicht zu ihr. *Er wird mich doch wohl nicht in a
Die Atmosphäre im Saal war so fesselnd, dass Thaila wusste, sie müsse heute Abend hellwach und bis zum Schluss aufmerksam sein. Jeder Fehler ihrerseits würde ein schlechtes Licht auf ihren Ehemann werfen; sie war sich bewusst, dass dieser Empfang dazu diente, mit der Elite in Kontakt zu treten und so seine Ernennung zum Alpha zu sichern.Obwohl er noch nicht offiziell ernannt worden war, galt er – zumindest in den Augen aller – als der einzig rechtmäßige Thronfolger.Der Chauffeur stieg aus und öffnete die Tür, während Kael zu ihrer Seite ging, um ihr beim Aussteigen zu helfen – ein Auftritt, der seinem Ruf nur zuträglich war. Thaila wünschte, er wäre auch dann so sanft zu ihr, wenn sie unter sich waren.Sie lächelte die Umstehenden freundlich an, legte ihre Hand in seine, um aus dem Wagen zu steigen, und ging dann auf den Eingang zu. Wie immer stachen ihre Kleidung und ihre Schönheit aus der Menge hervor – das Einzige, wofür Kael ihr tatsächlich dankbar war.Kael legte seinen Arm um











