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Kapitel 4

Penulis: Bless pen
last update Tanggal publikasi: 2026-07-06 04:22:56

Elaras Perspektive

"Gefährtin?"

Das Wort entglitt meinen Lippen wie ein Geheimnis, das ich nicht hatte teilen wollen. Ich drehte den Kopf zu Sera, verzweifelt auf der Suche nach einem Zeichen, dass sie es ebenfalls gehört hatte, dass ich nicht den Verstand verlor. Aber sie lag weiterhin zusammengesunken auf dem Boden, benommen und blutend, völlig ahnungslos von dem Unmöglichen, das gerade zwischen mir und dem Mann mit der Waffe an meinem Kopf geschehen war.

"Befolge meine Anweisungen, Damon. Töte diesen widerlichen Menschen!", donnerte der narbige Mann.

Seras Kopf schnellte hoch. Ihre Augen hefteten sich auf Rylan, Wiedererkennung blitzte in ihrem zerschlagenen Gesicht auf. Sie sah von ihm zu mir, und ich konnte die Warnung in ihrem Blick lesen – lauf, versteck dich, tu etwas.

"Du kennst sie?", forderte der alte Mann.

"Nein." Rylans Stimme war flach. Leer. Er senkte seine Waffe.

Dann kam er auf mich zu.

Er hockte sich hin, seine Finger umfassten mein Kinn, hoben mein Gesicht an, um seinem Blick zu begegnen. Im Düster dieses schmutzigen Raums brannten seine Augen wie gefrorenes Feuer – blassblau, bodenlos, bar jeder Wärme. Sie hätten mich erschrecken sollen. Das taten sie. Und doch regte sich in meiner Brust etwas gegen meinen Willen.

"Wie heißt du?"

Bevor ich antworten konnte, schnitt Seras Stimme durch die Spannung. "Du bist Damon, oder?" Lucas hat mir von dir erzählt. "Bitte tu ihr nichts – bitte!"

Der Schuss knallte durch die Luft wie Donner.

Ich schrie, mein Körper zuckte zusammen, überzeugt, sie sei tot. Aber als ich meine Augen auf zwang, atmete Sera immer noch. Er hatte die Wand getroffen. Eine Warnung. Eine Erinnerung daran, wer hier die Macht hatte.

"Du sprichst, wenn du angesprochen wirst", sagte er, seine Stimme kälter als winterlicher Stahl.

Er wandte sich wieder zu mir, und sein Ton änderte sich – jetzt weicher, fast sanft. "Wie heißt du, Häschen?"

"Elara", flüsterte ich, Tränen bahnten sich Wege durch den Schmutz auf meinen Wangen.

"Süß." Das Wort war abweisend, als ob mein Name nichts bedeutete.

Er erhob sich, drehte sich zu dem narbigen Mann um, der meine Hinrichtung befohlen hatte. "Was tust du da, Rylan?" Du ziehst nie eine Waffe, ohne sie zu benutzen. Du kennst die Regeln, Sohn. "Sobald die Waffe gezogen ist, muss jemand sterben."

Bang. Bang.

Zwei Schüsse. Zwei Kugeln. Ein Mann.

Er brach zu Boden, Blut sammelte sich unter seinem Kopf wie ein dunkler Heiligenschein. Ich konnte den Schrei nicht unterdrücken, der meine Kehle entriss. Sera zitterte heftig, Schweiß glänzte auf ihrer Stirn.

"Was zum Teufel glaubst du, was du da tust, Rylan?" "Du hast gerade deinen eigenen Mann getötet!", kreischte der narbige Mann.

Rylan antwortete in einer Sprache, die ich nicht erkannte – hart, uralt, guttural. Das Gesicht des Alten verzog sich vor Wut. Er schlug mit der Faust gegen die Wand, dann wirbelte er zu Rylan herum, der nicht einmal mit der Wimper zuckte.

"Du solltest sie töten, nicht ihn!", überschlug sich die Stimme des Mannes vor Wut.

Rylan warf einen Blick auf mich. Ein Aufblitzen von etwas Unlesbarem huschte durch seine Augen. "Ich hatte keine Lust dazu."

Er ging auf die Tür zu. "Was soll ich mit ihr machen?" Sie ist ein Fehler. "Wir können sie nicht einfach gehen lassen."

"Bring sie zu mir nach Hause." "Unversehrt."

Er hielt an der Schwelle inne und sah noch einmal zu mir zurück. Ein kaltes Grinsen zuckte über seine Lippen – ein wissender, Raubtier-hafter Ausdruck – und dann war er fort, und hinterließ Chaos.

"Du hast ihn gehört", spuckte der narbige Mann zu seinen verbliebenen Handlangern. "Bringt sie zu seinem Haus. Und holt jemanden, der dieses Durcheinander beseitigt."

Zwei Männer kamen auf mich zu. Ich krabbelte rückwärts, presste mich gegen die Wand, aber es gab keinen Ort, an den ich fliehen konnte. Sie packten mich, und ich wehrte mich – kratzte, trat, schlug um mich mit allem, was ich hatte.

"Hör auf zu kämpfen, Idiotin!" Einer von ihnen riss an meinen Haaren und zwang meinen Kopf nach hinten. Schmerz explodierte über meine Kopfhaut.

Ich hörte Sera meinen Namen schreien, als sie mich herausgezogen – ihre Stimme roh, verzweifelt. Ich versuchte, mich umzudrehen, versuchte, sie zu erreichen, aber der Griff in meinen Haaren war brutal. Alles, was ich tun konnte, war hilflos in ihre Richtung zu winken, bevor die Tür zwischen uns zuschlug.

Sie schoben mich in ein Auto, verbanden mir die Augen, bevor ich mich orientieren konnte. Der Stoff war rau gegen meine Augen, und mein ganzer Körper zitterte unkontrolliert. Ich konnte nicht denken. Konnte nicht atmen. Das Auto ruckte an, und ich hatte keine Ahnung, wohin wir fuhren.

Minuten vergingen. Oder Stunden. Die Zeit hatte jede Bedeutung verloren.

Als das Auto endlich anhielt, zerrten sie mich heraus und rissen mir die Augenbinde vom Kopf. Licht traf meine Augen, ich blinzelte, kniff sie zusammen und versuchte, meine Umgebung zu erfassen.

Eine Villa. Unmöglich groß, mit hoch aufragenden Zäunen, die den Himmel zu kratzen schienen. Ich konnte nichts dahinter sehen – keine Straße, keine Bäume, kein Zeichen von Fluchtmöglichkeit.

"Beweg dich, perra." Einer der Männer schob mich zur Eingangstür. "Beweg dich, puta. Spiel keine Spiele."

Er öffnete die Tür und schob mich hinein. Eine ältere Frau in einer Schürze erschien fast sofort, ihr freundliches Gesicht ein krasser Gegensatz zu allem, was ich in dieser Nacht erlebt hatte.

"Sag Damon, sein Besuch ist da", bellte der Mann. Er löste meine Hände und Beine, warf die Seile seinem Begleiter zu, und sie waren verschwunden, bevor ich verarbeiten konnte, was gerade geschehen war.

Die alte Frau näherte sich mir vorsichtig. "Komm, setz dich, mein Kind."

Sie führte mich zu einem weichen Kissen in der Mitte des Raums, und ich sank darauf, mein Körper zitterte. Alles um mich herum war teuer – zu teuer für jemanden wie mich, um auch nur davon zu träumen. Ich konnte mich auf nichts konzentrieren.

"Möchtest du etwas Wasser?", fragte sie sanft.

Ich nickte, meine Kehle zu trocken zum Sprechen. Sie kam mit einem Glas zurück und ich nahm einen Schluck. Das kalte Wasser glitt meine Kehle hinunter, und mit ihm kam das erdrückende Gewicht der Realität.

Ich brach in Tränen aus.

Ich sah auf meine Hände hinunter – gequetscht, aufgeschürft, immer noch zitternd. Meine Beine waren im gleichen Zustand. Und Sera. Sera war immer noch gefangen, wo auch immer dieser schreckliche Ort war. Ich wusste nicht einmal, wo ich war, geschweige denn, was mit mir geschehen würde.

Die alte Frau kam mit einem Teller Essen zurück, führte mich zum Esstisch und bat mich praktisch darum, zu essen. Aber ich konnte nicht. Die Angst hatte mir den Appetit geraubt. Jeder Bissen fühlte sich an wie Gift.

"Wo bin ich, bitte?", fragte ich, meine Stimme brach.

"Du bist in Sicherheit, mein Kind", sagte sie, ihre Augen wichen meinem Blick aus. "Iss, bevor es kalt wird."

Sie ließ mich mit dem Essen allein. Ich starrte darauf, Tränen rannen immer noch über mein Gesicht. Ich konnte mich nicht bewegen. Konnte nicht denken. Konnte nichts tun, außer dasitzen und darauf warten, dass der nächste Horror eintraf.

"Hör auf zu weinen." "Sofort."

Ich erstarrte. Diese Stimme – tief, kalt, befehlend. Ich drehte mich um und sah Rylan auf mich zu schreiten, seine Präsenz erfüllte den Raum wie ein Sturm. Seine Augen waren auf mich gerichtet, und ich schluckte instinktiv meine Tränen hinunter und wischte mir mit dem Handrücken über das Gesicht.

Ich sprang auf, die Angst machte meine Bewegungen ruckartig und unbeholfen. Ich hatte zugesehen, wie er heute Abend ohne Zögern einen Mann getötet hatte. Was auch immer ich über ihn zu wissen glaubte, ich lag falsch.

Er erreichte mich in drei langen Schritten. Seine Hände umfassten mein Gesicht – überraschend sanft – und führten mich zurück auf meinen Platz.

"Iss."

Ein Wort. Mehr brauchte es nicht. Ich griff nach der Gabel und stopfte mir Essen in den Mund, kaute kaum, zu Tode erschrocken über das, was passieren könnte, wenn ich ungehorsam war.

"Braves Häschen."

Er tätschelte meinen Kopf, als wäre ich ein Haustier, und ich hätte am liebsten wieder geweint, aber ich konnte nicht. Die Tränen kamen nicht. Mein Körper hatte vergessen, wie es ging.

"Kennst du mich?" Seine Lippen streiften mein Ohr, als er flüsterte, und ich schauderte bei der Berührung – kalt, intim, furchterregend.

"Nein", stammelte ich und ließ die Gabel fallen.

Lügnerin.

Das Wort hallte in meinem Kopf wider, aber seine Lippen hatten sich nie bewegt. Ich schüttelte den Kopf und versuchte, die unmöglichen Gedanken zu vertreiben.

Er drehte mein Gesicht zu sich, seine Augen bohrten sich in mich. Aus der Nähe bemerkte ich die dünne Narbe, die von der Basis seines rechten Auges verlief, über seine Nase zog und an der Oberlippe endete. Eine Erinnerung daran, dass er Dinge überlebt hatte, die ich mir nicht vorstellen konnte.

"Wo wohnst du, Häschen?", fragte er.

"Kalifornien."

"Bei der Familie?" "Vater, Mutter, Geschwister?"

Er nahm die Gabel, schöpfte etwas Essen auf und führte ihn sanft zum Mund. Ich kaute und schluckte mechanisch, unfähig, den Blick von ihm abzuwenden.

"Ja", flüsterte ich.

"Seltsam, nicht wahr?", sein Ton war beinahe unterhaltend.

Ich nickte, obwohl ich es nicht verstand.

"Das Bad ist fertig, Meister", verkündete die alte Frau.

Rylan stand abrupt auf, packte meine Hand und zog mich hinter sich her. Er führte mich eine Treppe hinauf und in ein Zimmer, das in Blau ertrank – blaue Wände, blaue Vorhänge, blaue Bettwäsche und blaue Möbel. Es war überwältigend, wie unter Wasser getaucht.

Er ließ meine Hand los und trat zurück, betrachtete mich mit diesen toten Augen. Seine Hände verschwanden in seinen Taschen, und sein Ausdruck wurde zu etwas Unlesbarem.

"Zieh dich aus."

Das Wort traf mich wie ein Schlag.

"Ich will sehen, ob du dieses törichte Spiel wert bist, das die Göttin mit mir spielen wird.”

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