MasukDrei Monate waren vergangen, seit Eleanor den Kern des Gartens in den Händen gehalten hatte. Die Welt hatte sich nicht über Nacht verändert, aber sie hatte sich verschoben. Die Berichte über die Lazarus-Angriffe waren seltener geworden, die öffentliche Aufmerksamkeit hatte sich anderen Themen zugewandt, und der Schleier arbeitete im Stillen daran, die letzten Spuren von Adrians Netzwerk zu beseitigen.Eleanor saß am Fenster ihres Arbeitszimmers und sah auf die Stadt hinaus. Der Morgen war klar, die Dächer glänzten im Licht der aufgehenden Sonne. Auf ihrem Schreibtisch lag der Kern des Gartens, eingeschlossen in einer schlichten Box aus Metall und Glas. Sie hatte ihn nicht geöffnet, seit sie ihn aus dem alten Keller entfernt hatte. Sie wusste nicht genau, was geschehen würde, wenn sie es täte, und sie war nicht sicher, ob sie bereit war, es herauszufinden.Damien trat leise ein und stellte eine Tasse Kaffee neben sie. Er setzte sich ihr gegenüber, ohne zu
Eleanor las die Nachricht von Juna dreimal, bevor sie das Telefon sinken ließ. Ein Blick auf das Display zeigte ihr die Uhrzeit. Sie hatte weniger als eine Stunde, um Adrian aufzuhalten, und die einzige Verbindung zu dem System, das er kontrollierte, lag unter ihren Füßen.„Er will den Garten aktivieren“, sagte sie, ohne Damien anzusehen. „Juna sagt, alle Systeme des Schleiers sind betroffen. Er will ihn nicht nur besitzen. Er will ihn benutzen, um die Welt zu verändern.“Damien stand dicht neben ihr, ruhig, aber wachsam. „Können wir ihn aufhalten?“Eleanor hielt den USB-Stick in ihrer Hand. „Meine Mutter hat gesagt, der Stick öffnet einen Ort, den Adrian gebaut hat. Wir haben diesen Ort gefunden. Und ich habe einen Teil der Wahrheit in der Mappe gesehen. Es gibt ein Protokoll, das nur die Erbin ausführen kann. Wenn ich es richtig verstehe, kann ich den Garten an mich binden und Adrian aussperren.“„Was brauchst du dafür?“„Ich
Die Rückkehr in die Stadt fühlte sich an, als würde Eleanor aus einer anderen Welt kommen. Die spanische Sonne, das weiße Haus am Meer, die grauen Augen ihrer Schwester. All das war noch in ihr, während sie durch die vertrauten Straßen fuhr und doch wusste, dass nichts mehr so sein würde wie zuvor.Damien parkte in der Tiefgarage ihres Wohnhauses. Eleanor nahm den USB-Stick aus ihrer Tasche und sah ihn an. Er war klein, unscheinbar, aber er hielt eine Wahrheit fest, die Adrian jahrzehntelang verborgen hatte.Juna wartete bereits im Arbeitszimmer. Die junge Frau hatte eine Reihe von Monitoren aufgebaut und mehrere externe Laufwerke bereitgelegt. Sie sah auf, als Eleanor und Damien eintraten.„Habt ihr es gefunden?“, fragte sie.Eleanor legte den Stick auf den Tisch. „Isabella hat ihn uns gegeben. Sie sagt, er enthält den Schlüssel zu einem System, das Adrian gebaut hat, um den Garten zu kontrollieren.“Juna nahm den Stick vorsich
Die Küstenstraße war schmal und führte in engen Kurven an steilen Klippen entlang. Unter ihnen erstreckte sich das Mittelmeer in einem Blau, das so tief war, dass es fast schwarz wirkte. Eleanor saß auf dem Beifahrersitz und starrte auf die Landschaft, die an ihr vorbeizog, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Ihre Gedanken waren bei einer Frau, die sie nie gekannt hatte und die doch ihr Blut teilte.Damien fuhr konzentriert, seine Hände lagen ruhig auf dem Lenkrad. Er hatte kaum gesprochen, seit sie am Morgen aufgebrochen waren. Er wusste, dass dies kein Moment für Worte war, sondern für Stille.Die Wegbeschreibung führte sie von der Hauptstraße in ein Dorf, das sich an den Hang schmiegte. Weiße Häuser mit blauen Fensterläden reihten sich an engen Gassen, in denen Geranien in Töpfen blühten. Am Ende einer Sackgasse, direkt über dem Meer, stand ein kleines Haus mit einer Terrasse, die den Blick auf die Bucht freigab.Eleanor stieg aus und blieb einen
Adrian Hayes stand in dem schmalen Raum wie ein Mann, der sein ganzes Leben lang auf diesen Moment gewartet hatte. Das Licht der alten Lampe fiel auf sein Gesicht und zeigte die tiefen Falten, die von Jahren des Wartens gesprochen wurden. Er sah Eleanor nicht als Feindet, sondern als etwas, das er gepflan hatte, um eines Tages großzuziehen.„Du willst die Wahrheit“, sagte er, und seine Stimme hatte einen Beiklang von Trauer, der sie nicht erwartet hatte. „Dann will ich sie dir geben.“Eleanor machte keinen Schritt zurück. Sie hielt ihr Hand an der Jacket und aus ihre Finger ruhten auf dem Griff der Waffe. Aber sie hatte noch nicht das Gefühl in der Nähe von ihm zu sein.„Erzähl mir über den Mann auf diesem Foto.“ Sie deutete auf das vergilbte Bild, das ihren lachenden Hand zeigte, um eine junge Frau, die ihre Mutter war.Adrian trat näher und nahm das Bild in die Hand, wie einen Schatz, der zu lange mangel hatte. „William war mein ältere
Die Wohnung war still, als Eleanor eintrat. Damien saß am Couchtisch, mehrere Dokumente vor sich ausgebreitet, ein Laptop geöffnet. Er sah auf, als sie hereinkam, und legte sofort den Stift aus der Hand.„Du klingst aufgewühlt“, sagte er leise. „Was hat er gesagt?“Eleanor blieb in der Tür stehen und lehnte sich einen Moment an den Rahmen. Sie holte tief Luft, dann trat sie näher und legte den Datenträger auf den Tisch.„Der Architekt ist Adrian Hayes. Marcus’ Vater.“Damien starrte sie an, ohne die Miene zu verziehen. In seinem Blick lag kein Schock, sondern eher eine ruhige Bestätigung, als hätte er erwartet, dass der Name früher oder später fallen würde.„Marcus’ Vater? Der Mann, der sich jahrelang im Hintergrund gehalten hat?“„Genau der. Dein Vater hat mir erzählt, dass Adrian nicht nur ein Förderer von Lazarus war, sondern die treibende Person dahinter. Er hat sich alle Designs, alle Informationen von meiner Mutte
Die kalte Nachtluft traf Eleanor ins Gesicht wie eine Ohrfeige, als sie aus dem Anwesen der Blackwoods taumelte. Ihr smaragdgrünes Kleid flatterte hinter ihr her, der zarte Stoff verfing sich in den Rosenbüschen, während sie hastig den gepflegten Weg hinuntereilte. Das ferne Summen der Gala verklan
Eleanor stand im funkelnden Ballsaal, die Samtschachtel schwer in ihrer Hand. Der letzte Schlag von Mitternacht hing noch in der Luft. Die Feier wirbelte um sie herum, doch sie fühlte sich, als wäre sie unter Wasser, bewegte sich in Zeitlupe. Ihr Blick war auf die großen Türen gerichtet, wartend da
Das Anwesen der Blackwoods leuchtete wie ein Juwel vor dem dunklen Himmel von New York. Jedes Fenster strahlte hell, und das Geräusch von Lachen und klirrenden Gläsern schwebte durch die Nachtluft. Drinnen bewegte sich Eleanor Hayes durch den überfüllten Ballsaal, ihr smaragdgrünes Kleid wirbelte u
Das laute Klopfen an Eleanors Penthouse-Tür wurde stärker und riss sie aus ihren Gedanken. Zögernd zog sie ihren Bademantel enger um sich.Wer könnte um diese Uhrzeit hier sein?Dann erklang eine vertraute Stimme durch die Tür – tief, warm und voller Besorgnis.„Eleanor? Mach auf. Ich bin’s.“Ihr V







