Der Blutmond Luna

Der Blutmond Luna

last updateÚltima atualização : 2026-11-05
Por:  GbolahanAtualizado agora
Idioma: Deutsch
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Selena Kings – in ihrem früheren Leben als Thaila Morgan bekannt – war erfüllt von Hass und Rachegelüsten. Dies war die Folge des grausamen Schicksals, das sie in ihrem früheren Dasein als Werwolf und Gefährtin des vermeintlichen Alphas des „Bloodmoon“-Rudels hatte erleiden müssen. Sie wurde von Kael zutiefst verabscheut; er war von seinem Vater dazu gezwungen worden, sie zu seiner Luna und Gefährtin zu machen. Zunächst war er liebevoll und fürsorglich zu ihr gewesen, doch nach dem Tod seines Vaters änderte sich sein Verhalten ihr gegenüber drastisch. Er fügte ihr auf jede erdenkliche Weise Schmerz zu – unter anderem auch durch erzwungenen Sex. Er betrachtete sie lediglich als ein Monster, weigerte sich jedoch, sie offiziell zurückzuweisen, da er den Fluch der Zurückweisung fürchtete. Kael wollte, dass Thaila ihn von sich aus zurückwies, und setzte alles daran, dies zu erreichen. Doch Thaila war zu hartnäckig, um ihn gehen zu lassen – denn sie liebte ihn zutiefst. Sie wurde nicht besser behandelt als eine Dienstmagd; jeden Tag musste sie den Keller schrubben, nachdem Kael dort mit all jenen abgerechnet hatte, die es gewagt hatten, seine Ordnung zu verletzen.

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Capítulo 1

Der Ausflug

Thaila Morgan kniete auf dem kalten Kellerboden und schrubbte energisch, um das dort bereits angetrocknete Blut zu entfernen. Je intensiver sie sich abmühte, desto mehr Haarsträhnen lösten sich aus ihrem Pferdeschwanz.

Das Blut stammte von dem Massaker, das sich vor wenigen Augenblicken ereignet hatte: Einige Männer des Rudels hatten es gewagt, sich Kaels Befehl zu widersetzen – und waren dafür umgehend bestraft worden.

Entweder sie erledigte diese Arbeit und wandte sich der nächsten Aufgabe zu, oder ihr eigenes Leben würde ein Ende finden. Tränen stiegen ihr in die Augen und verschleierten ihren Blick, bis sie plötzlich einen stechenden Schmerz in ihrer linken Hand spürte, die auf dem nackten Boden ruhte.

„Ahhh!“, stieß sie einen Schmerzensschrei aus, während sie versuchte, ihre Hand unter dem Druck hervorzuziehen, der auf ihr lastete.

Kael Coster verstärkte den Druck seines Fußes und drehte sein langes Bein, als würde er eine Ameise zerquetschen. Thaila schrie vor Schmerz auf, was die Aufmerksamkeit der umhergehenden Dienstmädchen auf sie lenkte.

Der Anblick ließ ihnen den Atem stocken, doch keine wagte es, ihr Mitgefühl zu äußern – aus Angst, selbst zum nächsten Opfer zu werden. Manche verspotteten sie sogar und verbargen ein triumphierendes Lächeln auf ihren Lippen.

Jemand ohne Stand oder Herkunft verdiente es schließlich nicht, ihre Luna zu sein.

„Was hast du die ganze Zeit gemacht, du erbärmliche Ehefrau? Kann ich der zukünftigen Luna des Rudels nicht einmal eine einfache Aufgabe anvertrauen, ohne dass sie sofort erledigt wird? Wie willst du diesem Rudel dienen, wenn du nicht einmal eine so kleine Aufgabe bewältigen kannst? Solltest du nicht besser auf deine Stellung als meine Gefährtin verzichten und sie in fähigere Hände übergeben?“, hallte Kaels Stimme durch den Raum; sie schnitt durch die eisige Luft und traf ihr Opfer mit voller Wucht.

„Tut mir leid, das Blut ist bereits getrocknet und lässt sich nicht mehr so leicht entfernen“, antwortete Thaila und fächelte sich mit der Hand Luft zu; sie brannte, als wäre sie im feindlichen Lager misshandelt worden.

„Ach wirklich? Du hast immer eine Ausrede für dein erbärmliches Leben parat. Ich bereue den Tag, an dem ich dich getroffen habe, Thaila. Und ich werde dafür sorgen, dass du teuer dafür bezahlst, dass du geglaubt hast, du könntest meine Gefährtin sein“, spie Kael aus, bevor er seinen schwarzen italienischen Anzug zurechtrückte – eine Geste, die seiner ohnehin schon gebieterischen Ausstrahlung noch mehr Nachdruck verlieh.

Thaila verstand seine Absichten nur allzu gut, und es brach ihr das Herz. Sie hatte nie darum gebeten, an jemanden gebunden zu werden; es war nicht ihre Schuld, dass sie seine Gefährtin und die zukünftige Luna des Rudels war. Sie konnte die Zeichen der Zeit nur allzu deutlich deuten – und das ließ sie völlig hilflos zurück.

Er wollte, dass sie ihn von sich aus zurückwies, damit sie die volle Last des Fluches einer solchen Zurückweisung tragen und die Schuld allein auf sich nehmen musste. Er war bereit, sie in ihr Verderben zu treiben – nur um mit einer anderen Frau zusammen sein zu können, die perfekt in sein Wunschbild passte und, was noch wichtiger war, das Rudel angemessen repräsentieren konnte.

Doch sie würde sich nicht so leicht geschlagen geben. Sie wollte nicht zum Opfer seines Untergangs werden – und sie wollte nicht, dass die Rudelmitglieder, die keine Ahnung hatten, wie schlecht er sie behandelte, sie am Ende noch verfluchten, nur weil sie einen Alpha wie Kael zurückgewiesen hatte.

„Alpha Kael, Ihr Bad ist fertig – genau so, wie Sie es mögen. Wenn Sie jetzt nicht sofort in die Wanne steigen und sich entspannen, werden Sie am Ende noch fünfmal älter aussehen, als Sie tatsächlich sind“, sagte Tina – eine durchtriebene und raffinierte Frau, die für Kaels Bäder zuständig war – mit verführerischem Unterton. Sie trat auf ihn zu, ein Lächeln auf den Lippen, als wäre ihr Verhalten das Selbstverständlichste auf der Welt.

Thaila hob den Kopf und beobachtete die beiden. Sie hätte schwören können, dass es zwischen ihrem Ehemann und einer einfachen Dienerin bereits gewaltig knisterte. Ihr Herz sank vor Fassungslosigkeit, als sie sah, wie Kael sich bei dem Klang von Tinas sanfter Stimme sichtlich entspannte.

Würde Kael wirklich so tief sinken, nur um zu beweisen, wie sehr er sie verachtete? Dabei hatte sie ihn all die Jahre – schon lange bevor er zum Alpha des Rudels und zu ihrem Gefährten ernannt wurde – nichts als bedingungslos geliebt.

„Mach dich fertig und sieh zu, dass du den blauen Fleck verdeckst. Wir haben in einer halben Stunde einen Termin“, wies Kael die Frau an, ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen, während er gemeinsam mit Tina den Raum verließ.

Thaila wollte hastig aufstehen – sie hatte zuvor eine ganze Weile auf den Knien verharrt –, doch ihre Beine gaben nach. Da sie über eine halbe Stunde lang gekniet hatte, stürzte sie hart zu Boden. Sie stöhnte vor Schmerz auf, woraufhin die anwesenden Zofen sofort herbeieilten, um ihr aufzuhelfen und sie zu stützen.

Obwohl Kael sie wie Müll behandelte, wagte es niemand sonst im Rudel, sie ebenso schlecht zu behandeln – aus Angst, sich den Zorn des Alphas zuzuziehen und als Opfer an das Lager der Feinde ausgeliefert zu werden.

Thaila saß still da, während Fachkräfte sich um ihr Make-up und ihr Styling kümmerten. Sie schminkten ihr Gesicht mit verschiedenen Farben, doch die Traurigkeit in ihren braunen Augen konnten sie damit nicht verbergen.

Ein schönes Gesicht und ein perfekter Körper reichten nicht aus, um Kaels Herz für sie zu gewinnen – nicht einmal für den Bruchteil einer Sekunde. Vielleicht hätte er sie in einem anderen Licht sehen können – sich fragen können, wie es sich wohl anfühlen würde, von ihm geliebt und gehalten zu werden –, doch solche Gedanken waren ein Luxus, den sie sich nicht erlauben durfte.

Kael betrat das Ankleidezimmer, um seine Frau abzuholen – ganz im Einklang mit einer Tradition, die seit Generationen bestand: Er sollte stets der Erste sein, der die künftige Luna in ihrer vollständigen Aufmachung zu Gesicht bekam.

Für ihn war dies jedes Mal eine schwierige Prozedur; er konnte sich einfach nicht an dieses Gesicht gewöhnen – ein Gesicht, das ihn immer wieder dazu trieb, ihr Schreckliches anzutun. Er war fest davon überzeugt, dass sie selbst schuld sei und für ein Verbrechen büßte, das sie irgendwann einmal begangen haben musste.

Eine Zofe öffnete die Tür, damit Kael eintreten konnte. Er trug einen blauen Anzug, der seine Augenfarbe perfekt unterstrich. Als er schließlich Thaila erblickte, stockte ihm der Atem.

Er sah sie in einem Licht, das so eigentlich nicht hätte sein sollen – und seine Nasenflügel blähten sich vor Abscheu auf. Sein Blick glitt über ihren Körper und blieb auf ihrer Brust haften, bis ihre Stimme den Blickkontakt unterbrach. „Können wir jetzt los? Ich fürchte, wir kommen zu spät, wenn wir uns nicht gleich auf den Weg machen“, sagte Thaila langsam, unsicher, wie sie den ausdruckslosen Blick des Mannes deuten sollte, der vor ihr stand.

„Du hättest früher fertig sein sollen – wenn du doch wusstest, dass es so kommen würde –, anstatt den ganzen Tag damit zu verbringen, dich so herzurichten“, kicherte Kael. Er streckte die Hand aus, um ihre zu ergreifen – was alle Anwesenden verblüffte, denn er war dazu keineswegs verpflichtet, und so etwas hatte er noch nie zuvor getan.

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