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Kapitel 4

Penulis: Author Light
last update Tanggal publikasi: 2026-09-28 22:17:51

Iris’ Perspektive

Ich saß am Esstisch bei meiner Mutter und starrte auf meinen Teller hinunter. Das Essen schmeckte in meinem Mund wie Kreide. In weniger als vierundzwanzig Stunden war so viel passiert, dass ich den ganzen Tag über keinen Appetit gehabt hatte.

„Damian ist so ein wunderbarer Ehemann für dich“, sagte meine Mutter und zwang mich, meinen Blick zu ihrem stolzen Gesicht zu heben. „Ich denke gerade an all die schönen Dinge, die er für dich getan hat. Dieser Mann … Gott segne ihn. Oh, Schatz, du hast so ein Glück!“

Ich wollte ausrasten und sie anschreien, sie solle aufhören, ihn zu loben, doch ich schaffte es, ein gezwungenes Lächeln aufzusetzen.

„Hmm, ja.“

Die Haushälterin nickte zustimmend und schenkte mir noch etwas Wasser ein.

„Ja, Herr Damian ist ein wahrer Gentleman. Ich bete jeden Tag für einen Mann wie ihn für meine Töchter.“

Eine Welle des Ekels überkam mich. Mir wurde übel.

Ein guter Mann?

Sie wussten nichts von seinem schrecklichen Geheimnis. Wenn sie doch nur die halbe Wahrheit über Damian wüssten.

Ich umklammerte meine Gabel so fest, bis meine Knöchel weiß wurden, und zwang mich, weiter zu lächeln.

„Ja. Er ist großartig.“

Nach dem Abendessen konnte ich es kaum erwarten, zu gehen. Die Wände im Haus meiner Mutter schienen sich um mich herum zusammenzuziehen.

Ich murmelte ein kurzes „Auf Wiedersehen“ und fuhr direkt zu einer Apotheke in der Nähe.

Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, als ich durch die stillen Gänge ging. Ich fand die Pillen zur Notfallverhütung, nahm eine Packung und eilte zur Kasse.

Sobald ich draußen war, öffnete ich die Packung, nahm die Pille heraus und schluckte sie mit Wasser.

Die letzte Nacht war ein Fehler.

Ich musste jeden Teil davon auslöschen.

Da ich wusste, wohin ich als Nächstes musste, seufzte ich und winkte ein Taxi heran.

Ich musste meine Handtasche und mein Handy holen, die ich während des Fehlers der letzten Nacht zurückgelassen hatte.

Kaum in der Bar angekommen, ging ich zur Theke. Die Luft im Inneren war schwer vom Geruch nach altem Alkohol und Rauch.

Der Besitzer, ein Mann namens Felix, hob den Kopf. Sobald sein Blick auf mich fiel, schossen seine Augenbrauen in die Höhe.

„Hey, du“, sagte er.

Ich war ein wenig überrascht, dass er sich an mich erinnerte.

„Weißt du …“ Er beugte sich neugierig über die Theke. „Ryder bringt normalerweise keine Frauen hierher, schon gar keine, die sich den ganzen Abend so an ihn geklammert hat wie du.“

Er versuchte herauszufinden, wer ich für den gefährlichen Ryder Lancaster war.

Ich sah ihn mit ernster Miene an und sagte schroff: „Ryder ist der Onkel meines Mannes.“

Felix hörte auf, die Theke abzuwischen.

Seine Hand erstarrte augenblicklich.

Ein Ausdruck purer Fassungslosigkeit huschte über sein Gesicht, doch er verbarg ihn schnell. Er war klug genug zu wissen, dass Ryders Familiengeheimnisse ihn nichts angingen.

Seine Lippen öffneten sich, schlossen sich dann wieder, während er kurz nickte und es nicht wagte, eine weitere Frage zu stellen.

„Ich bin eigentlich hierhergekommen, um mein Handy und meine Handtasche zu holen“, sagte ich und versuchte, das Thema zu wechseln. „Ich habe sie gestern Abend hier vergessen.“

Er hob die Augenbrauen.

„Ihre Handtasche und Ihr Handy sind nicht hier, Ma’am“, sagte er und beobachtete mein Gesicht aufmerksam. „Sie sind bei Ryder.“

„Er hat sie gestern Abend mitgenommen. Er sagte, er würde sie für Sie in Sicherheit aufbewahren.“

Verdammt.

Er hatte mich in die Falle gelockt.

Ryder wusste ganz genau, dass ich in die Bar zurückkommen würde, um meine Sachen zu holen. Er hatte sie absichtlich mitgenommen, damit ich mich zuerst bei ihm melden musste.

Er zwang mich dazu, die Wette schon am ersten Tag zu verlieren.

Die Arroganz dieses Mannes brachte mein Blut zum Kochen.

„Ähm, könntest du … Ich muss jetzt mit ihm sprechen. Bitte?“, sagte ich zu Felix.

Mein Herz hämmerte wie wild gegen meine Brust.

Aus irgendeinem Grund zögerte Felix nicht. Er wählte schnell die private Nummer und reichte mir das Telefon.

Es klingelte einmal, bevor eine tiefe, ruhige Stimme abnahm.

„Schatz.“

Als ich seine Stimme hörte, drehte sich mir der Magen um.

Er musste gewusst haben, dass ich anrufen würde. Wahrscheinlich lächelte er gerade.

„Gib mir meine Sachen zurück, Ryder“, sagte ich wütend. „Schick sie mir sofort her.“

Am anderen Ende der Leitung hörte ich ein leises, dunkles Lachen.

„Nein“, sagte er mit ruhiger Stimme. „Ich glaube nicht, dass ich das tun werde. Wenn du dein Handy und deine Handtasche haben willst, musst du sie dir selbst abholen. Persönlich.“

Vor Frustration stockte mir der Atem.

Warum tat er mir das an?

„Was ist los mit dir? Warum kannst du mich nicht einfach in Ruhe lassen?“, verlangte ich zu wissen, während meine Stimme vor Emotionen brach.

„Du willst wissen, warum? Schatz, du hast gestern Abend in der Bar den ersten Schritt gemacht. Hast du das vergessen?“, konterte Ryder.

Seine Stimme senkte sich zu einem rauen, leisen Flüstern.

„Du bist zuerst auf mich zugekommen. Du kannst nicht einfach so ein Feuer entfachen und dich dann vor den Flammen drücken. Ich erwarte dich heute Abend.“

Ich fühlte mich gedemütigt und wütend und presste meine Lippen zu einer schmalen Linie zusammen.

Ich wusste, dass ich nichts tun oder sagen konnte, um ihn umzustimmen.

Er hatte das von Anfang an geplant und nutzte seine Macht, um mich in die Enge zu treiben.

Außerdem durfte er auf keinen Fall sehen, was sich in diesem Handy befand.

Darin waren die geheimen Fotos von Damian und seinem Liebhaber.

Dieser Beweis war mein einziger Ausweg aus meiner Ehe, und er musste absolut sicher aufbewahrt werden, bis ich genau wusste, wie ich ihn einsetzen sollte.

Wenn Ryder diese Fotos finden würde, würde alles ans Licht kommen.

Schließlich murmelte ich leise vor mich hin und gab seiner Forderung vollständig nach.

„Na gut. Ich komme mit.“

Ich reichte Felix das Handy zurück, meine Hände zitterten.

Ich würde heute Abend zu ihm nach Hause gehen und mich damit direkt in die Höhle des Löwen begeben.

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