MasukIris’ Perspektive
Nachdem ich das Telefonat mit Ryder beendet hatte, schwirrte mir der Kopf. Ich fühlte mich völlig durcheinander, gefangen zwischen Damians Untreue und seinem gefährlichen Onkel. Ich konnte nicht mehr klar denken. Ich ging zurück zu meiner Mutter. Dort war ich in Sicherheit, konnte einfach nur dasitzen und wieder zu Atem kommen.
Das laute Klingeln des Festnetztelefons ließ mich zusammenzucken. Meine Mutter war in ihrem Zimmer, also griff ich hinüber und nahm den Hörer ab.
„Hallo?“
„Iris! Oh mein Gott, Gott sei Dank“, dröhnte die Stimme meiner besten Freundin Ruby aus dem Lautsprecher. Sie klang besorgt. „Wo warst du denn? Damian hat mich ständig angerufen und gefragt, ob ich etwas von dir gehört habe. Er sagte, dein Anschluss geht direkt auf die Mailbox.“
Ich umklammerte den Hörer und biss die Zähne zusammen. „Mein … mein Handy ist leer, Ruby“, sagte ich schnell. „Hör mal, wenn er dich zurückruft, deck mich einfach, ja? Sag ihm, wir wären zusammen gewesen oder so. Ich kann mich gerade einfach nicht mit ihm auseinandersetzen.“
Ruby hielt inne, ihr Tonfall wechselte augenblicklich von besorgt zu misstrauisch. „Iris, was ist los? Ich spüre von hier aus, dass du wütend wirst. Erzähl mir, was los ist.“ Während sie sprach, kaute sie an etwas herum.
Ich schluckte, mein Körper fühlte sich plötzlich müde an. Wie lange fühle ich mich schon müde? Wie lange habe ich dieses Chaos schon in mir aufgestaut? Ich musste alles rauslassen, sonst würde ich buchstäblich explodieren. „Ruby … es ist vorbei. Damian betrügt mich mit einem anderen Kerl.“
„Was?!“, kreischte Ruby so laut, dass ich das Handy vom Ohr wegziehen musste. „Moment, Moment, Moment – er ist schwul?“
„Es ist noch schlimmer“, flüsterte ich und schaute in Richtung Küche, um sicherzugehen, dass meine Mutter nichts hören konnte.
„Er hat nicht nur einen Liebhaber. Er versucht, die Firma zu übernehmen, und er hat einen ziemlich soliden Plan.“
Ich biss mir auf die Lippe, das schlechte Gewissen wegen der letzten Nacht lastete schwer auf meiner Brust. Ich öffnete den Mund, um ihr von Ryder zu erzählen … doch die Worte blieben mir im Hals stecken. Ich konnte es nicht.
Ich schämte mich zu sehr. „Du brauchst ihr nichts zu sagen“, stellte ich schnell fest.
Am anderen Ende der Leitung geriet Ruby in rasende Wut. „Willst du mich verarschen?! Dieser absolute Dreckskerl! Wo ist er gerade? Iris, ich schwöre bei Gott, ich fahre sofort hin und reiße ihm den Kopf ab! Damit kommt er nicht durch!“
„Ruby, hör auf. Bitte, hör einfach … auf.“ Ich musste sie aufhalten. „Das kannst du nicht machen. Was würde uns das bringen, hm? Ich habe Beweise auf meinem Handy, aber ich muss das diskret regeln. Wenn du eine Szene machst, wird er merken, dass ich ihm auf der Spur bin, und seine Spuren verwischen.“
Meine Worte schienen ihr einleuchtend zu sein, denn sie verstummte, obwohl ich immer noch ihr schweres Atmen hören konnte. „Versprich mir nur, dass du es für mich geheim hältst.“
Offensichtlich versuchte sie, ihre Wut mir zuliebe zu zügeln. „Na gut“, murrte sie schließlich. „Ich werde dich decken. Aber du erzählst mir besser deinen Plan, Iris. Denn wenn du ihn nicht ruinierst, werde ich es tun.“
Ich seufzte: „Gut. Danke.“
„Aber mal ehrlich, Iris?“, sagte sie plötzlich. „Scheiß auf ihn und seine blöde Geliebte. Wenn er da draußen herumschläft und versucht, dir dein Leben zu stehlen, solltest du rausgehen und genau dasselbe tun.“
Ich blinzelte, völlig fassungslos. „Was?“
„Ich meine es ernst!“, drängte Ruby, und ihre Stimme wurde scharf. „Such dir einen wahnsinnig heißen Typen und betrüg ihn. Räche dich. Lass Damian seine eigene Medizin schmecken!“
„Ruby, nein. Hör auf, das ist verrückt!“, widersprach ich schnell, während meine Wangen augenblicklich in Flammen aufgingen.
Wäre das wirklich verrückt?
Doch plötzlich stieg eine scharfe Hitze tief in meinem Bauch auf.
Meine Ohren begannen zu brennen. Gegen meinen Willen erinnerte ich mich genau daran, wie es sich angefühlt hatte, letzte Nacht unter den kräftigen Muskeln von Ryders Körper festgehalten zu werden. Ich konnte fast das tiefe, raue Knurren hören, das er an meiner Kehle von sich gegeben hatte.
Der verbotene Gedanke traf mich wie eine Ohrfeige. Ich schüttelte schnell den Kopf, um den Nebel zu vertreiben, und umklammerte das Handy fester. „Ich muss auflegen. Ruby“, murmelte ich und legte auf, bevor sie noch ein Wort sagen konnte.
Nicht einmal zwanzig Minuten später erschütterte ein lautes Klopfen die Haustür meiner Mutter. Ich ging hinüber und öffnete die Tür.
Meine Augen weiteten sich. „Ryder?“
Er stand auf der Veranda, sein Blick ruhte auf meinem.
Ich blinzelte vor Schreck. „Wie … wie bist du …“
Ein langsames, gefährliches Lächeln umspielte seine Lippen. Er antwortete nicht. Er sah nur auf mich herab, sein Blick wanderte über mein Gesicht, bevor er den Kopf in Richtung seines schnittigen SUVs neigte, der direkt dahinter geparkt war. Er drehte sich um und ging zurück zum Auto, völlig überzeugt davon, dass ich ihm folgen würde. Ich hasste es, dass ich das musste. Ich schloss die Tür hinter mir und folgte ihm.
Die schwere Autotür fiel mit einem Klicken ins Schloss und schloss uns ein. Ich saß neben ihm auf dem Beifahrersitz und starrte geradeaus, während ich versuchte, seinem Blick auszuweichen. Meine Finger zupften nervös am Stoff meines Kleides herum.
Plötzlich verschwand der Raum um mich herum.
Ich schnappte nach Luft und presste meinen Rücken fest gegen den Ledersitz, als seine Hand über meine Schulter griff. Der Duft seines intensiven, holzig-rauchigen Parfüms umhüllte mich, schwer und berauschend.
Er zog den Sicherheitsgurt herunter, schnallte ihn aber nicht an.
Er schwebte nur wenige Zentimeter von meinem Gesicht entfernt. Ich konnte die intensive, strahlende Hitze seiner Haut spüren. Sein Atem strich über meine Wangen, warm und gleichmäßig, während meiner in flachen, panischen Stößen kam. Seine dunklen Augen huschten nach unten und richteten sich mit einer Begierde auf meine Lippen, die mir schon im Sitzen die Knie weich werden ließ.
Noch bevor ich auch nur blinzeln konnte, schoss seine Hand hervor und umfasste meinen Nacken. Seine Finger vergruben sich in meinem Haar und hielten mich gerade fest genug, um meinen Kopf nach hinten zu neigen.
Die Rauheit seines Bartschattens
Er drang tief in meinen Mund ein, während er meine Zunge in seine drückte.
Die Rauheit seines Bartschattens kratzte an meiner empfindlichen Haut und ließ einen wilden Schauer direkt meinen Rücken hinunterlaufen.
Ich drückte meine Hände gegen seine breite Brust und spürte die harten, unnachgiebigen Muskeln unter seinem Hemd, doch er rührte sich keinen Zentimeter. Stattdessen drückte sein Daumen fest gegen meinen Kiefer, zwang meinen Mund weiter auf, während er mich tief kostete und meinen Atem verschlang, bis mein
Geist völlig leer wurde und meine Hände langsam die Kraft verloren, ihn wegzustoßen.
Iris’ Perspektive„Denk an unsere Abmachung, Iris.“Ein schwerer, frustrierter Seufzer entwich Ryders Lippen, was deutlich machte, dass ihm meine Ablehnung nicht gefiel, doch er drängte nicht weiter darauf. Stattdessen trat er einen Schritt zurück, um mir etwas Freiraum zu geben, obwohl seine dunklen Augen weiterhin intensiv auf mich gerichtet blieben.„Lass dich niemals von Damian anfassen“, murmelte er, und in seiner Stimme lag eine leise, raue Warnung.„Das werde ich nicht“, flüsterte ich entschlossen, bevor ich schnell meine Kleidung zurechtzog und meine Haare glättete.Nachdem ich tief durchgeatmet hatte, wandte ich mich ab und ging zurück in den Separee. In dem Moment, als ich die Tür öffnete, blickte Ruby von ihrem Weinglas auf und hob misstrauisch die Augenbrauen.„Meine Güte, Iris, warum hast du so lange gebraucht?“, beschwerte sie sich und beugte sich über den Tisch. „Ich wollte dich gerade suchen kommen. Hast du dich verlaufen oder so?“Ich zwang mir ein gezwungenes, falsch
Ryders Perspektive„Der Verkehr in der Innenstadt ist um diese Uhrzeit immer so furchtbar, finden Sie nicht auch, Mr. Lancaster?“, fragte Ruby vom Fensterplatz aus, die Augen weit aufgerissen und gespannt auf eine Antwort wartend.Iris’ Freundin saß auf der anderen Seite des Wagens, redete lebhaft und bemühte sich sichtlich, mit mir ins Gespräch zu kommen.„Ja“, murmelte ich, ohne den Kopf zu drehen, um sie anzusehen.Ich hielt meine Antworten kurz und knapp und tat gerade so viel, um nicht völlig feindselig zu wirken, aber meine Gedanken waren ganz woanders.Mein Blick war auf die Frau gerichtet, die direkt neben mir saß.Iris starrte geradeaus, ihre Lippen zu einer straffen, eigensinnigen Linie gepresst. Sie gab sich alle Mühe, so zu tun, als wäre ich nicht da, und behandelte mich wie eine völlig Fremde, obwohl sich unsere Schultern fast berührten.Das Auto verlangsamte seine Fahrt hinter einer Reihe roter Bremslichter fast bis zum Stillstand. Ruby wandte sich ab, abgelenkt von etwa
Iris’ PerspektiveIch öffnete den Mund, um ein wütendes „Nein!“ zu schreien, und spannte meine Beine an, um zur Tür zu stürmen.Doch dann fiel mein Blick wieder auf den Tisch, wo seine große Hand immer noch lässig auf dem glatten Bildschirm meines Handys ruhte.Ich blinzelte und machte mir bewusst, wie sehr ich dieses Handy brauchte.Die pure Panik, meine einzige Waffe gegen Damian zu verlieren, ließ mich einen harten Kloß im Hals spüren, als ich schwer schluckte.„Na gut“, spuckte ich heraus. „Aber ich habe meine eigene Bedingung, Ryder.“Er lehnte sich zurück, und eine langsame, dunkle Welle der Zufriedenheit überflutete sein Gesicht.„Lass mal hören, Schatz.“„Niemand darf davon erfahren“, flüsterte ich mit zitternder Stimme. „Von uns. Für alle anderen bist du einfach nur der Onkel meines Mannes.“Ryder reagierte kaum darauf.„Das ist einfach genug. Ich behalte dich sowieso lieber für mich allein. Aber da du eine Bedingung stellst, füge ich meiner noch eine hinzu.“Ich biss die Zäh
Iris’ PerspektiveMein Atem ging stockend, als Ryder sich endlich von mir löste. Mein Herz hämmerte so heftig gegen meine Brust, dass ich damit rechnete, er würde etwas Unheimliches sagen oder auf mehr drängen.Stattdessen beugte er sich lässig vor, schnallte mich an und ließ sich ruhig wieder auf seinen eigenen Sitz sinken, als wäre nichts geschehen.„Du hast die Wette verloren, Schatz“, hörte ich ihn sagen. „Jetzt musst du tun, was ich von dir verlange.“Ich schluckte den Kloß in meinem Hals hinunter.„Und was ist das?“„Ich habe Hunger“, murmelte er und warf mir einen kurzen Blick zu. „Koch heute Abend für mich.“Eine Welle purer Erleichterung überkam mich.Das war’s schon?Kochen konnte ich schon bewältigen.Er fuhr uns tief in ein luxuriöses Anwesen hinein, wo die Häuser wie majestätische Festungen aussahen. Als der SUV schließlich die lange Auffahrt zu seinem Haus hinunterrollte, blieb mir der Mund offen stehen.Es war ein prächtiges Doppelhaus, dessen moderne Glas- und Betonkon
Iris’ PerspektiveNachdem ich das Telefonat mit Ryder beendet hatte, schwirrte mir der Kopf. Ich fühlte mich völlig durcheinander, gefangen zwischen Damians Untreue und seinem gefährlichen Onkel. Ich konnte nicht mehr klar denken. Ich ging zurück zu meiner Mutter. Dort war ich in Sicherheit, konnte einfach nur dasitzen und wieder zu Atem kommen.Das laute Klingeln des Festnetztelefons ließ mich zusammenzucken. Meine Mutter war in ihrem Zimmer, also griff ich hinüber und nahm den Hörer ab.„Hallo?“„Iris! Oh mein Gott, Gott sei Dank“, dröhnte die Stimme meiner besten Freundin Ruby aus dem Lautsprecher. Sie klang besorgt. „Wo warst du denn? Damian hat mich ständig angerufen und gefragt, ob ich etwas von dir gehört habe. Er sagte, dein Anschluss geht direkt auf die Mailbox.“Ich umklammerte den Hörer und biss die Zähne zusammen. „Mein … mein Handy ist leer, Ruby“, sagte ich schnell. „Hör mal, wenn er dich zurückruft, deck mich einfach, ja? Sag ihm, wir wären zusammen gewesen oder so. Ich
Iris’ PerspektiveIch saß am Esstisch bei meiner Mutter und starrte auf meinen Teller hinunter. Das Essen schmeckte in meinem Mund wie Kreide. In weniger als vierundzwanzig Stunden war so viel passiert, dass ich den ganzen Tag über keinen Appetit gehabt hatte.„Damian ist so ein wunderbarer Ehemann für dich“, sagte meine Mutter und zwang mich, meinen Blick zu ihrem stolzen Gesicht zu heben. „Ich denke gerade an all die schönen Dinge, die er für dich getan hat. Dieser Mann … Gott segne ihn. Oh, Schatz, du hast so ein Glück!“Ich wollte ausrasten und sie anschreien, sie solle aufhören, ihn zu loben, doch ich schaffte es, ein gezwungenes Lächeln aufzusetzen.„Hmm, ja.“Die Haushälterin nickte zustimmend und schenkte mir noch etwas Wasser ein.„Ja, Herr Damian ist ein wahrer Gentleman. Ich bete jeden Tag für einen Mann wie ihn für meine Töchter.“Eine Welle des Ekels überkam mich. Mir wurde übel.Ein guter Mann?Sie wussten nichts von seinem schrecklichen Geheimnis. Wenn sie doch nur die







