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Kapitel Zwei

Author: Viv Rex
last update publish date: 2026-07-23 05:17:58

Der Kuss ist alles. Sein Mund auf meinem, warm und fordernd, als hätte er die ganze Nacht genauso daran gedacht wie ich, ohne ein Wort zu sagen. Seine Hände sind in meinen Haaren, ziehen mich näher, und ich spüre seinen harten Körper an meinem, und mein Gehirn schaltet einfach komplett ab.

Er zieht sich gerade weit genug zurück, um mich anzusehen. Seine Augen sind jetzt dunkler, dieses Blau oder Grau, das ich vorhin nicht erkennen konnte, und sein Atem geht schwer, und ich weiß, meiner geht es auch.

"Bist du sicher?" fragt er. Seine Stimme ist leise, rau.

Ich muss nicht einmal darüber nachdenken. "Ja."

Er sagt nichts mehr danach. Er küsst mich einfach wieder, tiefer diesmal, und seine Hände finden den Reißverschluss meines Kleides, und ich spüre, wie es meinen Rücken hinuntergleitet. Das Kleid fällt zu Boden, und ich sollte mich entblößt oder nervös fühlen oder irgendwas, aber das tue ich nicht, weil die Art, wie er mich ansieht, mich fühlen lässt, als wäre ich die schönste Frau, die er je gesehen hat.

Er macht einen Schritt zurück, nur um mich anzusehen, nur um mich aufzunehmen, und seine Augen wandern langsam meinen Körper hinunter, als würde er jeden Zentimeter auswendig lernen.

"Komm her", sagt er, und es ist keine Bitte, es ist ein Befehl, und ich weiß nicht, warum, aber ich mag es.

Er hebt mich hoch, als würde ich nichts wiegen, und meine Beine schlingen sich um seine Hüfte, und ich spüre ihn hart an mir durch seine Hose, und ich will ihn so sehr in mir, dass es fast wehtut.

Er trägt mich zum Bett und legt mich sanft hin, als wäre ich etwas Kostbares, und dann ist er über mir, und sein Mund ist an meinem Hals, an meinem Schlüsselbein, an meiner Brust, und jeder Ort, den seine Lippen berühren, fühlt sich an, als würde er brennen.

Ich stöhne, und es ist mir egal, wie laut ich bin, denn seine Hände sind überall, und sein Mund ist überall, und die Art, wie er sich gegen mich bewegt, macht mich verrückt.

"Bitte", höre ich mich sagen, meine Stimme kaum ein Flüstern.

Er zieht sich zurück, sieht mich an, und seine Augen sind dunkel vor Verlangen. "Bitte was?"

"Bitte fick mich."

Er lächelt fast. Fast. "Das ist das Beste, was ich heute Nacht gehört habe."

Er greift nach seinem Gürtel, und ich sehe seine Hände ihn öffnen, und ich sehe, wie er seine Hose herunterschiebt, und ich sehe ihn hart und bereit, und ich will ihn.

Er sieht mich an und fragt: "Verhütung?"

"Ich nehme die Pille", sage ich ihm. "Wenn du sauber bist, bin ich sauber."

"Ich bin sauber."

"Dann will ich dich spüren. Ganz. Ohne Barrieren."

Er muss es nicht zweimal hören.

Er dringt langsam in mich ein, und ich spüre jeden Zentimeter von ihm, wie er mich dehnt und füllt, und ich keuche auf, meine Fingernägel graben sich in seinen Rücken, weil er groß ist, und er hält inne, nur um mich gewöhnen zu lassen.

"Okay?" fragt er.

"Ja", atme ich. "Hör nicht auf."

Er bewegt sich in mir, und ich verliere alles. Jeden Gedanken. Jede Sorge. Jede Angst. Es gibt nur ihn und mich und die Art, wie er sich in mir anfühlt, die Art, wie er mich ansieht, als wäre ich die einzige Frau auf der Welt, die Art, wie sich seine Hüften gegen meine bewegen und die Art, wie er meinen Namen flüstert – Jennifer – als wäre es das einzige Wort, das er kennt.

Er ist nicht mehr sanft jetzt. Er ist hart. Fordert. Nimmt. Und ich gebe ihm alles.

Als ich komme, schreie ich, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich schreie, und er hört nicht auf, er bewegt sich nur weiter, härter und schneller, und ich komme noch einmal, und ich spüre, wie er sich anspannt, und er vergräbt sein Gesicht in meinem Hals und stöhnt meinen Namen, als er in mir kommt.

Wir liegen da, atmen schwer, Schweiß klebt an unseren Körpern, sein Gewicht auf mir, und ich will nicht, dass er sich bewegt.

Er hebt den Kopf und sieht mich an. Da ist etwas in seinen Augen, das ich nicht deuten kann.

"Okay?" fragt er.

"Mehr als okay."

Er lächelt. Ein echtes Lächeln. Und es verändert sein ganzes Gesicht. Lässt ihn jünger wirken. Weicher.

Ich greife nach oben und berühre die kleine Narbe über seiner Augenbraue.

"Was ist hier passiert?"

"Mit dem Fahrrad hingefallen, als ich ein Kind war."

"Das ist alles? Keine dramatische Geschichte?"

"Nicht jede Narbe hat eine tragische Geschichte."

Ich lache. "Fair enough."

Er küsst mich wieder, sanfter diesmal, und dann zieht er sich aus mir zurück und rollt sich auf die Seite, zieht mich mit sich, schlingt seinen Arm um mich und zieht meinen Rücken an seine Brust.

Seine Lippen berühren meine Schulter.

"Schlaf", sagt er.

Ich möchte ihn tausend Dinge fragen. Wie heißt er mit Nachnamen? Wo wohnt er? Was ist sein Lieblingsding auf der Welt? Ist er immer so still, oder ist es nur heute Nacht?

Aber ich bin zu müde. Und sein Körper ist warm an meinem, und sein Arm ist schwer um meine Taille, und ich fühle mich sicher. Zum ersten Mal seit ich nicht mal mehr weiß wie lange fühle ich mich sicher.

Ich schließe die Augen.

---

Der Morgen kommt viel zu schnell.

Licht, das durch die Vorhänge scheint, mein Kopf pocht, als würde jemand ihn als Zielscheibe benutzen, und für einen Moment weiß ich nicht, wo ich bin.

Dann spüre ich den leeren Platz neben mir und die kalten Laken, und ich weiß es.

Er ist weg.

Ich setze mich zu schnell auf, und mein Kopf dreht sich, und ich muss für einen Moment die Augen schließen, bis es vorüber ist. Als ich sie wieder öffne, sehe ich das Zimmer, das schicke Hotelzimmer, die bodentiefen Fenster, das Badezimmer mit Marmor.

Und ich sehe das Geld auf dem Nachttisch.

Ein Stapel Bargeld. Hundert-Dollar-Scheine. Dick genug, dass mein Gehirn einen Moment braucht, um überhaupt zu verarbeiten, was ich da ansehe.

Fünftausend Dollar. Vielleicht mehr. Ich zähle es nicht. Ich starre es nur an.

Er hat Geld dagelassen. Er hat Geld dagelassen, als wäre ich irgendeine—

Ich weiß nicht mal, wie ich es nennen soll. Mir dreht sich der Magen um, und mir wird schlecht, und ich weiß nicht, ob es der Whiskey ist oder dieses Gefühl, das mir in der Kehle hochkriecht.

Ich kann mich nicht an sein Gesicht erinnern. Nicht wirklich. Ich erinnere mich an Bruchstücke. Dunkles Haar. Breite Schultern. Die Narbe über seiner Augenbraue, als er nah herankam. Die Art, wie er meinen Namen sagte.

Jennifer.

Aber wenn ich ihn jetzt in einer Reihe aufstellen müsste, könnte ich es nicht. Der Whiskey hat das meiste weggenommen. Die Nacht hat den Rest genommen.

Ich erinnere mich an seine Hände. Ich erinnere mich an seinen Mund. Ich erinnere mich an die Art, wie er sich in mir bewegte, erst langsam und dann überhaupt nicht langsam.

Ich erinnere mich nicht an sein Gesicht.

Und jetzt ist er weg, und da sind fünftausend Dollar auf dem Nachttisch, und ich weiß nicht, ob ich erleichtert oder beleidigt oder einfach nur leer sein soll.

Ich greife nach dem Geld. Ich weiß nicht warum. Ich stopfe es einfach in meine Tasche, und ich finde mein Kleid auf dem Boden und meine Schuhe und meine Handtasche, und ich ziehe sie schnell an, als würde ich versuchen, dem Gefühl zu entkommen, das sich in meiner Brust festsetzt.

Ich schaue nicht zurück zum Bett. Ich schaue auf nichts zurück.

Ich gehe einfach hinaus.

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