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Der Ruin des Milliardärs
Der Ruin des Milliardärs
Author: Ivy magic

Kapitel 1: Du gehörst mir

Author: Ivy magic
last update publish date: 2026-09-19 21:29:22

Sie rang nach Luft, während der Mann, den sie geheiratet hatte, seine Hand an ihrem Hals fester hielt. Panik überrollte sie.

„George … du tust mir weh“, brachte sie mühsam hervor. Ihr Körper zitterte vor Anspannung. Sie hatte das Gefühl, jeden Moment zusammenbrechen zu müssen.

„Wie kannst du es wagen, mich infrage zu stellen? Wer hat dir das Recht dazu gegeben?“, sagte George.

Olivia brachte jedoch kein Wort heraus. Sie versuchte verzweifelt, Georges Hand von sich zu lösen, doch er war zu stark. Gerade als sie glaubte, es nicht mehr aushalten zu können, klingelte sein Telefon.

Der Blick auf das Display veranlasste ihn, sie loszulassen. Er nahm das Gespräch entgegen. Olivia sank zu Boden und versuchte, wieder ruhig zu atmen. Ihr Gesicht war gerötet, und Tränen liefen ihr über die Wangen.

„Bring dich in Ordnung. Wir haben eine Einladung zum Abendessen. Sei in dreißig Minuten fertig“, sagte er. „Es macht mir keinen Spaß, dich so zu sehen. Ich bringe dir nur bei, wie man eine anständige Ehefrau ist.“

Er ging in die Hocke, hob ihr Gesicht an und sah ihr tief in die Augen. Olivia hätte ihn am liebsten von sich gestoßen.

Sie senkte den Blick.

„Sei ein braves Mädchen, dann wird alles gut“, sagte er zu ihr. „Ich liebe dich.“

Er küsste sie auf die Stirn und ging hinaus.

Olivia saß einfach nur da und weinte; niemand war da, um sie zu trösten. So war er sonst nie gewesen. Er war der liebenswürdigste Mann, den sie je gekannt hatte.

Sie sah zu, wie der Mann, den sie geheiratet hatte, zur Tür hinausging, doch sie konnte ihn nicht wiedererkennen.

Wie war George nur so hart geworden?

Sie konnte nicht begreifen, wie der Mann, den sie einst geliebt hatte, sich in einen völlig anderen Menschen verwandeln konnte.

Ihre Gedanken schweiften zurück zu dem Tag, an dem sie sich kennengelernt hatten.

Sie hatte George Norris auf einem Technik-Seminar getroffen.

Er war einer der sanftmütigsten Menschen, denen sie je begegnet war. Für einen Moment konnte sie noch den Mann sehen, den sie geheiratet hatte.

Dann holte seine Stimme sie in die Realität zurück.

George kam ins Zimmer zurück und sah so gut aus wie eh und je. Er hatte breite Schultern, ein markantes Kinn, kurzes schwarzes Haar, das perfekt zu seinem Gesicht passte, und obendrein war er groß gewachsen.

Olivia musste sich eingestehen, dass sie sich in genau diesen Mann vor ihr verliebt hatte.

„Hör auf, mich anzustarren, und zieh dieses Kleid aus“, sagte er.

„Warum?“

Sie hatte sich im Spiegel betrachtet und sah umwerfend aus. Das Kleid hatte einen dezenten Farbton, war nicht extravagant, und sie fühlte sich wohl darin. Sie war mit ihrem Aussehen zufrieden.

„Du siehst lächerlich aus“, sagte er.

„Aber …“

„Widersprich mir nicht, Olivia“, sagte er streng.

Olivia ging leise in die Umkleidekabine.

Diesmal trug sie ein cremefarbenes, weit ausgestelltes Abendkleid.

George sah sie an. Olivia wartete und erwartete einen Kommentar. Doch er ging an ihr vorbei in die Umkleidekabine. Er holte ein rotes Abendkleid aus Satin mit Silberstickerei hervor und warf es ihr zu.

„Du bist mit einem Mann aus der Elite verheiratet; du solltest dich auch so benehmen“, sagte er.

„Aber Rot tut meinen Augen weh“, entgegnete Olivia.

„Stell meine Geduld nicht auf die Probe, Olivia“, sagte er streng.

Olivia sagte nichts. Sie betrachtete sich ein letztes Mal im Spiegel, bevor sie ihm folgte.

Sie stiegen in den schwarzen Maserati und fuhren los.

Verschiedene exotische Autos säumten die Auffahrt. Schon beim Betreten des Veranstaltungsortes schrie die Atmosphäre förmlich nach Luxus. Das Interieur war atemberaubend. Kellner bewegten sich lautlos zwischen den Tischen, während sich Männer in teuren Smokings unter Frauen mischten, die mit Diamanten, Rubinen und Gold geschmückt waren.

Alles – von der Einrichtung bis zum Schmuck – zeugte von Reichtum.

Dies war nicht bloß ein Abendessen; es war eine Zurschaustellung von Reichtum und Macht.

„Mr. George, es ist schon eine Weile her“, sagte er lächelnd.

„Ganz meinerseits, Mr. Roger.“

Sie schüttelten sich die Hände. Mr. Roger würdigte Olivia keines Blickes.

„Der Finanzminister ist heute anwesend. Die leichtgläubigen Geschäftsleute kämpfen schon um ihr Stück vom Kuchen“, schmunzelte er.

„Du gehörst auch dazu, und ich werde ganz sicher nicht verschont bleiben“, sagte George.

Sie lachten und gingen direkt auf den Tisch des Ministers zu, während Olivia inmitten der Menge zurückblieb.

Olivia suchte sich ein ruhiges Plätzchen abseits der Menge und setzte sich. Sie nahm ein Glas Champagner entgegen. Da sie niemanden zum Reden hatte und auch kein Handy, das sie hätte beschäftigen können, beobachtete sie einfach George, wie er sich mit anderen unterhielt.

Er lächelte herzlich und rückte sogar einer Dame den Stuhl zurecht – etwas, das er für sie schon lange nicht mehr getan hatte.

Es war, als wären es zwei völlig verschiedene Menschen.

„Olivia Peterson!“, rief eine männliche Stimme.

Sobald sie ihren Mädchennamen hörte, hob sie den Kopf, um zu sehen, wer es war.

Ein bekanntes Gesicht kam auf sie zu.

„Carlos Rodriguez, was für eine Überraschung!“

Olivia stand auf, um ihn zu begrüßen. Er umarmte sie voller Begeisterung, noch bevor sie reagieren konnte.

„Es ist eine Ewigkeit her seit dem letzten Seminar“, sagte er.

Zum ersten Mal an diesem Abend hellte sich Olivias Gesicht auf.

Carlos erinnerte sie an eine Zeit vor George – vor den endlosen Regeln, der Kritik und dem Gefühl, ständig vorsichtig sein zu müssen.

Für einen Sekundenbruchteil sah sie, wie George in ihre Richtung blickte. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich, doch sie ignorierte es.

Sie unterhielten sich, und Carlos, der schon immer ein fröhlicher Mensch gewesen war, brachte sie bei jedem Wort zum Lachen.

„Bitte entschuldigt mich einen Moment“, sagte George und ging direkt zu Olivia hinüber.

„Es scheint, als würdest du die Gesellschaft genießen“, sagte er und legte seine Hand auf ihre Schulter.

„Mr. George“, sagte Carlos und tauschte Höflichkeiten mit ihm aus.

„Sie kennen Mr. George?“, fragte Carlos Olivia.

George wartete auf ihre Antwort.

„Er ist mein Mann“, erwiderte Olivia.

„Steh auf, komm mit“, befahl George Olivia.

Olivia erhob sich widerwillig.

„Es war schön, dich wiederzusehen, Carlos“, sagte sie.

„Ganz meinerseits“, sagte Carlos.

Sie gingen zurück zum Tisch.

„Wer ist diese wunderschöne Dame?“, fragte ein Mann.

„Meine Frau“, sagte George beiläufig.

„Wow, du bist wunderschön“, stimmten andere in das Kompliment ein.

„Du hast Glück, eine so schöne Frau an deiner Seite zu haben“, sagte einer von ihnen.

„Nein, sie hat Glück, mich zu haben“, wies George das Kompliment zurück.

Olivia ballte ihre Hände unter dem Tisch. Sie spürte, wie der Schmerz in ihr brannte, doch sie weigerte sich, es sich anmerken zu lassen.

Alle lachten.

Sie unterhielten sich über die Technologiebranche. Obwohl sie sich in der Materie bestens auskannte und Lösungen für einige der diskutierten Probleme parat hatte, schwieg sie.

Dann verlagerte sich das Gespräch plötzlich auf sie.

„Mrs. Norris, womit verdienen Sie eigentlich Ihr Geld?“, fragte eine schwer geschmückte Frau, die über und über mit Schmuck behangen war.

„Ich bezweifle, dass sie überhaupt etwas tut. Junge Frauen heutzutage haben es doch nur auf reiche Männer abgesehen und lassen sich von ihnen aushalten“, sagte eine andere Dame.

Alle lachten, auch

George.

Ihre Worte verletzten sie nicht so sehr wie Georges Lachen.

Er tat das jedes Mal.

Doch diesmal würde sie nicht zulassen, dass er sie herabsetzte.

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