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Der Preis einer Nacht
Der Preis einer Nacht
Author: Fran

Kapitel 2

Author: Fran
last update publish date: 2026-07-01 11:35:40

Glück oder Unglück?

Ich konnte mich keinen Zentimeter rühren. Noch immer war ich gefangen in diesem intensiven Blick voller Beherrschung und beunruhigender Stille.

Plötzlich riss mich das Geräusch der Männer, die mich hartnäckig suchten und immer näher kamen, aus dieser seltsamen Trance. Die Angst überrollte mich erneut. Verzweifelt sah ich den Mann noch einmal an, und ein flüchtiger Gedanke schoss mir durch den Kopf.

Die Gruppe schien den Wagen inzwischen entdeckt zu haben und näherte sich langsam.

Ohne nachzudenken warf ich mich ihm in die Arme und presste meine Lippen auf seine.

Zunächst erwiderte er den Kuss mit spürbarem Widerstand. Ich schloss die Augen und drängte entschlossen weiter, nahm seine Lippen immer leidenschaftlicher in Besitz und ließ ihm keine Möglichkeit, mich von sich zu schieben.

Wie ein Schiffbrüchiger, der sich mitten auf offener See an seinen letzten Rettungsring klammert.

Meine Hand glitt in seinen Nacken. Ich spürte, wie der Kuss allmählich erwidert wurde. Sein Atem wurde schneller, unkontrollierte Laute entwichen seinen Lippen. Schließlich legte sich seine Hand auf meine Hüften und ließ mein Herz noch heftiger schlagen.

Seine Bewegungen wirkten ungewohnt fahrig, als wäre er nicht ganz bei Sinnen.

Doch meine Angst ließ keinen klaren Gedanken mehr zu.

„Raus... hier...“, stieß er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor und stieß mich wütend von sich, sobald sich unsere Lippen voneinander lösten.

Er sah mich mit einer solchen Wut an, dass ich glaubte, die Welt würde über mir zusammenbrechen.

Hatte er mich gerade tatsächlich zurückgewiesen?

„Ach, hören Sie doch auf! So müssen Sie mich auch nicht behandeln! Ich habe Sie nicht geküsst, weil ich das wollte. Halten Sie sich bloß nicht für so unwiderstehlich. Ihre Persönlichkeit ist grauenhaft, und Sie gefallen mir überhaupt nicht!“, platzte ich nervös heraus.

Der Fahrer war ebenso fassungslos wie Mr. Lockwood, als er sah, wie Celine ohne jede Erlaubnis in den Wagen stieg und seinen Arbeitgeber küsste.

Wie konnte sie es wagen, sich einfach in das Auto eines der mächtigsten Wirtschaftsmagnaten von Los Angeles zu setzen?

Hatte sie denn nicht erkannt, wer er war?

Welcher vernünftige Mensch hätte überhaupt den Mut, sich Mr. Lockwood entgegenzustellen?

Nicht einmal sein langjähriger Chauffeur wagte es, mehr als ein paar Worte zu sagen, ohne dass der dominante Blick seines Herrn jeden Widerstand im Keim erstickte.

„Was für eine unverschämte Frau... Wie kannst du dich das trauen?“, sagte Mr. Lockwood mit eisiger Härte.

Im Rückspiegel beobachtete der Fahrer die Gruppe betrunkener Männer, die den Wagen umringte und gegen die Karosserie schlug, während sie mich weiterhin beschimpften.

Sie mussten so betrunken sein, dass sie gar nicht bemerkten, welches Auto sie gerade attackierten.

Kurz darauf stieg der Chauffeur auf Lockwoods Anweisung aus.

„Was glaubt ihr eigentlich, was ihr da macht? Wisst ihr überhaupt, wem dieses Auto gehört?“

Die Männer suchten mich mit ihren Blicken, dann sahen sie hastig den Wagen an und wichen erschrocken zurück.

Einer stieß den anderen an und flüsterte:

„Vergiss es... Sieh genau hin. Das ist die Frau dieses Mannes.“

Sie wechselten einen kurzen Blick und verschwanden so hastig wie aufgescheuchte Ratten.

Noch immer wie erstarrt von seinen schneidenden Worten und seinem durchdringenden Blick bemerkte ich plötzlich seinen unkontrollierten Atem und den kalten Schweiß, der ihm über die Stirn rann.

Mit diesem Mann stimmte etwas nicht.

In seinem Gesicht lag weit mehr als bloße Erregung – blanker Mordeswille.

Die heftigen Schläge gegen den Wagen ließen mich zusammenzucken.

Erst jetzt nahm ich den Chauffeur überhaupt wahr. Er stieg aus und bedrohte die Männer mit einem einzigen Satz, dessen Nachhall in meinem Kopf hängen blieb.

Lockwood.

Bei diesem Namen wurden die Gesichter der Männer schlagartig blass.

Sie hatten ihren Fehler erkannt.

Gerade als sie sich eingeschüchtert zurückziehen wollten, packte der Mann neben mir plötzlich fest mein Handgelenk.

Verwirrt sah ich ihn an.

Mit angespanntem Kiefer sagte er kein Wort.

„Sir... Geht es Ihnen gut? Nein... Sie sehen überhaupt nicht gut aus.“

Vorsichtig legte ich meine Hand an sein Gesicht.

Seine Haut war vom kalten Schweiß feucht.

Dieser Mann war wirklich nicht in Ordnung.

Langsam hob er den Blick zu mir.

Er war erfüllt von Zorn.

Und von tiefem Groll.

Ohne große Kraft schob er meine Hand beiseite.

„Verschwinde aus meinem Auto!“

Ich blickte nach draußen.

Die Männer blieben stehen.

Sie hatten gehört, wie dieser Lockwood mich angeschrien hatte.

Offenbar war ihnen klar geworden, dass unsere Beziehung nur gespielt gewesen war.

Die Angst packte mich erneut.

Entsetzt sah ich, wie sie erneut auf den Wagen zukamen.

„Steig aus!“

 

 

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