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Kapitel 5

Penulis: Bless pen
last update Tanggal publikasi: 2026-07-06 04:23:21

Elaras Perspektive

"Zieh dich aus."

Das Wort kam erneut, diesmal durchzogen von einem gutturalen Knurren, das durch die Luft vibrierte und sich tief in meinen Knochen festsetzte. Mein ganzer Körper zuckte zusammen. Jede einzelne Nervenfaser schrie mich an zu rennen, aber meine Beine weigerten sich zu gehorchen.

Ich klammerte mich so fest an den Saum meines zerrissenen Kleides, dass meine Knöchel weiß wurden. Stille Tränen bahnten sich neue Wege über meine bereits geschwollenen Wangen.

"Willst du, dass ich mich wiederhole?"

Ich schüttelte hektisch den Kopf, unfähig, Worte zu formen.

"Nein?" "Nein zum Ausziehen, oder nein zur Wiederholung?"

"Nein", flüsterte ich, das Wort entwich kaum meiner Kehle.

"Nein?" "Du wagst es, mir zu trotzen, Häschen?"

Er begann auf mich zuzugehen. Langsam. Bedächtig. Jeder Schritt abgemessen und räuberisch. Ich wich zurück, bis mein Rücken gegen die kalte Wand schlug und es kein Zurück mehr gab. Er kam immer näher, bis er nur noch wenige Zentimeter von mir entfernt war, seine Präsenz erdrückend.

Sein Gesicht wurde vom schwachen Licht beleuchtet, und ich bemerkte zum ersten Mal die Narbe – eine dünne, silberne Linie, die an der Basis seines rechten Auges begann, über den Nasenrücken verlief und an der Oberlippe endete. Sie hätte ihn weniger attraktiv machen sollen. Tat sie aber nicht.

"Du wagst es, zu meiner Bitte nein zu sagen?" Seine Stimme war weich, fast sanft, aber unter der Seide lauerte Stahl.

Ich sah zu ihm auf, und zum ersten Mal sah ich es – ein Aufblitzen von Belustigung in diesen kalten blauen Augen. Er spielte mit mir. Prüfte mich.

"Du musst das Kleid nicht ausziehen. Behalt es an. Ich wollte nur sehen, wie widerwillig du unter Druck wärst."

Er trat zurück, und ich atmete aus, Erleichterung durchflutete meine Adern. Aber sie war nur von kurzer Dauer.

Er zog eine Waffe aus seinem Gürtel. Bevor ich reagieren konnte, schlug er seine Handfläche gegen die Wand neben meinem Kopf und sperrte mich ein. Der Lauf der Waffe presste sich gegen meine Schläfe, kalt und unerbittlich.

Ich dachte, er hätte gesagt, es sei in Ordnung.

Die Waffe zog eine Spur über mein Gesicht. Über meine Lippen. Meine Kehle hinunter. Ich drückte die Augen zusammen und betete – flehte – dass der Abzug nicht betätigt würde. Er hielt an meiner Brust an, und ich spürte, wie er lächelte.

Als ich die Augen öffnete, beobachtete er mich. Ich versuchte wegzugehen, aber seine freie Hand fing mein Kinn und zwang meinen Blick zurück zu ihm.

Seine Lippen streiften meine Wange. Dann mein Ohr. Sein Atem war warm auf meiner Haut.

"Hast du versucht, das zu beschützen?" Er tippte mit der Waffe gegen meine Brust. "Oder..."

Er zog den Lauf über meinen Bauch, tiefer, bis er zwischen meinen Beinen schwebte. Ich stieß ihn weg.

"Hör auf!" "Bitte!", flehte ich, meine Augen fest zusammengepresst, mein ganzer Körper zitterte.

Öffne deine Augen und sieh mich an.

Die Stimme wurde nicht laut ausgesprochen, aber ich hörte sie – klar und befehlend, in meinem Schädel wiederhallen. Ich gehorchte. Meine Augenlider flattern auf, und ich begegnete seinem Blick.

Er streckte die Hand aus und berührte mein Augenlid mit seinem Finger. Dann ersetzten ihn seine Lippen. Weich. Warm. Völlig unerwartet.

Ich schauderte. Gänsehaut breitete sich auf meiner Haut aus. Es war intim und beunruhigend, und ich hasste es, wie mein Körper darauf reagierte.

Er zog sich zurück und betrachtete mich mit undurchdringlichen Ausdruck.

"Zieh dich aus."

Er drehte sich um und ging zu einem Kleiderschrank, holte ein Handtuch hervor. Er sah mich nicht an.

"Warum?", meine Stimme brach.

"Dein Geruch ist mir unangenehm." Zieh dich aus. Dusche. Zieh mein Hemd an. Leg dich ins Bett."

Ich stand wie erstarrt da, mein Kopf raste. Nichts von all dem ergab einen Sinn. Einen Moment wollte er mich töten. Im nächsten berührte er mich, als wäre ich etwas Kostbares. Jetzt wollte er, dass ich duschte und in seinem Bett schlief.

"Willst du, dass ich dieses Kleid mit Gewalt von deinem Körper reiße? Ich kann dich ficken, bis dir beide Beine wegknicken, wenn du mich verärgerst. Also, fordere mich nicht heraus, Häschen. "Und zwingt mich nicht, mich zu wiederholen."

Er drehte sich zu mir um, und ich sah die Warnung in seinen Augen. Es war ein Versprechen, keine Drohung.

Peinlichkeit durchströmte mich, als ich begann, mich auszuziehen. Ich hielt inne und sah ihn flehend an, in der Hoffnung, er hätte den Anstand wegzugehen. Er zog nur eine Augenbraue hoch und forderte mich auf, fortzufahren.

"Worauf wartest du?", fragte er.

"Darauf, dass du dich umdrehst."

"Als ich das tat, hast du nicht gehört."

Er kam wieder auf mich zu, aber diesmal drehte er mir den Rücken zu, bevor er mich erreichte.

"Mach schnell", knurrte er.

Ich streifte mir mein Kleid in Rekordzeit vom Leib und wickelte mich in das Handtuch.

"Ich bin fertig."

Er drehte sich um und deutete auf eine Tür. "Dort drinnen. Duschen. Du hast fünf Minuten. Versuch nicht, durch das Badezimmerfenster zu entkommen. Da draußen liegt zerbrochenes Glas auf dem Boden, und ich kann nicht versprechen, dass es dir nicht die Beine bis auf die Knochen aufgeschlitzt."

Ich bewegte mich nicht. Meine Füße waren wie festgewachsen auf dem Boden, gelähmt vor Angst.

Er hatte sich bereits abgewandt und knöpfte sein Hemd auf. Als er es ab streifte, stockte mir der Atem. Sein Körper war ein Kunstwerk – muskulöse Skulptur, definierte Linien und Tätowierungen, die die Hälfte seines Oberkörpers bedeckten. Er sah aus wie ein Gott, aus Marmor gemeißelt.

"Wartest du, bis ich fünfzig werde, bevor du duschen gehst?"

Sein Humor überraschte mich. "Was?"

"Geh jetzt unter die Dusche!"

Der Schrei riss mich aus meiner Starre. Ich huschte an ihm vorbei, und im Vorbeigehen erhaschte ich einen Blick auf das Tattoo auf seinem Rücken: Lycan Among Us. Ich wusste nicht, was es bedeutete, und ich hatte keine Zeit zum Überlegen.

Das Badezimmer war ein Zufluchtsort. Ich sank auf den gefliesten Boden, lehnte mich gegen die Badewanne und ließ die Tränen kommen. Wie war ich hierher gekommen? Nach Spanien? In das Haus eines Mannes, der wie Damon aussah, aber unmöglich er sein konnte? Wo war ich? Wo war Sera?

Mein Bruder Leo musste inzwischen völlig durchdrehen. Der narbige Mann sagte, ich sei ein versehentlicher Entführungsfall – ein Fehler. Und Pearl. Mein Herz zog sich zusammen bei dem Gedanken an sie, immer noch gefangen an diesem schrecklichen Ort.

Ich hörte ihn nicht eintreten.

Eine Hand packte meinen Arm und riss mich auf die Beine. Ich schrie, schlug wild um mich, aber er war zu stark. Er ließ mich in die Badewanne gleiten, drehte die Dusche auf und hielt mich mit einer Hand fest.

Er griff nach einem Schwamm und Duschgel, gab eine großzügige Menge darauf und begann, mich zu waschen.

"Ich kann das selbst", sagte ich, Erschöpfung mischte sich in meine Wut.

"Habe ich dich gebeten zu sprechen?" Seine Stimme war Eis. "Hör zu und hör gut zu, Häschen". Wenn ich eine Anweisung gebe, befolgst du sie aufs Wort. Es wird Konsequenzen geben, wenn du es nicht tust. Und wenn ich dir nicht sage, du sollst sprechen, hältst du deinen Mund. Tu das, und ich werde dir keine Kugel in den Kopf jagen. "Verstanden?"

Ich würde dir nie eine Kugel in den Kopf jagen. Nicht jetzt. Niemals.

"Ja", flüsterte ich.

Er ging, ohne ein weiteres Wort.

Als ich fertig war, wickelte ich mich in das Handtuch und trat hinaus. Er wartete direkt vor der Tür. Bevor ich vorbeigehen konnte, zog er mich nah an sich und vergrub sein Gesicht in meinem Hals, atmete tief ein.

"Jetzt riechst du besser", murmelte er.

Dann ging er ins Badezimmer und schloss die Tür.

Ich setzte mich auf die Bettkante, klammerte mich an mein zerrissenes Kleid und wartete auf ein Wunder, das nicht kam. Als er herauskam, warf er mir ein Hemd zu. Keine Worte waren nötig. Ich wusste, was er wollte.

"Leg dich ins Bett", befahl er.

"Warum?", fragte ich, Angst kroch in meine Stimme.

Er lachte – ein kaltes, humorloses Geräusch. "Ich nehme mir keine Frauen mit Gewalt. Wenn ich dich ficke, wirst du darum betteln. Jetzt leg dich mit deinem kleinen Arsch und deiner engen Muschi ins Bett, bevor ich wütend werde."

Ich kletterte auf die Matratze und drückte mich in die entfernteste Ecke.

Er schaltete das Licht aus, und ich spürte, wie sich sein Gewicht auf der anderen Seite des Bettes niederließ. Innerhalb von Sekunden glich sich sein Atem aus.

Aber ich konnte nicht schlafen.

Das Heulen begann eine Stunde später – zunächst leise, dann näher. Das letzte klang, als käme es direkt von vor dem Fenster. Mein Herz raste. Meine Augen blieben weit offen, die Dunkelheit ab suchend, wartend auf das Ende.

Aber nichts kam.

Und irgendwann übermannte mich die Erschöpfung.

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